artefact gGmbH Glücksburg (Ostsee)
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Für die Energiewende in Chile lernen: zweiwöchige Fortbildung für Ingenieure bei artefact

Die chilenische Gruppe  (mit Referent Dr. Schmagold, FH Kiel) vor dem artefact-Gebäude"Am meisten hat mich beeindruckt, wie in manchen Dörfern die gesamte Bevölkerung den Strukturwandel mitgestaltet und die ganze Region von der Wertschöpfung profitiert." fasst Pablo Gajardo León, Umwelttechnik-Ingenieur aus Santiago de Chile, seine Eindrücke zusammen:
gemeinsam mit zehn weiteren Fachleuten hatte er im Glücksburger Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, an einer Fortbildung für Energiemanagement-Koordinatoren teilgenommen.

Seit Monaten hatten die Teilnehmer bereits im hessischen Witzenhausen deutsch und die Grundlagen von Solar- und Bioenergie gepaukt, bevor sie zum Schwerpunkt Windenergie nach Schleswig-Holstein kamen. Zunächst hiess es, in Glücksburg und an diversen Standorten in Flensburg wie den Hochschulen und der Eckenerschule die komplexe Theorie von Windenergie-Potentialanalyse bis zur Rotorblattverstellung zu studieren. Im Anschluss wurden die diversen Projektplanungsschritte und die  in Schleswig-Holstein oft erstmalig entwickelten  Qualifizierungen vom Windservice-Mechatroniker bis zum Grünstrom-Vermarkter bearbeitet und oft mit Vor-Ort-Besuchen verbunden. So wurden das BZEE in Husum, Nordgröön in Medelby und die Netzausbau-Experten der Arge Netz in Breklum aufgesucht.

Die Fernüberwchung von Wind- und Solarparks bis hin nach Frankreich und Kanada, aber auch die lokal angewendete Umwandlung von Wind in Wasserstoff lernten die Teilnehmer bei gp joule in den Reußenkögen kennen. Die Herstellung von Solarmodulen für den südamerikanischen Markt wurde aus erster Hand in Wedel gezeigt, die Montage von Windkraftanlagen in Husum. "Solche innovativen Unternehmen hätte ich allenfalls in einer Großstadt vermutet, aber hier sind Bauernhöfe auf dem platten Land  das »silicon valley« der Energiewende." kommentierte der Maschinenbauingenieur Rodrigo Cabello nach dem Besuch des nordfriesischen Dorfes Sprakebüll, das sich und das benachbarte Schwimmbad in Leck mit Biogaswärme versorgt,  während Bürgerwind- und Solarparks von ganzen Dorfgemeinschaften getragen werden und  25 Arbeitsplätze im Ort sichern.

Wie wichtig dafür auch die wirtschaftlichen und politischen Leitplanken sind, wurde beim abschließenden Besuch der Solarthermie - und Strohheizungskooperative im dänischen Gravenstein deutlich: seit dem Verbot fossiler Heizungen im Neubaubereich  entstehen allerorten umweltfreundliche Nah- und Fernwärmenetze zu vergleichbaren Preisen. Der nachhaltig positive Eindruck, den die Region bei den chilenischen Gästen hinterlassen hat, könnte zu weiteren Kontakten führen: "Mehrere Teilnehmer sind interessiert, zu Jahresbeginn ein dreimonatiges Praktikum bei Planungsbüros und anderen Unternehmen in der Region zu absolvieren, das vielleicht anschließend  in Chile Früchte trägt." berichtete artefact-Geschäftsführer Werner Kiwitt vom Abschluss-Workshop der Fortbildung: "Das tausende Kilometer lange, dünn besiedelte Land verfügt über traumhafte Wind- und Sonnenpotentiale."

 

25.09.2016

Revanche geglückt: Ellen und Greta sind Deutschlands schnellste Solarauto-Pilotinnen
Schleswig-Holsteinerinnen gewinnen SolarMobil-Deutschland - Finale in Wolfsburg

Greta und Ellen mit „Herby 4.0“  nach dem erfolgreichen Finallauf  in WolfsburgZwei dreizehnjährige Mädchen aus Hohenwestedt, Greta Triphahn und Ellen Sohrt, gewinnen erstmals den bundesweiten SolarMobil-Wettbewerb. Einhundertfünfzig Kinder und Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands, allesamt Erst- und Zweitplatzierte ihrer Regional-Wettbewerbe waren an diesem Wochenende der Einladung des Ministeriums für Bildung und Forschung und des VDE (Verbandes Deutscher Elektrotechniker) nach Wolfsburg in das Science-Centre Phaeno gefolgt, wo  zum siebten mal Zehn- bis Achtzehnjährige in der Kreativ- und Ultraleichtklasse mit selbst gebauten Solarfahrzeugen antraten.
Mit vier Teams, die alle zuvor im Glückburger Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact,  beim Schleswig-Holstein Solarcup erfolgreich waren, war der echte Norden bestens vertreten.

In der Kreativklasse trat das Flensburger Team „Ökogang“ mit einem liebevoll gestalteten solar bewegten Schmetterling an.  Die zwölfjährige Lia wurde sogar auf großer Bühne zu den Finessen des kreativen Mobils interviewt, das ausschließlich aus Recyclingprodukten gebaut werden durfte.  Letztendlich reichte es aber nicht ganz für einen der Podiumsplätze, die „Merle´s Saftladen“ aus Gütersloh, das Frankfurter „CareMobil“ und das rotierende „Pink Paradise“ aus Frankfurt eroberten.
In der Ultraleichtklasse ab 15 Jahren scheiterte das Schleswiger Team Felix Roth und Thies Schröder mit ihrem „gedrucktem Leichtgewicht“, einer mit Drei D-Drucker aus Milchsäure hergestellten Karosserie, an den schwierigen Lichtverhältnissen in der Ausstellungshalle, da ihr Motor nur bei strahlendem Sonnenschein auf Touren kommt. Die Vorjahressieger aus Emden mit „2fast4U“ machten das Rennen knapp vor dem Tekkiemobil aus Borgholzhausen.

