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Aus der Presse 2017

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10.05.2017 | Flensburger Tageblatt

Energiewissenschaften: Solarautos statt Excel-Tabellen

21 Erstsemester mit überraschenden Erkenntnissen beim Wochenendseminar im Glücksburger Artefact-Zentrum.

Bei artefact: Präsentation der Lichtflitzer durch die EWI-Erstis. Foto: sh:z„Das macht mehr Spaß als BWL zu pauken“ – darin waren sich die 21 Erstsemester einig, die ein Wochenendseminar im Glücksburger Artefact-Zentrum verbracht haben. Statt Excel-Tabellen zu Börsenstrom-Preisen standen konkrete Projektberichte und Firmenporträts, zum Teil von ehemaligen Studenten, an, ein Praxis-Workshop im Solarauto-Bau und der Austausch mit acht Studenten höherer Semester des Studiengangs Energiewissenschaften (EWI), die das Wochenendprogramm zum wiederholten Mal organisiert hatten.

Als die Studiengänge Energie- und Umweltmanagement, Regenerative Energietechnik und Elektrotechnik noch parallel an der damaligen Fachhochschule Flensburg existierten, war aufgefallen, dass besonders in den eher theorielastigen Grundsemestern die Abbrecherquote hoch war.

Aus der Fachschaft kam die Idee, dass ehemalige Studenten ihre Erfahrungen mit Studieninhalten aus dem Blickwinkel ihrer Berufspraxis einbringen. Der Förderverein ehemaliger FH-Studenten konnte ebenso zur Unterstützung gewonnen werden wie das Zentrum für nachhaltige Entwicklung Artefact als Veranstaltungsort. Die Idee kam so gut an, dass nun alljährlich frühere Erstsemester selbst als Teamer das Programm oder das Küchenmanagement planen.

Schon gesetzt im Programmablauf ist dabei stets eine Führung durch das Artefact-Zentrum, das selbst vor 30 Jahren aus der Initiative von Dozenten und Studenten der damaligen Pädagogischen Hochschule Flensburg heraus entstand und nach wie vor von vielen Studiengängen für Praktika und Exkursionen genutzt wird.

Welche beruflichen Perspektiven sich den zukünftigen Energiewissenschaftlern bieten, zeigen die Vorträge, die an den beiden Tagen gehalten werden. Die referierenden Projektmanager von Stadtwerken oder Windkraftfirmen sind in vielen Fällen ehemalige Studenten, die aus der Praxis berichten.

Diesmal brachten die Firmen WKN, GP JOULE und Bilfinger ihr Wissen und auch einen Zuschuss zur Finanzierung der Veranstaltung ein.

Ein weiteres Highlight des Wochenendes war wie schon früher ein Workshop zum Bau kleiner Solarautos. „Auch für uns ist dieser Workshop immer wieder ein Motivationsschub, sehen wir doch, dass Engagement ansteckend sein kann und dass diejenigen, die sich hier einbringen, auch anderweitig Erfolg haben“, freute sich Werner Kiwitt von Artefact. Er war vor 25 Jahren selbst über das Studium angepasster ländlicher Technologien an der damaligen PH nach Flensburg gekommen.

 

 

02.05.2017 | Flensburger Tageblatt

E-Mobilität kommt auf Touren

Veranstalter melden Teilnehmerrekord und gute Laune bei der 6. Tour de Flens.

Zwischenstop an der Enerparc-PhotovoltaikanlageMit 50 Elektro-Autos und Motorrädern aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz und mehr als achtzig Passagieren wurde bei der Tour de Flens 2017 nicht nur quantitativ ein neuer Teilnahmerekord erreicht, auch die Palette der Fahrzeuge und Mitwirkenden war einzigartig. Im elektrischen Serien-BMW war Mitfahren ebenso erwünscht wie in selbst umgerüsteten Golf, Porsche 911 und fünfzehn weiteren Fahrzeug-Typen. Trotzdem mussten aufgrund deutlich erhöhter Akku-Kapazitäten weniger Fahrzeuge beim Start in Sonderburg und bei der Ankunft in Glücksburg geladen werden als noch vor einigen Jahren. „Wir brauchen eine Energiewende auch im Verkehrsbereich, und hier sehen wir, dass sie technisch möglich ist, wenn wir wollen“, waren sich der Geschäftsführer von Project Zero Sonderburg, Peter Rathje, und Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck bei ihren Grußworten einig.

