artefact gGmbH Glücksburg (Ostsee)
Globales Lernen und lokales Handeln
Powerpark - Energie-Erlebnis-Park an der OstseePowerpark
ökologischer Familienurlaub/Klassenfahrt an der OstseeGästehaus
Projekttage - Globales Lernen - lokales HandelnGlobales Lernen
Erwachsenenbildung - Veranstaltungen - SolarschuleErwachsenenbildung

Jahresrückblicke

2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009

 

Jahresrückblick 2016
und Ausblick 2017

was für ein Jahr!

Vor Jahresfrist war die Öffentlichkeit geschockt von Anschlägen in Paris und Nigeria, kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und der Ukraine. Seitdem scheint sich die Spirale der Gewalt fast überall nur noch schneller zu drehen, wird an scheinbaren Selbstverständlichkeiten wie der Europäischen Gemeinschaft gerüttelt. Man scheint  schon erleichtert, wenn rechtsradikale Populisten bei Wahlen nicht gleich  absolute Mehrheiten gewinnen. Von Fluchtursachen wird nun zwar geredet, und doch gleichzeitig durch das Ankurbeln von quantitativem Wachstum, weihnachtlichem Konsum-Overkill und Ressourcenverbrauch alles getan, um die Fluchtursache  Klimawandel noch zu beschleunigen.
Dabei wird anderswo gleichzeitig das zarte Pflänzlein Energiewende, vor 30 Jahren hier (ebenso wie wir ) noch müde belächelt,  zum mainstream und beweist längst, dass es auch ganz anders geht. Auch in diesem vergangenen Jahr kamen Seminargruppen und Einzelbesucher aus ca 50 Ländern zu artefact, um von unseren Erfahrungen in Schleswig-Holstein und Dänemark zu lernen: wie kann längst reichlich vorhandener Windstrom intelligent  genutzt, umgewandelt, gespeichert werden, wenn der Netzausbau weiterhin verschleppt wird?. Das macht auch uns Mut!

Was hat sich konkret bei uns in Glücksburg getan?

Im Gästehaus, unserem wirtschaftlichen Rückgrad, hatten wir 2016 einen erfreulichen Zuwachs an Gästen und Übernachtungen.
Dazu trugen leichte Steigerungen bei fast allen Zielgruppen von Schulklassen bis zu Urlaubern bei, aber auch zusätzliche Gäste wie gleich zwei Seminargruppen des deutsch-französischen Jugendwerks.  Nach mehrjähriger Pause kam auch wieder ein Bildungsurlaub der Nordkirche zum Thema Klima und Energie“ zustande.
Schon zum zweitenmal hatten wir amerikanische Ingenieur-StudentInnen bei uns, um während einer Woche eine Kleinst-Windkraftanlage zu bauen.
Unser letztjähriger Einstieg in eine Serie von Workshops zum Bau energieeeffizienter Pyrolyse-Herde konnte mit einem Wochenendseminar und maßgeschneiderten Workhops für Gruppen aus Kenia und Tansania fortgesetzt und erst einmal abgeschlossen werden: für weitere Interessierte haben wir  noch ZamaZama- Herdbausätze und unser neu angelegtes terra preta-Beet in Reserve. Die Fortführung dieses Engagements ist  mir auch ein kleines Stück Trauerarbeit im Gedenken an unsere Teilnehmerin, Freundin und engagierte Mitstreiterin beim Bündnis Eine Welt und den „sisters“, Dela, die vor wenigen Wochen auf tragische Weise um´s Leben kam.

Bei der internationalen Erwachsenenbildung fiel im Oktober ein erstmaliger zweiwöchiger Workshop mit dem Schwerpunkt  Technologietransfer im Bereich Windenergie für chilenische Ingenieure aus dem Rahmen. Begleitende Fachexkursionen zu Firmen wie solarnova, gp joule, fecon, nordgroon, Senvion, ArgeNetz, BZEE und anderen Marktführern führten den Teilnehmern vor Augen,  wie viel regeneratives Know how, wie viele Arbeitsplätze in den letzten Jahrzehnten in der Region aufgebaut wurden. Bei der Wochenendwerkstatt Windenergie kamen studentische Teams von fünf Hochschulen bei uns zusammen,  um sich im Wettbewerb als Projektmanager zu versuchen. Nachdem Moderator Thomas Rothenberg schon mehrfach aus Österreich für die Durchführung von Workshops zum Energiestrategiespiel „Changing the Game“ angerfragt worden war,  kann nun ein deutschsprachiger Spielekoffer dauerhaft im Alpenvorland platziert werden.

weltwärts Nord-Süd und Süd-Nord

Die Zahl der Freiwilligen, die wir innerhalb eines Jahres für meist einjährige Einsätze bei Partnerprojekten  in Ostafrika vorbereiten und betreuen, war zuletzt rückläufig und pendelt sich bei deutlich unter 50 ein, sodass wir in dem Bereich wieder eine Stelle einsparen mussten. Bewerbungen für „solivol“ sind also sehr willkommen!
Parallel dazu hat sich der Süd-Nord - Austausch stabilisiert: nunmehr zehn Freiwillige aus Ruanda, Uganda und Tansania werden in wenigen Wochen ihr freiwilliges Jahr in Schleswig-Holstein abschließen und im Februar Nachfolger bekommen.