Bei den Jüngeren kamen die „Audi-Fans“ des Bernstorff Gymnasiums als schleswig-holsteinische Vizemeister besser in´s Rennen mit ihrem Fahrzeug „Weed-Power“ das  entsprechend den Vorgaben bis auf Motor und Solarzellen komplett aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut worden war: Balsaholz, Strohhalme und Baumwollfäden  hielten die filigrane Konstruktion zusammen, die aber im Viertelfinale von der Konkurrenz abgehängt wurde.

Doch da gab es ja noch das Team Ellen Sohrt und Greta Triphahn von der Schule Hohenwestedt mit ihrem „Herby 4.0“, der schon so getauft worden war, als die Autostadt Wolfsburg noch gar nicht als Austragungsort für SolarMobil Deutschland feststand:

Während Greta schon 2015 in der Solarbootklasse in Glücksburg auf dem Siegerpodest stand, hatte es Ellen im Vorjahr sogar bis in´s Finale der Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe geschafft, als sie knapp gegen die Konkurrentinnen von Team „Black Widow“ aus Emden unterlag - und deshalb suchte sie nach erfolgreicher Verteidigung des Schleswig-Holstein-Pokals die Revanche beim erneuten SolarMobil in Wolfsburg. Nach souveränen Achtel- und Viertelfinalläufen  wurden die Unterschiede zu den anderen Spitzenteams immer enger.  Mit Zeiten unter 10 Sekunden über der 2x10 Meter-Strecke raste Herby 4.-0 durch´s Halbfinale. Die Gegnerinnen  im Finale: „Black Widow“ mit den Schwestern Lisanne und Alike aus Emden! Im zweiten Lauf fuhr Herby 4.0 auf der lichtbegünstigten Mittelspur und lag mit sensationellen 6,4 Sekunden über 20 Meter vor den schwarzen Witwen mit 7,3 Sekunden auf der Außenbahn. Nach dem Bahntausch hatte „Black Widow“ mit 7,3 Sekunden gegenüber 7,8 Sekunden von Herby 4.0  die Nase vorn!  Erstmals war ein Einzelzeitfahren als Stechen um den ersten Platz erforderlich, das Ellen und Greta wiederum mit Bahnrekord 6,4 Sekunden für sich entscheiden konnten. „Einfach toll,  mit wieviel Spaß und Engagement  die Kinder und Jugendlichen bei der Sache sind“ zeigten sich die Veranstalter vom VDE bei der Siegerehrung begeistert. Rückenwind für den nächsten Solarcup in Schleswig-Holstein erhofft sich auch Werner Kiwitt vom artefact-Team, der die Landesvertreter nach Wolfsburg begleitete: „Nach 2010 geht zum zweitenmal bei einem inzwischen verdreifachten Teilnehmerfeld  der Titel nach Schleswig-Holstein - ein toller Erfolg für unser Nachwuchsförderprogramm, das wir auch 2017 wieder auf die Beine stellen und in alle Schulen und Jugendgruppen tragen wollen.  Doch das geht nur mit Unterstützung vieler Sponsoren, denen wir auch im Namen aller Teilnehmer danken. Die Begeisterung für Naturwissenschaften und Zukunftstechniken fällt nicht vom Himmel, sondern muss geweckt und gepflegt werden.“

 

16.07.2016

Bingo-Moderator Michael Thürnau besuchte das artefact-Zentrum in Glücksburg

Michael Thürnau, NDR, Werner Kiwitt, artefact und Onno Poppinga von der Bingo Projektförderung im Haus "Sansibar" (v.l.n.r.) "Voneinander lernen in alle Richtungen - dieser ungewöhnliche Ansatz wird hier überzeugend mit Leben gefüllt!" zeigte sich Michael Thürnau beeindruckt nach einem Rundgang durch Energieerlebnispark und Gästehaus sowie dem Gespräch mit jungen Leuten aus Deutschland, Tansania und Uganda. Der aus dem NDR-Fernsehen bekannte Moderator der Sonntagnachmittagssendung "Bingo" hatte sich viel Zeit genommen für den Besuch des Zentrums für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg, um zu sehen, welche Projekte in den letzten 15 Jahren aus den Erlösen der Umweltlotterie gefördert worden sind - und das sind nicht wenige:
von der ökologischen Heizungssanierung bis zur Durchführung entwicklungspolitischer Fortbildungen reicht die Palette der Förderprojekte. Mehrere Bildungsprojekte wie der Schleswig-Holstein Solarcup für Kinder und Jugendliche erhielten eine Anschubfinanzierung, um danach von Jahr zu Jahr mit anderen Sponsoren fortgeführt zu werden.
Im bereits achten Jahr ist der Landeswettbewerb längst zu einer Erfolgsstory geworden.

"Ohne Bingo würden wir hier nicht sitzen" meinte auch Frank Lüschow, artefact-Projektleiter des Freiwilligendienstes "solivol" im Gespräch mit Michael Thürnau. Sechszehn junge Leute werden gerade im artefact Gästehaus vorbereitet auf ihren einjährigen Einsatz als Praktikant bei Projektpartnern in Uganda und Tansania. Da trifft es sich gut, dass zwei Austausch-Freiwillige als Referenten aus diesen beiden Ländern berichten können: Lucas Mkwizu aus Tanga arbeitet in Eckernförde im Ostsee-Infozentrum und mit der kommunalen Städtepartnerschaftsinitiative; Najjiba Katesi, die zuvor beim Partnerprojekt Fabio in Jinja arbeitete, ist nun bei einer beschützenden Werkstatt in Oldenburg/Holstein aktiv und sensibilisiert die "solivol"-Freiwilligen nun auf dem Seminar für die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Uganda. Ein Austausch auf Augenhöhe, der auch bei Michael Thürnau gut ankommt. Um im ersten Projektjahr Partner zu suchen und Strukturen aufzubauen, erhielt artefact eine Anschubfinanzierung. Seitdem entwickelte sich der gegenseitige Austausch so positiv, dass schon mehrere hundert Teilnehmer bei einem Auslandsjahr Erfahrungen sammeln konnten. "Und die wird nach der Rückkehr in die deutsche oder afrikanische Heimat nicht selten zu positiven Entwicklungsimpulsen beitragen." ist artefact-Geschäftsführer Werner Kiwitt überzeugt. "Dazu haben alle Bingolotterie-Mitspieler ihr Scherflein beigetragen. Dafür vielen Dank!" Weitere Infos unter www.projektfoerderung.de.