Begrüßt wurde das Teilnehmerfeld bei Sonderburg Forsyning, den Sonderburger Versorgungsbetrieben, zudem von den kommunalen Spitzen aller beteiligten Städte: Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und die Bürgervorsteherin Dagmar Jonas aus Glücksburg freuten sich gemeinsam über das Grenzen überwindende Event, das zu einem fruchtbaren Wettbewerb der Ideen geworden ist, wie Werner Kiwitt, Geschäftsführer der Artefact gGmbH für globales Lernen und lokales Handeln und Initiator der Tour de Flens, betonte: „Der Austausch untereinander soll zu besser abgestimmten Initiativen etwa bei Ladesäulen beitragen, aber auch zu besserer Akzeptanz und Bürgerbeteiligung.“ So luden Dorpsmobil-Gründer aus Klixbüll und Sprakebüll ebenso zur Mitfahrt ein wie Ferienhausbetreiber aus Gelting und Nordstrand, die erfolgreich E-Fahrzeuge an Urlaubsgäste vermieten.

Blick über die Förde bei bestem Sonnenwetter: Tour-Stopp auf der Glücksburger Promenade in Sandwig.Der mit bunten Wimpeln ausgestattete Fahrzeug-Konvoi von mehreren hundert Metern sorgte bei der Fahrt durch die Innenstädte ebenso für Aufsehen wie an den Zwischenstopps wie der Dübbeler Windmühle und bei Annie und Fjordperle in Sonderhav, wo ein lukullischer Hotdog-Vergleich anstand. Beim nächsten Stopp in Pattburg erfuhren die Teilnehmer von Bjarne Hermansen, wie die dortige Wärmegenossenschaft seit einem Jahr ein Solarkollektorfeld von der Größe dreier Fußballfelder betreibt, um hunderte Haushalte im Sommerhalbjahr mit Warmwasser zu versorgen.

Am Citti-Park Flensburg wurde der Konvoi bereits beim E-Mobilitätsmarkt von Henning Brüggemann, dem Flensburger Klimapakt-Vorsitzenden, und von der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack erwartet. Drei Tage lang stellten dort Autohäuser neueste E-Fahrzeuge aus und luden zu Probefahrten ein.

Die nächste Etappe führte bei bestem Frühlingswetter zur Glücksburger Promenade in Sandwig. Das Strandhotel hatte dort zwei Ladesäulen für Tesla und andere E-Fahrzeuge in Betrieb genommen, was nicht nur Felix Callsen-Bracker von „gp joule“ in einem von fünf mitfahrenden Teslas erfreute, sondern auch Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold, die kurz auf die Förderprogramme des Landes und des Bundes zu öffentlichen Ladesäulen einging.

Der nächste Zwischenstopp war auch für Insider Neuland: Ralf Naumann von „Enerparc“ stellte den Teilnehmern die große Photovoltaik-Anlage vor, die seit 2016 auf einem ehemaligen Deponie-Standort hinter dem städtischen Bauhof der Ostseestadt in Betrieb ist. Abschließend konnte Werner Kiwitt zusammen mit Jan Obernauer aus Ladelund eine weitere Ladesäule auf dem Artefact-Gelände einweihen, die mit 22 KW und Typ- 2-Stecker eine willkommene Ergänzung zu der ersten Ladesäule ist, die bereits vor zehn Jahren für die Übernachtungs- und Tagesgäste installiert wurde. In diesem Sommer steht den Artefact-Gästen auch erstmals ein elektrisches Leihfahrzeug zur Verfügung.

Mit „Skol“ und „Prost“ wurde der fachliche Austausch beim Aftertour-Flens am Grill und mit musikalischer Begleitung des Liedermachers Richardt Nielsen fortgesetzt, bis mit aufgeladenen Akkus der Heimweg angetreten werden konnte. Erfahrene und Erstmals-E-Fahrer waren sich einig, dass die Elektromobilität kurz vor dem Durchbruch steht. Ideen und Ziele für die nächste Tour werden schon gesammelt.

 

11.01.2017 | Flensburger Tageblatt

Afrikaner nehmen Abschied von Deutschland

Zehn Freiwillige des Programms „weltwärts“ haben ein Jahr in Schleswig-Holstein verbracht.

