Jahresrückblick 20132018-10-29T11:44:56+00:00

Project Description

Jahresrückblick 2013
und Ausblick 2014

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen von artefact,

statt weihnachtlicher Wünsche erhalten Sie hier wie in allen Jahren wieder unser Jahres-Resume
verbunden mit dem Ausblick für die kommende Saison. Herzlich danken wir Ihnen für Ihr
Interesse an unseren Aktivitäten, die gute Zusammenarbeit und Unterstützung!

Abschied von Gerd Andresen

Der Jahreswechsel selber stand dabei für uns in Glücksburg ganz im Zeichen von großer Trauer, aber auch tiefer Dankbarkeit: Gerd Andresen, der 1986 zu den Mitbegründern des damaligen artefact e.V. gehörte und bis heute als Schatzmeister in unserem Förderverein für globales Lernen und lokales Handeln aktiv war, ist kurz vor Weihnachten verstorben und am 8. Januar beigesetzt worden. Als „Pol der Ruhe und der Motivation“, wie Pastor Rust ausführte, war er über all die Jahre allen Haupt- und Ehrenamtlichen stets eine große Stütze. Besonders die internationale Jugendarbeit lag ihm sehr am Herzen, die wir in seinem Sinne weiterführen werden.

Auch deshalb freut sich unser Förderverein sehr über neue aktive ebenso wie passive Mitglieder, die sich auf die eine oder andere Art einbringen wollen. Weitere Informationen gibt es unter Wir über uns » Förderverein und beim 1. Vorsitzenden, Jens Paulsen (lehmbauer@web.de).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bei der Weihnachtsfeier waren wir selbst überrascht: tatsächlich waren wir zum Jahresende erstmals 15 Voll- und Teilzeitmitarbeiter: Neben Geschäftsführung (Werner Kiwitt) und Hausmeister (Jürgen Lassen) sind allein im Bereich unseres „solivol“ – Jugendlernprogramms mit Ostafrika inzwischen zwei volle Stellen (Frank Lüschow und Cathleen Lieball) geschaffen worden. Vier Teilzeitkräfte für Verwaltung und Gästehaus (Marina Lange, Gyde Diederich, Bernhard Büssenschütt-Höft und Martina Janssen), zwei Projektmitarbeiter für inländische Jugendbildung und Projekte (Lena Seehausen und Thomas Rothenberg) sowie die inzwischen über das Bündnis Eine Welt verlängerte externe Promotorenstelle für globales Lernen (Nicole Gifhorn) kommen dazu sowie fünf junge Freiwillige aus Deutschland und Frankreich (Sina, Katharina, Felix, Florian und Alexis) , die alle ein ökologisches Jahr als FÖJ oder Bundesfreiwilligendienst mit uns machen. Nicht mitgezählt sind weitere Honorarkräfte, Schülerprojekte, Workcampteilnehmer und Fachreferenten für Seminare.

Bildung für globales Lernen

Viel Arbeit, aber auch eine große Außenwahrnehmung bedeutete die Durchführung des inzwischen fünften Schleswig-Holstein Solarcup, an dem zu den Landesmeisterschaften im Juni in drei Startklassen wieder Zehn- bis Achtzehnjährige aus allen Landesteilen nach Glücksburg kamen. Von der New Energy Husum über den Gottorfer Landmarkt bis zur NDR Landpartie in Plön, bei Campusfesten und Energiemessen zwischen Flensburg und Kiel waren wir in den Vormonaten mit Infoständen und Workshops auf Werbetour. Selbst auf dem Hamburger Energieberg wurden an mehreren Tagen Workshops für Schulklassen durchgeführt. Die ermittelten Pokalsieger fuhren mit Lena Seehausen im September zum Bundesfinale nach Frankfurt.

Sowohl der Solarcup als auch die dritte Tour de Flens standen unter der Schirmherrschaft des Energiewendeministers Robert Habeck. Ein buntes Feld von Elektrofahrzeugen und Fahrrädern mit mehr als vierzig deutschen und dänischen FahrerInnen genoss auch die vielen Info-Stopps von der IFabrikken Sonderborg über die Solarthermie-Großanlage Grasten, den Mobilitätstag und Fachhochschule Flensburg bis zum artefact-Zentrum.

Die Teilnehmerzahlen an Projekttagen in Glücksburg stagnieren hingegen seit Schließung des Schwennauhofs. Die Themen „Wie kommt die Sonne in die Steckdose“ und „Windige Gesellen“ werden aber stärker nachgefragt, passend zur freundlichen Übergabe eines “Windmaster“ – Projektkoffers durch Professor Faber von der Fachhochschule Flensburg.