Video bei facebook anschauen

06.07.2016

Veranstaltung: Vom Pyrolysekocher zur terra preta Juni 2016

Ort: artefact – Zentrum für nachhaltige Entwicklung, Bremsbergallee 35, 24960 Glücksburg

„In Europa benötigen wir ebenso Kohlenstoff im Boden wie anderswo, wenn wir die Auslaugung der Böden stoppen wollen!“ ist Bioland-Landwirt Henning Knutzen aus Hürup überzeugt und demonstriert den Seminarteilnehmern die Produktion von Holzkohle als Grundlage für Nährstoff- und Wasserspeicherung im Boden.  Bei Reinhard Bartsch in Glücksburg-Holnis lassen sich bereits die erhöhten Ernten sehen, die seine Hochbeetkulturen abwerfen. Die Teilnehmer des artefact-Workshops, die selber Erfahrungen aus drei Kontinenten einbringen können, sind beeindruckt - und gleichzeitig irritiert: wer hier Know how „made in Germany“ erwartete, erfährt, Veranstaltung: Vom Pyrolysekocher zur terra preta Juni 2016dass systematischer Kohlenstoffeintrag keine Erfindung der Europäer ist, sondern auf jahrhundertealten Erfahrungen indianischer Völker in Südamerika basiert: terra preta, wertvolle Erde, nannten sie die schwarzen Böden, die mit Holzkohle, organischem Abfall und Fäkalien aufgebaut wurden, um die Grundlage der Lebensmittelversorgung von Großstädten in  Regenwaldgebieten zu schaffen, bevor spanische und portugiesische Eroberer die Hochkulturen zerstörten. Erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckten die Nachfahren der Kolonialherren, welch wertvolles Wissen damals mit ausgerottet wurde:
„Entwicklungshilfe für Europäer“  könnte der Untertitel des Workshops lauten, der im Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg durchgeführt wurde.
Noch sind aber Brennholzmangel und  ausgelaugte Böden in denjeniegn Ländern  der südlichen Halbkugel besonders offensichtlich, aus denen die Kursteilnehmer kommen.  Die Herstellung brennholzsparender Pyrolyse-Herde zum Kochen mit Holzgas wird in Theorie und Praxis vermittelt.

Die leeren Konservendosen knacken, als Delali Assigbley und Ira Kottke Luftlöcher für den entstehenden Hobo-Kocher hineinstanzen. Nebenan biegen Nadou Lawson-Body und Akoele Medrid, wie Delali und Ira ebenfalls von den „Sisters“, vorgefertigte Metallteile eines ZaMa-ZaMa-Ofens in Form. Der Praxisteil des Seminars „vom Herdbau zur terra preta“ auf dem Gelände von artefact, Zentrum für nachhaltige Entwicklung, bringt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins handwerkliche Arbeiten. Und in den Kontakt miteinander. Mitgliederinnen der „Sisters“, ein interkulturelles und entwicklungspolitisches Bildungsprojekt für Frauen, treffen hier in Glücksburg sowohl auf internationale Freiwillige aus dem Globalen Süden des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“, als auch auf Expertinnen und Experten für die Produktion von Metallherden sowie weitere engagierte und interessierte Akteure. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem  Dachverband entwicklungspolitischer Initiativen, Bündis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) statt und wird bezuschusst von der Bingo-Umweltlotterie.  Wissenschaftliches Know how zu Bodenregenerieung und terra preta Sanitation bringt Stefan Deegener von der Technischen Universität Hamburg ein.

Werner Kiwitt wechselt zwischen den Tischen hin und her, schaut über Schultern, gibt Hinweise. Der Geschäftsführer des Bildungszentrums an der Flensburger Förde führt am Morgen in das Thema ein, referiert über Themen wie Lehmbau, Brennholzproblematik und Kochstellen in Afrika.
Hintergründe zu Verfügbarkeit von Brennstoffen und effiziente, saubere Alternativen zu Drei-Steine-Herden geben den Teilnehmern einen ersten Überblick. „Nahrung ist überlebenswichtig, daher sollte die Priorität lokaler politischer Entscheider auf Kochenergie liegen“. „Nichts ist kulturell so wichtig wie kochen und essen“. Entsprechend unterschiedlich seien die Anforderungen an die Kochstelle. „Viele Menschen in Entwicklungsländern achten auf Attribute wie schnell, bequem, günstig und attraktiv. Ingenieure dagegen richten oftmals den Hauptfokus auf sichere, effiziente und saubere Technologien.“ Dazwischen gelte es zu vermitteln, meint Kiwitt.

Modelle von Glow Energy stehen greifbar im Seminarraum. Sebastian Erdmann ist Mitbegründer, Entwickler und Produktionsplaner des Social Business aus Kassel. Er verdeutlicht die Eigenschaften der als Bausatz erhältlichen Energiesparherde und hebt die mögliche Gewinnung von Holzkohle sowie das Verbrennen von Holzgas heraus. Zahlen zur Effizienz der sogenannten Pyrolysekocher verdeutlichen die Leistungsfähigkeit.
„Gegenüber offenen Herdfeuern sparen wir hiermit 75 Prozent an Energie ein“, sagt Erdmann. Die Kosten von 30 Euro pro Kocheinheit lösen in der Seminarrunde eine lebhafte Diskussion über Bezahlbarkeit sowie nachhaltige Perspektiven für die Menschen in Entwicklungsländern aus, Metallherde und Lehmherde werden auf Vor- und Nachteile verglichen.
Etwa sechzig Herde wurden während eines Jahres in zahlreichen Workshops zusammengebaut und sind seitdem über die Teilnehmer zum Dauereinsatz in zahlreiche Dörfer zwischen Tansania und Togo  gelangt. Ob dadurch auch weitergehende Anstöße bis hin zu Montage-Werkstätten vor Ort entstehen können, soll nun über die Befragung der Multiplikatoren ermittelt werden.
B. Hellwig, W.Kiwitt

Weitere Infos unter www.glow-energy.de und www.artefact.de

Weitere Fotos im Fotoalbum bei dropbox (von Benjamin Hellwig)

 

26.06.2016

Umweltprofi von morgen werden:

Nachhaltigkeitstrainee-Programm für "Schüler mit Biss" erstmals in Schleswig-Holstein

