Jahresrückblick 20162018-10-29T11:48:54+00:00

Project Description

Jahresrückblick 2016
und Ausblick 2017

was für ein Jahr!

Vor Jahresfrist war die Öffentlichkeit geschockt von Anschlägen in Paris und Nigeria, kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und der Ukraine. Seitdem scheint sich die Spirale der Gewalt fast überall nur noch schneller zu drehen, wird an scheinbaren Selbstverständlichkeiten wie der Europäischen Gemeinschaft gerüttelt. Man scheint  schon erleichtert, wenn rechtsradikale Populisten bei Wahlen nicht gleich  absolute Mehrheiten gewinnen. Von Fluchtursachen wird nun zwar geredet, und doch gleichzeitig durch das Ankurbeln von quantitativem Wachstum, weihnachtlichem Konsum-Overkill und Ressourcenverbrauch alles getan, um die Fluchtursache  Klimawandel noch zu beschleunigen.
Dabei wird anderswo gleichzeitig das zarte Pflänzlein Energiewende, vor 30 Jahren hier (ebenso wie wir ) noch müde belächelt,  zum mainstream und beweist längst, dass es auch ganz anders geht. Auch in diesem vergangenen Jahr kamen Seminargruppen und Einzelbesucher aus ca 50 Ländern zu artefact, um von unseren Erfahrungen in Schleswig-Holstein und Dänemark zu lernen: wie kann längst reichlich vorhandener Windstrom intelligent  genutzt, umgewandelt, gespeichert werden, wenn der Netzausbau weiterhin verschleppt wird?. Das macht auch uns Mut!

Was hat sich konkret bei uns in Glücksburg getan?

Im Gästehaus, unserem wirtschaftlichen Rückgrad, hatten wir 2016 einen erfreulichen Zuwachs an Gästen und Übernachtungen.
Dazu trugen leichte Steigerungen bei fast allen Zielgruppen von Schulklassen bis zu Urlaubern bei, aber auch zusätzliche Gäste wie gleich zwei Seminargruppen des deutsch-französischen Jugendwerks.  Nach mehrjähriger Pause kam auch wieder ein Bildungsurlaub der Nordkirche zum Thema Klima und Energie“ zustande.
Schon zum zweitenmal hatten wir amerikanische Ingenieur-StudentInnen bei uns, um während einer Woche eine Kleinst-Windkraftanlage zu bauen.
Unser letztjähriger Einstieg in eine Serie von Workshops zum Bau energieeeffizienter Pyrolyse-Herde konnte mit einem Wochenendseminar und maßgeschneiderten Workhops für Gruppen aus Kenia und Tansania fortgesetzt und erst einmal abgeschlossen werden: für weitere Interessierte haben wir  noch ZamaZama- Herdbausätze und unser neu angelegtes terra preta-Beet in Reserve. Die Fortführung dieses Engagements ist  mir auch ein kleines Stück Trauerarbeit im Gedenken an unsere Teilnehmerin, Freundin und engagierte Mitstreiterin beim Bündnis Eine Welt und den „sisters“, Dela, die vor wenigen Wochen auf tragische Weise um´s Leben kam.

Bei der internationalen Erwachsenenbildung fiel im Oktober ein erstmaliger zweiwöchiger Workshop mit dem Schwerpunkt  Technologietransfer im Bereich Windenergie für chilenische Ingenieure aus dem Rahmen. Begleitende Fachexkursionen zu Firmen wie solarnova, gp joule, fecon, nordgroon, Senvion, ArgeNetz, BZEE und anderen Marktführern führten den Teilnehmern vor Augen,  wie viel regeneratives Know how, wie viele Arbeitsplätze in den letzten Jahrzehnten in der Region aufgebaut wurden. Bei der Wochenendwerkstatt Windenergie kamen studentische Teams von fünf Hochschulen bei uns zusammen,  um sich im Wettbewerb als Projektmanager zu versuchen. Nachdem Moderator Thomas Rothenberg schon mehrfach aus Österreich für die Durchführung von Workshops zum Energiestrategiespiel „Changing the Game“ angerfragt worden war,  kann nun ein deutschsprachiger Spielekoffer dauerhaft im Alpenvorland platziert werden.

weltwärts Nord-Süd und Süd-Nord

Die Zahl der Freiwilligen, die wir innerhalb eines Jahres für meist einjährige Einsätze bei Partnerprojekten  in Ostafrika vorbereiten und betreuen, war zuletzt rückläufig und pendelt sich bei deutlich unter 50 ein, sodass wir in dem Bereich wieder eine Stelle einsparen mussten. Bewerbungen für „solivol“ sind also sehr willkommen!
Parallel dazu hat sich der Süd-Nord – Austausch stabilisiert: nunmehr zehn Freiwillige aus Ruanda, Uganda und Tansania werden in wenigen Wochen ihr freiwilliges Jahr in Schleswig-Holstein abschließen und im Februar Nachfolger bekommen.