Nach Ostafrika mit solivol

Mit Kofinanzierung des BMZ-Programms weltwärts und des Internationalen Jugendfreiwilligendiensts des Familienministeriums hat sich unser Freiwilligenprogramm „solivol“stetig weiterentwickelt. Mehr als 50 Freiwillige arbeiteten sechs bis achtzehn Monate lang mit Partnervereinen in inzwischen 7 Ländern: von Äthiopien über Kenya, Uganda und Tansania bis Ruanda, Malawi und Sambia reicht inzwischen das von Frank Lüschow und Cathy Lieball betreute Einzugsgebiet.
Ein erstes generationsübergreifendes Pfingsttreffen lockte mehr als vierzig Solivol-Rückkehrer nach Glücksburg.

Erwachsenenbildung

Eine Vielzahl von Seminargruppen besuchte uns in 2013, die ganz oder teilweise unsere inhaltlichen Angebote wahrnahmen. Von der Fortbildung von weltwärts-Rückkehrern zum Nachhaltigkeitspromotor über den Erstsemester-Motivations-Workshop im Studiengang Energie- und Umweltmanagement bis zum Geomar-Lehrerfortbildungsseminar reicht die Palette. Das bundesweite Herbstfest des Service Civil International fand im November mit drei parallelen Workshops bei uns statt.

Das Energiestrategiespiel „Changing the Game – Energie deiner Zukunft – Zukunft deiner Energie“ ist nun in deutscher Fassung fertiggestellt. Erste Workshops für Mitspieler und Multiplikatoren fanden bereits über die Region hinaus statt, etwa in Köln, Lüneburg und Hamburg oder wurden für international aktive Gruppen in Glücksburg durchgeführt. Auch Sie können nun für Ihre Fortbildung oder Mitarbeiterschulung einen Workshop buchen: s. den Flyer im Anhang!

Die Sonderausstellung „Dritte Welt im zweiten Weltkrieg“ war von Juli bis November in unserer Projektwerkstatt zu Gast und stand „normalen“ Powerpark-Besuchern ebenso zur Verfügung wie für gezielte Workshops und Führungen. Ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussion und Vorträgen wurde dazu von Lena Seehausen organisiert.

Glücksburger Gespräche

Das Thema Energiepreisgestaltung und Befreiungen lockte im September zu einem Vortrag von Nicole Knudsen, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Windenergie Schleswig-Holstein und führte zu spannenden Diskussionen.

Wie wichtig kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit auch weiterhin ist, zeigt der zwischenzeitliche Einbruch in der Solarbranche. Erstmals seit 12 Jahren konnten wir 2013 mangels Anmeldungen keinen einzigen DGS-Solarschulkurs durchführen.

Internationale Seminare

Dabei schaut weiterhin die ganze Welt auf die deutsche Energiewende und insbesondere auf Schleswig-Holstein. 2013 führten wir Seminare durch für amerikanische Studierende und das Studienbegleitprogramm der ESG; die Städtepartnerschaft Kiel-Moshi informierte sich über angepasste Wasser- und Abwassertechniken für den ländlichen Raum.

Eine Fachgruppe des indonesischen Technologieministeriums kam erstmals für ein zweiwöchiges Seminar zur landesweiten Weiterentwicklung eines Solar-Wind-Pilotprojektes. Das geballte Know how der Grenzregion von den deutschen und dänischen Hochschulen über Fachbetriebe bis zum Windtestpark des Folkecenter konnten wir in das Fachprogramm einbeziehen. Allen Mitwirkenden ein großes Dankeschön!

Gästehaus

Externe Seminargruppen wie oben, FÖJ-Seminare und unsere Eigenveranstaltungen zur Vorund Nachbereitung für Ostafrika sind wesentlich für die Auslastung des Gästehauses, doch auch der positive Trend bei Klassenfahrten bleibt bestehen. In den Sommermonaten und Ferienzeiten sind Urlauber und Triathleten ebenso wie Familienfeierer mit unserer oder Selbstversorgung gern gesehene Gäste.

Endlich konnte auch die Fassade zum Hof durch einen doppelten Kalkanstrich wieder verschönert werden.
Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen sind gleichwohl eine dauerhafte Herausforderung angesichts der Größe des Geländes und der Gästehäuser.

Gebäude und Gelände

Die nach fast 20 Betriebsjahren von Brennesseln arg bedrängte Pflanzenkläranlage musste mithilfe einer externen Firma und viel Eigenleistungen saniert und neu bepflanzt werden. Gegen den Zahn der Zeit und alles überwucherndes Unkraut konnten ab dem Sommer die neuen Freiwilligen und zwei vierzehntägige Workcamps mit hoch motivierten Freiwilligen des SCI zufelde ziehen.

Gleichzeitig arbeiteten sie weiter am „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“: neben der Komplettierung der Solarküche stand der Bau einer weiteren Solardusche mit neuer Thermosyphon-Anlage an, die fast fertig wurde. Ab Sommer 2014 soll der Zeltplatz dann auch externen Jugendgruppen und Schulklassen angeboten werden können.