Wir möchten Ihnen heute ein Projekt ans Herz legen, bei dem junge Menschen ganz direkt erfahren können, was nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis bedeutet. Gern möchten wir Ihr Unternehmen für eine Kooperation im Projekt "Nachhaltigkeitstrainee Schleswig-Holstein 2016-17" gewinnen.
Das Projekt wird von der BINGO! Umweltlotterie gefördert und bietet Schüler_innen die Möglichkeit, schulbegleitend ein eigenes Projekt in einem nachhaltigen Unternehmen umzusetzen.
Ausführliche Informationen zu diesem und unseren weiteren Bildungsprojekten finden Sie auf: www.umweltprofisvonmorgen.de

Das Projekt „Nachhaltigkeitstrainee SH“ in Kürze:

Für das erstmals in Schleswig-Holstein Nachhaltigkeitstrainee-Programm suchen wir ab sofort

Sie haben Interesse oder weitere Fragen? Bitte melden Sie sich bei uns!

Annabelle Woltering, Projektassistenz "Umweltprofis von morgen"
UnternehmensGrün e.V. Bundesverband der grünen Wirtschaft
Wielandstr.17 10629 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 325 99 683
woltering@unternehmensgruen.de

oder
Werner Kiwitt
artefact - Zentrum für nachhaltige Entwicklung
Bremsbergallee 35 D-24960 Glücksburg/Ostsee
phone: 0049+4631-6116-0 fax: 0049+4631-6116-28
info@artefact.de

Über die Projektträger:

UnternehmensGrün e.V., der Bundesverband der grünen Wirtschaft, setzt sich für eine nachhaltige Wirtschaft ein. Seit 1992 engagieren sich hier Unternehmer/innen, die Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft verbinden. Mit dem Ziel der Förderung des Umweltschutzes bringt der Verband seine Positionen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in die Politik ein. UnternehmensGrün ist überparteilich und finanziell unabhängig - der Verein verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen und ist als gemeinnützig anerkannt.
UnternehmensGrün e.V. +++ Bundesverband der grünen Wirtschaft +++ Wielandstr. 17 +++ 10629 Berlin +++
www.unternehmensgruen.de

Die gemeinnützige artefact gGmbH für globales Lernen und lokales Handeln betreibt das vor 30 Jahren initiierte Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Glücksburg/Ostsee mit Tagungshaus, Energieerlebnispark und vielfältigen Bildungsangeboten wie Projekttagen und dem Förderwettbewerb „Solarcup“ für Schüler und Fortbildungen für verschiedene Zielgruppen aus dem In- und Ausland. Interkulturelle Erfahrungen können junge Leute über das artefact-Programm „solivol“ bei einem einjährigen Ostafrika-Einsatz sammeln.
www.artefact.de

 

19.06.2016

Tolle Ideen und spannende Rennen beim achten Schleswig-Holstein
Solarcup in Glücksburg 

An die Sonne - fertig-los in der Solarbootklasse„Einfach toll, mit wieviel Spaß und Engagement die Kinder und Jugendlichen bei der Sache sind!“ zeigte sich Michael Schmidt von der Flensburger IG Metall-Geschäftsstelle schwer beeindruckt. Als Mitglied der Jury in der Ultraleichtklasse hatte er die Aufgabe, den Tüftlern bei ihren Poster-Präsentationen auf den Zahn zu fühlen,  den nicht nur die zeitschnellsten Lichtflitzer  sausten in´s Finale der Solarcup-Landesmeisterschaft, die bereits zum achtenmal im Glücksburger artefact Powerpark ausgetragen wurde.
Dabei kam es zuweilen sogar in der sonst eher behäbigen Solarboot-Klasse zu Wimpernschlag - Finalläufen: so konnte das  Luftschraubenschiff „Lotta 1“  den Solarkatamaran „Flotter Henri“ des erst siebenjährigen Finn Steiner aus Lübeck um gerade mal eine Zehntelsekunde überflügeln.
Auch die überzeugenden Posterpräsentationen der Nachwuchs-Ingeniere führten oft zu Kopf-an-Kopf-Rennen.

Mit einem Patt und damit zwei ersten Plätzen endete sogar das Finish in der Ultraleichtklasse der Fünfzehn- bis Achtzehnjährigen:  Das Team „Helios 2“ vom Jugendtreff  Friedrichstadt erhielt von Glücksburgs Bürgermeisterin Kristina Franke ebenso einen Siegerpokal wie  das im 3D-Verfahren aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Fahrzeug “ Gedrucktes Leichtgewicht“ des Schleswiger Teams von Felix Roth.  Damit wurde das Flensburger “Team ohne Namen“ auf den undankbaren dritten Platz verwiesen: die beiden Pokalsieger qualifizierten sich mit ihren Fahrzeugen, die auch  eine Tunneldurchfahrt meistern mussten, automatisch für die deutschen „Solarmobil“ -Meisterschaften, die im September in der Wolfsburger „Phaeno“ stattfinden werden.

Das Ticket für Wolfsburg lösten auch  die „Audi-Fans“ mit Peer Carstens aus Ulsnis an der Schlei, die als Zweite hinter  dem Team „Herby 3“  mit Ellen Sohrt aus Ehndorf bei Hohenwestedt in´s Ziel kamen.  „Herby 3“, der mit dem Motor eines ausgeschlachteten Rasierapparats die gesamte Konkurrenz abhängte,  hat damit die Chance,  sich in Wolfsburg für die knappe Finalniederlage bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zu revanchieren. „Als Veranstalter freuen wir uns  mit den Pokalsiegern, aber auch über die vielen Kinder und Jugendlichen, die aus allen Landesteilen kommend erstmals mitgemacht haben und in ihren Schulen in Itzehoe, Rendsburg, Kiel oder Henstedt-Ulzburg nun sicher den ansteckenden Solar-Virus weitertragen.“ meint dazu Werner Kiwitt vom artefact-Team. „Denn die Energiewende ist nur möglich, wenn die nächste Generation sie als große Chance zur Zukunftsgestaltung begreift“ ergänzt Ursula Thomsen-Marwitz vom Verein „Erneuerbare Energien und Speicher“, die gemeinsam mir Sven Paulick von der Nospa in der Jury der Kreativklasse mitwirkte.  Sie hatten das große Vergnügen, wunderschön gestaltete und solar bewegte Schmetterlinge wie vom Mädchenteam „Ökogang“ des Alten Gymnasium Flensburg und den „Ökokäfer“ der Lokalrivalen von der Ostseeschule zu prämieren.  Bei den älteren Kreativkünstlern konnte das Team Vulcanus von der KTS Flensburg als Zweite in die Phalanx der Büdelsdorfer Teams HRS Racing und Solarmobilbauer einbrechen, die ihre Fahrzeuge komplett aus Müll und Recycling bauten.