Jugendbildung

Während die Zahl der Projekttage zu interkulturellen Themen und den „Klassikern“ wie Lehmbau leicht rückläufig war, nimmt das Interesse an den Energiethemen und insbesondere unserem Landeswettbewerb „Solarcup“ weiter zu. Mit unserer Demo-Solarbahn waren wir bei etlichen Lehrerfortbildungen, Messen  und Märkten zwischen Niebüll, Sonderborg und Rendsburg im Einsatz und konnten mit mehr als 50 Team-Anmeldungen  am 19.Juni spannende Finalläufe
durchführen. Auch bundesweit machten wir eine gute Figur und konnten mit dem Team Helios 4 aus Hohenwestedt beim Bundesfinale in Wolfsburg die Deutschen Meisterinnen in der Ultraleichtklasse bejubeln. Ein Wermutstropfen war das diesjährige Defizit in der Finanzierung, da der Einbruch in der Solarbranche auch bei unseren Sponsoren Wirkung zeigte. Wir hoffen auf zusätzliche Unterstützer für den Solarcup ´17, um auch den neunten Landespokal realisieren zu können. Als Titelverteidiger dürfen wir beim SolarMobil Deutschland im September 17 in Bremen, der erstmals mit maritimen Motiven /Schiffe, Leuchttürme,..) bestritten werden soll, einfach nicht fehlen! Doch nochmal können wir keine €  5000,-  zusetzen! Wer Tips und passende Kontakte hat,  möge sich gern an mich wenden…

Nachhaltigkeits-Trainee Schleswig-Holstein

Für engagierte älter Schüler besteht seit diesem Schuljahr erstmals die Möglichkeit, an einem im hohen Norden ganz neuen Qualifizierungsprojekt teilzunehmen: zusammen mit Unternehmensgruen  aus Berlin haben wir die ersten Schülerteams mit passenden Betrieben verkuppelt, um ein Schuljahr lang zusammenzuarbeiten. Ob ökologische Tischlerei, Recyclingpapierhersteller oder Klimamanager -mindestens sieben Teams und Betriebe haben sich bereits gefunden  und werden von uns dank der Unterstützung durch die Bingo Projektförderung parallel durch Workshops gecoacht. Wir hoffen, das Projekt im Sommer mit zusätzlichen Teams weiterführen zu können.

Machbarkeitsstudie zu Lade-Infrastruktur

Nach fünfjähriger Durchführung der elektromobilen „Tour de Flens“  haben wir in Sommer mit einer Studie zur Verbesserung und Synchronisierung der Ladestationen im Raum Flensburger Förde begonnen: immer offensichtlicher wurde die Diskrepanz zwischen politisch geäußertenSoll-Zahlen für Elektrofahrzeuge und der Konzeptlosigkeit in der Markteinführung.  Mit finanzieller Unterstützung der EKSH ist Thomas Neumann derzeit unter Vertrag, um Makrostandorte festzulegen und Betreiber  und Betriebskonzepte auf eine überschaubare Zahl von Nennern zu bringen. Im Frühjahr werden gemeinsam mit Kooperationspartnern dazu Informationsveranstaltungen durchgeführt inklusive einem Elektromobilitätsmarkt und der dann sechsten „Tour de Flens“ am ersten Mai-Wochenende.

Powerpark und Gelände

Fast fertig ist dank der Unterstützung vieler SCI-Workcamps  der „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“ im Naturerlebnisraum: hier können nun Konfirmandenfreizeiten oder Klassenfahrten mit Solarduschen, Solarküche und Komposttoilette und russischem Mannschaftszelt lernen, mit begrenzten Resourcen gruppendynamisch zu wirtschaften…
Nach mehreren Jahren langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren können wir 2017 endlich einige größere Maßnahmen auf dem Gelände realisieren.
Das Geo-Klimahaus mit Zeitleiste wird im kommenden Frühjahr und Sommer mit externen Firmen und ehrenamtlichem Engagement aufgebaut, nachdem die Betonfundamente noch im Herbst gegossen werden konnten.
Eine Oberflächenwasserleitung  und zwei zusätzliche Speicherbecken sind angelegt worden und sollen 2017 weiter ausgebaut werden, um für die Besucher Wasser als Speichermedium für Windenergie zu verdeutlichen. Andere neue Infotafeln und der runderneuerte Biomassepavillon sollen den Powerpark-Besuchern bereits mit dem nächsten Saisonstart im April ´17  präsentiert werden.
Für den schon länger geplanten Energiewürfel als Teil des Klima-Parcours sind noch Anträge zur Kofinanzierung in Arbeit. Sponsoren und Ideengeber sind auch hierbei willkommen!