Ein längerer Knick an der Ostseite des Geländes wurde im Winter zu Hackschnitzeln verarbeitet. Parallel hatte Sven Kampes als Praktikant mit der Anlage einer Kurzumtriebsplantage zur weiteren Deckung unseres Biomassebedarfs und dem Aufbau eines Biomeilers begonnen, der später mit seiner Abwärme die Solardusche unterstützen soll.

Der Powerpark

Der Powerpark ist derweil nach 13 Betriebsjahren mit vielen Stationen nicht mehr so attraktiv wie gewünscht. Der Sturm Christian, der Ende Oktober mit bis zu 200 Stundenkilometern über die Flensburger Förde fegte, legte nicht nur dutzende Bäume auf und um das Gelände um, sondern gab auch so mancher Infotafel oder Plexiglas-Pavillon den Rest.
Einige Stationen müssen komplett ersetzt oder ausgetauscht werden!
Vorarbeiten für eine durch ein benachbartes Neubaugebiet erforderliche Lärmschutzwand, Mittelbeantragungen und begleitende Aufgaben kosteten viel Zeit und Energie.

Ausblick 2014

Der Aufbau einiger neuer Stationen und die Instandsetzung von Powerpark-Stationen steht 2014 ganz oben auf der To-do-Liste. Mehrsprachige Tafeln und Stationen sollen ältere ersetzen oder ergänzen. Das geht nur durch eigenes Geld und Eigenleistungen!
Ein halbkugel-förmiges Gewächshaus aus Glas soll im Powerpark bis zum Saisonstart aufgebaut werden, das die Erderwärmung und „greenhouse effect“ selber spüren lässt. Es gehört zu mehreren Stationen, für die wir Zuschüsse der BINGO Umweltlotterie und der Aktivregion einwerben konnten.

Ein dreidimensionales Modell der Flensburger Förde befindet sich bereits im Bau. Damit sollen verschiedene Meeresspiegelstände in der Vergangenheit und Zukunft simuliert werden. Die erwähnte Lärmschutzwand von 35 m Länge wird mit Fremd- und Eigenleistungen gebaut und soll in der Folge zu einer überdachten langen Informationstafel zum Klimawandel werden. Ein größeres Schutzdach für Exponate soll später ergänzt werden, sobald der erforderlich und in Arbeit befindliche Bebauungsplan für unser gesamtes Gelände durch sämtliche Gremien und Behörden gegangen ist. An dieser sehr zeit- und kostenträchtigen Planungsgrundlage arbeiten wir bereits seit einem Jahr und hoffen, in 2014 ein großes Stück weiter zu kommen: nur so können wir Bestandsschutz und Planungssicherheit für weitere Entwicklungen bekommen. Ausgleichsmaßnahmen für den Ankauf von Flächen zur Renaturierung müssen wir voraussichtlich zusätzlich finanzieren, da wir über keine eigenen Flächen dafür verfügen. Wir hoffen, dass uns diese erheblichen Zusatzkosten nicht in Liquiditätsprobleme führen, dann dafür lassen sich nirgends Zuschüsse einwerben!

Eine große Herausforderung im neuen Jahr ist auch die Fortführung unserer Jugendwettbewerbs, des dann hoffentlich 6. Solarcup: bereits jetzt fragen Schüler nach dem Termin an, doch die etwa 20.000,- , die wir in jedem Jahr an Sach- und Personalkosten für den Landeswettbewerb auf die Beine gestellt haben, sind aufgrund der deutschen Photovoltaikmarkt-Flaute nicht absehbar. Wir suchen dringend nach passenden Sponsoren und Unterstützern, um diese öffentlichkeitswirksame Erfolgsgeschichte fortführen zu können!

Die Chancen für eine wiederum grenzübergreifende „Tour de Flens“ stehen demgegenüber besser, doch auch sie erfordert einen sehr hohen Organisations- und Werbeaufwand.

Im Gästehaus-Kalender füllen sich immer mehr Zeilen durch nun fast täglich eingehende Buchungsanfragen, ob für Urlaub und Familienfeiern oder Seminare:
Ende März soll ein einwöchiges Seminar für chinesische Berufsschullehrer im Auftrag der Hans-Seidel-Stiftung stattfinden, gleich im Anschluss eine europäische Jugendfortbildung. Bereits seit gestern sind elf junge Leute zum Vorbereitungsseminar im Haus, die als erste „solar volunteers“ im neuen Jahr ihrem Aufenthalt in Äthiopien und Tansania entgegenfiebern. Es wird also auch 2014 ganz bestimmt nicht langweilig!

Wie immer sind aktuelle Veranstaltungen soweit teilnehmeroffen auch stets unter Veranstaltungen zu finden.

Schauen Sie immer mal auf unsere Seite – oder, noch besser, mal wieder hier bei uns rein!
Haben Sie weitere Ideen, Fragen, Anregungen oder Kontakte?
Ich freue mich auf Ihren Anruf/Ihre Mail!

mit den besten Wünschen für ein friedens- und erfolgreiches Jahr 2014