„Die Kinder haben vorgemacht, wie´s geht, nun sind auch die Eltern gefordert beim Einstieg in die Elektromobilität.“ gab Kiwitt den Teilnehmern  mit auf den Heimweg nach einer rundum gelungenen Veranstaltung, zu der auch das passende Wetter in der Woche der Sonne und die Berichterstattungen im Schleswig-Holstein Magazin und dem Offenen Kanal Flensburg beitrugen.

 

18.05.2016

Der achte Solarcup auf der Zielgeraden
Anmeldeschluss zum Schleswig-Holstein-Solarcup: wer macht das Rennen am 19. Juni?

Kommt es zum großen Show down zwischen Vulcanus und den Terror Tussies? Wenn die Fahrzeuge so kreativ sind wie die Namen,  können sich die Besucher der achten Landesmeisterschaften im Solarmobilbau wieder auf einige Überraschungen freuen. Während einige Teams mit martialischen Namen wie Streetking aus Satrup die Konkurrenz beeindrucken wollen, setzen „the turtle“ und „die Milchbubis“ aus Kronshagen lieber auf understatement, um in der Ultraleichtklasse einen Überraschungscoup zu landen.

Noch vor Ende des Anmeldeschlusses am 1. Juni ist klar, dass der 2009 erstmals initiierte Schleswig-Holstein Solarcup von Jahr zu Jahr weitere Kreise zieht. „Schon jetzt haben sich  mehr als 70 Teams angemeldet“ freut sich Britta Noruschat vom Organisationsteam im Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Glücksburg, gemeinsam mit den Sponsoren vom Verein zur Förderung der Energiewende, der Nospa, gp joule, FeCon, SEA und der IG Metall. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen mit dem Wettbewerb Naturwissenschaften und Technik mit echten Erfolgserlebnissen nahebringen, aber auch soziale Kompetenzen fördern.“ so Werner Kiwitt von artefact. So sind  in diesem Jahr in Schleswig-Holstein ebenso wie in elf anderen deutschlandweiten Regionalrennen in der Ultraleichtklasse nur Karosserie aus nachwachsenden Rohstoffen erlaubt. In der Kreativklasse sind Müll und Recyclingprodukte angesagt. Dazu gibt´s im Land zwischen den Meeren exklusiv heiße Rennen auf dem Wasserkanal in der Solarbootklasse, in der die Jury weitere Pokale nach Schnelligkeit und Originalität vergibt.

Doch wer so weit kommen will, muss wochenlang im Team tüfteln und testen: bis zu acht Solarzellen sind je nach Startklasse zu verschalten mit Getrieben und Motor, die älteren Daniel Düsentriebs müssen viermal mithilfe eines Kondensators eine Tunneldurchfahrt auf der 10 -Meter-Bahn meistern. Dass dies richtig Spaß machen kann, scheint sich herumzusprechen. „Bei den Anmeldungen haben wir nicht nur erfahrene Wiederholungstäter wie die deutschen Vizemeisterinnen aus Hohenwestedt, sondern erstmals Teams von Schulen aus Dithmarschen, Neumünster, Henstedt-Ulzburg  und Itzehoe. Das könnte eng werden für die Pokalverteidiger.“ Wer noch selber mitmischen oder als Solarfan die Teams anfeuern möchte, findet alle Informationen unter Veranstaltungen » solarcup.

Bei der NDR Landpartie in Rendsburg am 28. und 29. Mai gibt es noch die Möglichkeit der last-minute-Anmeldung. Der Landes-Solarcup findet mit allen Vor- und Finalläufen und Posterpräsentationen am 19.Juni im artefact Powerpark in Glücksburg statt.

 

20.02.2016

Angler Sattelferkel zur Sommerfrische im Powerpark

Angler Sattelferkel zur Sommerfrische im PowerparkAuf Anhieb fühlen sie sich sauwohl: begeistert erkundeten die beiden Sattelschweinchen ihr großzügiges Gehege, als sie den Umzug aus Munkbrarup hinter sich hatten. Vom dortigen Biolandbetrieb "Svensteen" zogen die beiden Angeliter Sattelschweine um in das Außengelände im Naturerlebnisraum von artefact, nachdem die letzten kalten Tage endgültig der Vergangenheit angehören. Lea Schulte, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei artefact macht, freute sich über die tierische Verstärkung: "Beim Umpflügen des Geländes sind die Beiden schon sehr fleißig. Aber vor Allem vermitteln sie den Besuchern des Powerparks nun, wie wichtig Artenvielfalt und regionale Wirtschaftskreisläufe sind."

-und wie lecker..." ergänzt artefact-Geschäftsführer Werner Kiwitt, der bereits an das "feinheimische" Ende der Wertschöpfungskette denkt- denn ohne die gäbe es kaum noch alte Haustierrassen wie das Angler Sattelschwein, das vor Jahren schon fast ausgestorben war. Die beiden Racker können im Rahmen eines Powerpark-Besuchs täglich von 9 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr bei artefact in Glücksburg besucht werden.