Gästehaus

Das 1995 eröffnete Gästehaus bedarf in puncto energetische Modernisierung und Vorbeugung von Bauschäden erheblicher Maßnahmen, da wir zum einen auch in Zeiten weiterentwickelter Bauvorschriften als Pionier zeigen wollen, was  ökologisch, ökonomisch und attraktiv machbar ist; zum anderen sind damals verwendete Dachmaterialien z.T. eher provisorischer Natur gewesen. Heutige und zukünftige statische und brandschutztechnische Anforderungen sind gleichwohl bei jeder Sanierung zu berücksichtigen.
Für die nächsten Monate ist geplant, die Fenster-Tür-Fassaden der vier nubischen Gewölbe größtenteils zu sanieren, sodass sie im Frühjahr bereits wieder komplett nutzbar sind.
Im Anschluss wollen wir gern die der Witterung ausgesetzten Kemperol- und Teerpappenbedachungen des Haupthauses sanieren und begrünen, evtl. den zentralen Kegelbau mit einer Solareindeckung schützen und attraktivieren.
Antragstellungen für Fördermittel sind dazu in Arbeit; gleichwohl werden in jedem Fall erheblich Eigenleistungen  von uns erbracht werden müssen.

Förderverein für globales Lernen und lokales Handeln

Der 2004 gegründete Förderverein hat im Jahr 2016 wieder einen handlungsfähigen Vorstand bekommen, nachdem der langjährige  Schatzmeister und Mitstreiter der ersten Stunde, Gerd Andresen, verstorben war. Um noch besser mit den Entwicklungen und Herausforderungen des Geschäftsbetriebes der gemeinnützigen GmbH vertraut zu werden, hat der Förderverein in diesem Jahr einen Geschäftsanteil erworben und ist somit Teil der Gesellschafterversammlung  geworden. Als Ideen- und  Impulsgeber und auch Unterstützer bei der Kofinanzierung mancher Aktivitäten gibt es zahlreiche Spielräume und Handlungsfelder.
Auch neue aktive oder passive Mitglieder sind  dabei  jederzeit herzlich willkommen! 
Ein neuer Flyer kann im Büro angefordert werden. Weitere Informationen gibt es unter Förderverein und beim 1. Vorsitzenden, Jens Paulsen (lehmbauer@web.de).

MitarbeiterInnen

Bei denVollzeit- und Teilzeitkräften und naturgemäß bei den Freiwilligen gab es in diesem Jahr einige Veränderungen: es verließen uns Felma Ehlers, Bernhard Büssenschütt-Höft, Armine Hayrapetan, Cathleen Lieball und Inga Eumann sowie die FÖJ-bzw. BFD-Freiwilligen Lea, Simon, Hannes, Astrid, Antonin und Alex aus Deutschland, Uganda und Frankreich. Dazu kamen im Lauf des Jahres Schady Nazirpour, Thomas Neumann, Mayleen Kammin, Mramba Kiwelu, Alexander Gnärig, Tamara Allgaier und Jorim Kornblüh sowie die vielen Freiwilligen bei den Sommer-Workcamps aus acht Ländern, die wir alljährlich gemeinsam mit dem Service Civil International durchführen.
Allen ehemaligen und neuen MitarbeiterInnen, Freiwilligen und Unterstützern ein herzliches Dankeschön für euer/Ihr Engagement!

Aktueller Veranstaltungskalender

Der derzeitige Stand an Veranstaltungen von und/oder bei uns ist im Anhang zu finden. Weitere Termine sind noch in Arbeit. Unter Veranstaltungen wird regelmäßig aktualisiert.
Viele weitere private oder Gruppenbuchungen sind aber nicht aufgeführt. Wenn Sie selber Interesse haben an einer Gästehausbuchung, ob für ein Seminar oder eine private Feier (üblicherweise kann das Gästehaus komplett zur Selbstversorgung mit Küche und acht Übernachtungszimmern ab mindestens zwei Tage gebucht werden, wenn es sich nicht mit anderen Nutzungen überschneidet), senden Sie uns eine mail!