Die Stimmung zum Abschied war gelöst. Unter der Holzkuppel des Großraums von „artefact“, Veranstaltungsort ökologischer Projekte, wurde der einjährige Aufenthalt von zehn afrikanischen Freiwilligen in Schleswig-Holstein feierlich beendet. Das Programm, an dem sie teilgenommen hatten, heißt „weltwärts“ und wird von der Bundesregierung gesponsert. Es gibt jungen Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, die Möglichkeit weitreichende „globale“ Erfahrungen zu machen. „artefact“ übernimmt die Koordination für Schleswig-Holstein und zwar in beide Richtungen: für Deutsche, die nach Afrika gehen und für Lockeres Beisammensein an deutsch-afrikanischer Kaffeetafel: (v. l.) Najjiba Katesi, Jutta Petersen-Böhm, („artefact“), Joyce Nabirye, Silke Hansen (evangelische Kita Kronshagen), Diana Nabwami. (Foto: Ch)Afrikaner, die nach Deutschland kommen. Pro Jahr gibt es insgesamt 50 Teilnehmer, sagte Koordinator Frank Lüschow. 17 neue Teilnehmer aus Afrika kommen bereits im Februar nach Schleswig-Holstein.

Vor den zahlreichen Präsentationen über den zurückliegenden Aufenthalt gab es deutschen Kaffee und afrikanischen Tee, der nach viel warmer Milch schmeckte. Einige Freiwillige waren in Begleitung ihrer deutschen Arbeitskollegen gekommen, Mitarbeiter von Kindergärten, Behindertenwohnheimen, Migrationsbüros. Jeder „Volunteer“ erhielt eine Urkunde.

Den Anfang empfanden alle als hart. Die fremde Kultur, die Kälte und die Verständigungsprobleme – „ohne die Gruppe würden sie eingehen“, fasst es Lüschow zusammen. Najjiba Katesi (28) musste zusätzlich damit klarkommen, dass sie ihre große Liebe in Uganda zurückließ. Jean de la Paix Murinaa (28) lebte in einem Haushalt mit sechs Katzen. In seiner Heimat Ruanda leben Katzen auf der Straße, hier saßen sie auf seinem Bett. Trotz einjährigem Aufenthalt in Deutschland bevorzugten alle Afrikaner die englische Sprache für ihre Präsentationen. An den Tischen war aber auch fließend deutsch zu hören.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten haben alle schöne Erfahrungen gemacht: Mramba Kiwelu schwärmt vom Reggae-Festival in Köln, Najjiba Katesi von ihrer Hamburger Hafen-Rundfahrt. Solomon Njau hat deutsches Imkerhandwerk auf einem Jugendbauernhof in Kiel erlernt und möchte es zu Hause in Tansania einführen. „Schutzkleidung statt Räuchern. Das ist für die Bienen schonender.“ Najjiba ist angetan von dem Behinderten-Wohnheim in Oldenburg/Holstein, in dem sie gearbeitet hat. Eine gute Sache, findet sie so ein Heim. Etwas, das es in ihrer Heimat nicht gibt. Behinderte leben dort in ihren Familien, was oft eine große Belastung sei. „Es gibt sicherlich manches, was man an einer fremden Kultur gut findet. Die Frage, die man sich stellen muss: Passt es auch in mein Land?“, regte Bürgervorsteherin Dagmar Jonas an. Sie war als Repräsentantin der Stadt gekommen, um zu betonen, dass man in Glücksburg froh sei, „dass es artefact gibt“.

Werner Kiwitt von „artefact“ bedauerte, dass an dem Projekt keine Firmen teilnehmen dürfen. „Einige afrikanische Freiwillige wären an einer Beschäftigung im Bereich der Solarenergie oder am Reetdach-Bau interessiert.“ Aber die teilnehmenden Arbeitgeber müssten nun einmal einen gemeinnützigen Träger haben. Das sei Bedingung.

Bei „artefact“ stehen erhebliche Baumaßnahmen an, verriet Kiwitt. Das Hauptgebäude von 1993/94 brauche eine Dachsanierung, möglichst mit Solar. Auch das 1995 eröffnete Gästehaus bedürfe „in puncto energetische Modernisierung erheblicher Maßnahmen“. Diese wolle man vorbildlich angehen: „Auch in Zeiten weiterentwickelter Vorschriften wollen wir uns als Pionier zeigen.“