Beitrag "Zwei Angler Sattelschwein-Ferkel im „artefact“-Zentrum in Glücksburg" im Sat.1 Regionalfernsehen

 

20.02.2016

Anmeldebeginn zum achten Landes-Solarcup am 17.März auf der New Energy in Husum

solarcup Schleswig-HolsteinDeutschlands ältester Landeswettbewerb für Kinder und Jugendliche im Bau kleiner Solar-Fahrzeuge startet wieder durch: schon zum achtenmal lädt das artefact -Zentrum für nachhaltige Entwicklung Kinder und Jugendliche ein, Solarautos und -boote selber zu bauen und im Juni in´s Rennen zu schicken. Der Clou in diesem Jahr: für Ultraleichtfahrzeuge muss die Karosserie aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut werden, in der Kreativklasse hingegen aus Recyclingprodukten und Abfall.
Alle Infos aus erster Hand gibt´s für Schulklassen und andere Interessierte am Solarcup-Infostand bei der Messe "New Energy" in Husum vom 17.-20.März, wo auch die ersten Anmeldungen entgegengenommen werden und dann der neue Bausatz für den diesjährigen Wettbewerb zu bekommen
ist: so stehen drei Monate Zeit zur Verfügung zum Tüfteln und Testen bis zu den Finalläufen direkt bei artefact in Glücksburg. Dort finden am 19.Juni auch die Landesmeisterschaften um den 8.Schleswig-Holstein Solarcup, wenn Solar-Tüftler zwischen 10 und 18 Jahren mit ihren selbstgebauten Solarautos in der Ultraleicht- und Kreativklasse um Landespokale und das Ticket zu den Deutschen Meisterschaften kämpfen.
Unterstützt wird der Schleswig-Holstein Solarcup in diesem Jahr von der Nospa, gp joule, Solar Energie Andresen und erstmals dem Verein zur Förderung erneuerbarer Energien VFE.

Weitere Infos: Veranstaltungen » solarcup

 

Zusatzinfos:
Ab dem 17. März können Jungen und Mädchen wieder landesweit experimentieren beim Bau kleiner Solarfahrzeuge, die mit vorgefertigten Komponenten , vor Allem aber eigenen Ideen und viel Fingerfertigkeit  zu erstellen sind. Seit 2009 organisiert das Glücksburger Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, diesen bundesweit einzigartigen Nachwuchswettbewerb, der das Interesse an Naturwissenschaften aber auch nachhaltiger Zukunftsgestaltung in alle Schulen im echten Norden trägt.
Hunderte von Teams zehn- bis achtzehnjähriger Kinder und Jugendlicher waren bereits in den letzten Jahren aktiv und fochten spannende Wettbewerbe um Preise und Pokale aus. Höhepunkt ist stets der Show down im Juni, wenn die Teams in verschiedenen Startklassen und Altersgruppen mit ihren „Lichtfressern“ bei den Vor- und Finalläufen gegeneinander antreten. Die Schnellsten werden auf der 2x 10 Meter-Bahn ermittelt, die Kreativsten führen ihre originell oder witzig gestalteten Sonnenmobile einer Jury vor, während sich die Solarboot-Bauer auf einer Wasserbahn messen. „Teilnehmerzahl und Begeisterung  nehmen von Jahr zu Jahr zu.“ berichtet der Initiator, Werner Kiwitt von artefact. Dazu haben sicherlich auch die Erfolge  der Landesbesten bei den Deutschen Meisterschaften beigetragen: so rasten zwei dreizehnjährigen Mädchen aus Hohenwestedt mit ihrem Solarflitzer „Herby Ella“  im SolarMobil-Finale in Karlsruhe bis zur Vizemeisterschaft. „Da sind wir gespannt, wer unsere Pokalsieger in diesem Jahr herausfordern kann!“ Wer sich früh anmeldet, hat umso mehr Zeit zum experimentieren, denn das Solarcup-Finale um die Landespokale findet am 19. Juni statt. Weitere Informationen unter Veranstaltungen » solarcup und auf der „New Energy“ in Husum.

 

Alex Tumuhairwe (vorne) mit Mramba Kiwelu beim Schichtwechsel an einer Solaranlage10.02.2016

Verstärkung vom Kilimandjaro bei artefact

Das war zum Einstieg nicht nur ein Kulturschock: auch bei den Temperaturen gab es von einem auf den anderen Tag einen Unterschied von 35 Grad, als Mramba Noel Kiwelu Ende Januar seinen Einsatz im Glücksburger artefact-Zentrum aufnahm. Ein Jahr lang wird der achtundzwanzigjährige Computerfachmann aus Tansania in dem Bildungszentrum an der Flensburger Förde als Freiwilliger mitarbeiten.

Gleich am ersten Tag bedeutete dies das Freilegen von Solarzellen vom reichlich gefallenen Neuschnee, in das er noch von seinem Vorgänger, Alex Tumuhairwe aus Uganda, eingearbeitet wurde.

Der junge Mann aus Tansania kommt über das Austauschprogramm von "weltwärts" nach Deutschland, mit dem alljährlich etwa 50 junge Deutsche bei artefact für ein Jahr als "solar volunteers" in Ostafrika vorbereitet und betreut werden. "Wir freuen uns, dass "weltwärts" keine Einbahnstraße mehr ist und wir in diesem Jahr nun zehn Freiwilligen  aus dem Umfeld unserer Partnerorganisationen die Gelegenheit geben können, bei verschiedenen Einsatzstellen in Schleswig-Holstein ihre Erfahrungen und anderen Blickwinkel einzubringen." meint dazu Werner Kiwitt von artefact. Vorgänger Alex Tumuhairwe, der inzwischen wieder im heimischen Rukararwe angekommen ist, ist dabei eine echte Herausforderung für seinen Nachfolger Mramba: auch bei Eis und Schnee kam er stets mit dem Fahrrad zur Arbeit, ohne während des gesamten Jahres auch nur einen einzigen Tag krank zu sein. Mramba Kiwelu, der am Fuße des Kilimandjaro groß geworden ist und schon von kleinauf in der Ferne die dramatisch schwindende Schneehaube auf Afrikas größtem Berg beobachten konnte, freut sich aber auch auf den Sommer, um  bei artefact mehr über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Solarenergie zu lernen - dann ohne Schnee kehren.

 

01.02.2016

Jahresrückblick 2015
und Ausblick 2016

"Mit viel Energie für ein gutes Klima" - so überschreibt das Flensburger Tageblatt einen Artikel zur Gründung des früheren artefact e.V. vor mittlerweile fast 30 Jahren. Viel hat sich seitdem getan und trotz aller Klimagipfel wird die Herausforderung nicht einfacher.. - wir bleiben dran!

Das neue Jahr ist nicht mehr ganz frisch, der Alltag hat auch mich nach einem intensiven vierwöchigen Aufenthalt im westafrikanischen Liberia längst wieder im Griff; dennoch möchte ich Ihnen /euch einen Rück- und Ausblick auf die Aktivitäten und Veränderungen rund um das Zentrum für nachhaltige Entwicklung nicht vorenthalten.

Bei im Wesentlichen gleicher Mitarbeiterzahl gab es 2015 eine Neuerung bei unseren Freiwilligen: parallel zum Aufbau unseres Freiwilligenprogramms „solivol“ für junge Deutsche in Ostafrika war es uns ein Anliegen, auch ein Reverseprogramm  für Freiwillige aus dem Süden hier bei uns auf den Weg zu bringen. Sechs Freiwillige aus Tansania und Uganda wurden von uns 2015 in verschiedene Einsatzstellen in Schleswig-Holstein vermittelt, darunter mit Alex Tumuhairwe aus Rukararwe/Uganda auch ein Freiwilliger hier bei uns in Glücksburg. Erst in der letzten Woche fand das Abschlusseminar für diesen ersten Jahrgang statt und brachte viele unerwartete aber zumeist positive Rückmeldungen auf den Punkt. Die ersten sechs von zehn Freiwilligen für das Jahr 2016 sind bereits in ihren Einsatzstellen, darunter der artefact-Freiwillige Kiwelu aus Tansania, der nun von seinen fünf deutschen und französischen Co- FÖJlern in die Gebräuche und Wetterkapriolen im echten Norden eingeführt wird.
Willkommen im Team!

Bildung für globales Lernen

Bei den Projekttagen für Schulen und andere Gruppen macht sich weiter der demographische Wandel bemerkbar. Bei den interkulturellen Projekttagsthemen konzentrierte sich das Interesse vor Allem auf „Wie leben Kinder in Afrika?“, zu dem Alex afrikanische Spiele einbringen konnte; neben „Wie kommt die Sonne in die Steckdose?“ hatte Kollege Thomas Rothenberg wieder verstärkt Projekttage zum Thema Windenergie und zu betreuen.  Power-Rallyes plus Mittagessen wurden erstmals in einer Woche von gleich sechs Schulklassen gebucht, nach dem  Probelauf im letzten Jahr nun auch schon für 2016. Vom Rendsburger Gymnasium für erneuerbare Energien kamen zwei Schulklassen konsequent per Fahrrad zu Powerpark-Rallye, Workshop und Übernachtung.

Auch im siebten Jahr war es uns gelungen, erneut die Finanzierung des Landes-Solarcup auf die Beine zu stellen. Neben Unterstützern aus früheren Jahren wie der Nospa, gp joule und Fecon gelang es, mit V+R Bank Niebüll, Nordgroon und  Wattmanufactur auch neue Sponsoren zu gewinnen und mit 56 Teams tolle Solarboot- und autorennen sowie Posterpräsentationen zu erleben. Die Informations- und Werbestände für Solarcup und unsere Jugendbildung führte uns 2015 nicht nur zu den bisherigen  Orten wie New Energy Husum, Gottorfer Landmarkt, Ostergaard und Uni Flensburg, sondern gleich zweimal für 2 Tage nach Lübeck sowie zum Mobilitätsmarkt nach Kiel. Für 2016 ist bereits zusätzlich ein Wochenende bei der NDR LAndpartie in Rendsburg eingeplant.
Aus den letztjährigen Solarcupsiegern gingen nicht nur mehrere SolarMobil-Teilnehmerteams hervor, sondern beim Bundesfinale in Karlsruhe auch ein Vizemeistertitel durch zwei zwölfjährige Mädchen aus Hohenwestedt. Herzlichen Glückwunsch! Wir hoffen, dass uns auch 2016 die Sponsoren die Treue halten, um euch im Juni als Titelverteidigerinnen begrüßen zu können!

Die fünfte  elektro-mobile  Tour de Flens legten wir auf das September-Wochenende mit dem Auftakt zum bundesweiten Klimapilgerweg nach Paris. So erlebten die Elektrofahrzeug-Pioniere neben dem Start bei den Sonderborger Versorgungswerken und spannenden Führungen in Laboren und auf dem Dach der Universität Sonderborg, an Biogasanlagen und Sylphie-Feldern auch die Ankunft von Clima sail- Segelbooten am Flensburger Hafen und am nächsten Tag den Auftakt der Wanderer  am Flensburger Südermarkt. Unsere „Glücksburger Gespräche“ drehten sich im Vorfeld um das Thema Windenergie für Wasserstoff versus Elektrofahrzeuge mit Windpionier Reinhard Christiansen als Impulsredner. Die Tour wurde unterstützt von EKSH, den Stadtwerken Flensburg, gp-joule  sowie der Flensburger Brauerei und Elektro-Obernauer. Eine Dokumentation der Tour kann eingesehen werden.

Das Energiestrategiespiel  „Changing the Game -Energie deiner Zukunft -Zukunft deiner Energie“ wurde von dem Kollegen Thomas Rothenberg neben einigen Workshops in Deutschland erstmals für Multiplikatoren in Österreich durchgeführt. Weitere Infos für an einem Workshop oder Multiplikatorenschulung Interessierte auf unserer homepage.

Nach Ostafrika mit solivol

Nach mehreren Jahren des Wachstums bei Freiwilligenzahlen und Mitarbeiterstellen wurde im letzten Jahr bei leicht rückläufigen Teilnehmerzahlen ein Konsolidierungsprozess eingeleitet, während wir mit dem Reverseprogramm für Arfikaner in Schleswig-Holstein erfolgreich Neuland betraten. Zusätzlich zu den zahlreichen Vor- und Nachbereitungsseminaren fand im Frühsommer ein „generationsübergreifendes“ Rückkehrer-Zeltlager mit Impulsen für die „Bildungsarbeit danach!“ statt.
Wir konzentrieren uns weiterhin auf Einsatzstellen in sieben Ländern Ostafrikas: Äthiopien, Kenya, Uganda, Tansania, Ruanda, Malawi und Sambia. Bewerbungen für i.d.R.einjährige Aufenthalten sind für Sommer, Herbst und Winter 2016 noch erwünscht: unter solivol.org finden Sie Projektbeispiele und weitere Informationen.

Erwachsenenbildung

Aufgrund eines früheren Fachseminars für chinesische Windenergie-Mutiplikatoren wurde ich selber im April eingeladen, um mit einer Delegation unter der Führung des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Hangzhou und Shanghai zu besuchen. Auch wenn sich noch keine unmittelbaren Seminare daraus ergeben haben, so sammelte ich doch viele neue Kontakte und Anregungen etwa für schulisch-touristische Projekte. Als Folge eines früheren Seminars für indonesische Vertreter führte ich im letzten Herbst ein Seminar für das indonesische Fischereiministerium durch.
Während der Markt für Solarfachberaterkurse in Deutschland weiter am Boden lag, entwickelte sich eine Initiative zur Verbreitung energieeffizienter Herde erfreulich: mit aus Südafrika importierten Montagesätzen für Pyrolyse-Herde und entwicklungspolitischen Fachleuten und Koreferenten  konnten gleich mehrere Workshops zu Einsatz und Bau von Lehm- und Metallherden für Gäste aus dem Süden und Akteure der Nord-Süd-Arbeit durchgeführt werden. Eine Fortsetzung mit zusätzlicxhen Schwerpunkten wie Holzkohlenutzung für terra preta ist in Planung.
Erstmals führten wir einen einwöchigen Workshop zum Bau einer Kleinwindkraftanlage durch, den eine amerikanische Organisation in Auftrag gegeben hatte. Tagelang wurde im Sommer geschweisst, gefeilt und verharzt, bis die Studierenden stolz ihre scoraig- Mühle in Betrieb und mit nach Kopenhagen nehmen konnten.
Mehrtägige Seminare zum Thema Energiewende in Schleswig-Holstein und Dänemark wurden für das Internat Birklehof und Studenten der katholischen Universität Eichstätt Erfreulich waren  weitere Synergieeffekte mit dem Gästehaus: so hatten wir mehrere Gruppen von Studierenden  der Universitäten Flensburg, Kiel und Berlin und Doktoranden aus dem Baltikum über Geomar in Kiel zu Gast, die gern eine Führung durch das Zentrum in Anspruch nahmen. Dazu gehörte natürlich auch das bei uns abgerundete Alumni-Treffen des Studiengangs Energy and Environmental Management, der vor 25 Jahren als Untermieter und siamesischer Zwilling von artefact unter dem Namen  „artes“ an den Start ging: frühere KommilitonInnen sind inzwischen als Multiplikatoren, Direktoren oder Minister in ihren Heimatländern für ihre Energiewende zuständig.

Gästehaus

Externe Seminargruppen wie oben, FÖJ-Seminare und unsere Eigenveranstaltungen zur Vor- und Nachbereitung für Ostafrika  waren auch 2015 wichtig  für die Auslastung des Gästehauses, doch auch Klassenfahrten, Sportfreizeiten, Familienfeiern und in den Ferienzeiten Urlauber und Triathleten bilden ein wichtiges Rückgrat für eine bis auf die Wintermonate erfreuliche Auslastung. Umso mehr freuen wir uns, wenn in den Wintermonaten Kirchengemeinden und Verbände Klausurtagungen durchführen oder Unternehmen wie proclima Fortbildungen zu ökologischem Bauen in unseren Räumlichkeiten anbieten.
Dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen an Flachdächern und der Gewölbefassade sind für  die auslastungsschwache Zeit der nächsten Februarwochen geplant.

Gelände

Der „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“ wurde im Sommer mit Unterstützung von zwei internationalen SCI-Workcamps komplettiert: unter Anderem wurde das Dach der Solarküche begrünt, ein Solarkocher in Betrieb genommen. Außerdem wurde eine Zwischendecke im Sonnenhaus mit am Strand gesammeltem und getrocknetem Seegras gedämmt - wie beim Gästehausbau vor 26 Jahren. Inzwischen hat die Idee gewerbliche Nachahmer in der Region gefunden!
Weitere Arbeiten wie Aufbau  von Kleinwind-Demo-Anlagen konnten noch nicht in Angriff genommen werden, weil sich die Genehmigung des Bebauungsplans durch die Gemeinde aufgrund von diversen Änderungswünschen wie alternative Oberflächenentwässerung um ein weiteres Jahr verzögerte.
Verschiedene mehrfach hinausgezögerte Maßnahmen  sollen nach Abschluss des Verfahrens zügig auf den Weg gebracht werden.

Der Powerpark

Die Erschließung benachbarter Neubaugebiete auf der Bremsbergallee war im vergangenen Jahr eine erhebliche Beeinträchtigung für Gästehaus- wie Powerparkbesucher. Vor Allem Spontanbesucher wurden durch Schlammpisten und zeitweise Sperrungen abgeschreckt. Doch nun ist die Straßendecke - hoffentlich inklusive aller langfristig benötigter Rohre und Kabel - wieder geschlossen und fast ohne Einschränkung passierbar.

Eine zusätzliche Attraktion für die Powerpark-Gäste war in den Sommermonaten eine Wanderausstellung zum Klimawandel, die wir vom Verein WissenLeben e.V. ausleihen und mit einem Impulsvortrag von Dr. Maiken Winter eröffnen konnten. Für Schulklassen und die intenationalen Workcamp- Teilnehmer konnte dazu mithilfe unserer engagierten Praktikantin Pia Heinen ein spezielles Klima-Quiz gleich in deutsch und englisch angeboten werden.
Die Instandhaltung  und Reparatur bestehender Stationen durch unsere Mitarbeiter sowie die Workcamp-Freiwilligen stand im Zentrum der Powerpark-Arbeiten, da Neues aus o.g. Gründen nicht begonnen werden konnte. Doch auch die Erneuerung von Pavillon-Dachrinnen und Ähnliches bot reichlich Arbeit. Rolf Gellweiler bringt als neuer Teilzeit-Mitarbeiter  wertvolle Erfahrungen für technische Details ein.
Konkret soll im neuen Jahr die Lärmschutzwand zu einem Eckgebäude als Geo-Klima-Infohaus ausgebaut werden. Ein begehbarer Energiewürfel und weitere Infotafeln und  Stationen zu klimarelevanten Lebensbereichen und Handlungsfeldern sollen den Klima-Parcours komplettieren, für den von der Bingo -Lotterie Zuschüsse bewilligt wurden. Das wird in diesem Jahr viel Arbeitszeit binden!

 

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