Jugendbildung

Während die Zahl der Projekttage zu interkulturellen Themen und den „Klassikern“ wie Lehmbau leicht rückläufig war, nimmt das Interesse an den Energiethemen und insbesondere unserem Landeswettbewerb „Solarcup“ weiter zu. Mit unserer Demo-Solarbahn waren wir bei etlichen Lehrerfortbildungen, Messen  und Märkten zwischen Niebüll, Sonderborg und Rendsburg im Einsatz und konnten mit mehr als 50 Team-Anmeldungen  am 19.Juni spannende Finalläufe
durchführen. Auch bundesweit machten wir eine gute Figur und konnten mit dem Team Helios 4 aus Hohenwestedt beim Bundesfinale in Wolfsburg die Deutschen Meisterinnen in der Ultraleichtklasse bejubeln. Ein Wermutstropfen war das diesjährige Defizit in der Finanzierung, da der Einbruch in der Solarbranche auch bei unseren Sponsoren Wirkung zeigte. Wir hoffen auf zusätzliche Unterstützer für den Solarcup ´17, um auch den neunten Landespokal realisieren zu können. Als Titelverteidiger dürfen wir beim SolarMobil Deutschland im September 17 in Bremen, der erstmals mit maritimen Motiven /Schiffe, Leuchttürme,..) bestritten werden soll, einfach nicht fehlen! Doch nochmal können wir keine €  5000,-  zusetzen! Wer Tips und passende Kontakte hat,  möge sich gern an mich wenden...

Nachhaltigkeits-Trainee Schleswig-Holstein

Für engagierte älter Schüler besteht seit diesem Schuljahr erstmals die Möglichkeit, an einem im hohen Norden ganz neuen Qualifizierungsprojekt teilzunehmen: zusammen mit Unternehmensgruen  aus Berlin haben wir die ersten Schülerteams mit passenden Betrieben verkuppelt, um ein Schuljahr lang zusammenzuarbeiten. Ob ökologische Tischlerei, Recyclingpapierhersteller oder Klimamanager -mindestens sieben Teams und Betriebe haben sich bereits gefunden  und werden von uns dank der Unterstützung durch die Bingo Projektförderung parallel durch Workshops gecoacht. Wir hoffen, das Projekt im Sommer mit zusätzlichen Teams weiterführen zu können.

Machbarkeitsstudie zu Lade-Infrastruktur

Nach fünfjähriger Durchführung der elektromobilen „Tour de Flens“  haben wir in Sommer mit einer Studie zur Verbesserung und Synchronisierung der Ladestationen im Raum Flensburger Förde begonnen: immer offensichtlicher wurde die Diskrepanz zwischen politisch geäußertenSoll-Zahlen für Elektrofahrzeuge und der Konzeptlosigkeit in der Markteinführung.  Mit finanzieller Unterstützung der EKSH ist Thomas Neumann derzeit unter Vertrag, um Makrostandorte festzulegen und Betreiber  und Betriebskonzepte auf eine überschaubare Zahl von Nennern zu bringen. Im Frühjahr werden gemeinsam mit Kooperationspartnern dazu Informationsveranstaltungen durchgeführt inklusive einem Elektromobilitätsmarkt und der dann sechsten „Tour de Flens“ am ersten Mai-Wochenende.

Powerpark und Gelände

Fast fertig ist dank der Unterstützung vieler SCI-Workcamps  der „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“ im Naturerlebnisraum: hier können nun Konfirmandenfreizeiten oder Klassenfahrten mit Solarduschen, Solarküche und Komposttoilette und russischem Mannschaftszelt lernen, mit begrenzten Resourcen gruppendynamisch zu wirtschaften...
Nach mehreren Jahren langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren können wir 2017 endlich einige größere Maßnahmen auf dem Gelände realisieren.
Das Geo-Klimahaus mit Zeitleiste wird im kommenden Frühjahr und Sommer mit externen Firmen und ehrenamtlichem Engagement aufgebaut, nachdem die Betonfundamente noch im Herbst gegossen werden konnten.
Eine Oberflächenwasserleitung  und zwei zusätzliche Speicherbecken sind angelegt worden und sollen 2017 weiter ausgebaut werden, um für die Besucher Wasser als Speichermedium für Windenergie zu verdeutlichen. Andere neue Infotafeln und der runderneuerte Biomassepavillon sollen den Powerpark-Besuchern bereits mit dem nächsten Saisonstart im April ´17  präsentiert werden.
Für den schon länger geplanten Energiewürfel als Teil des Klima-Parcours sind noch Anträge zur Kofinanzierung in Arbeit. Sponsoren und Ideengeber sind auch hierbei willkommen!

Gästehaus

Das 1995 eröffnete Gästehaus bedarf in puncto energetische Modernisierung und Vorbeugung von Bauschäden erheblicher Maßnahmen, da wir zum einen auch in Zeiten weiterentwickelter Bauvorschriften als Pionier zeigen wollen, was  ökologisch, ökonomisch und attraktiv machbar ist; zum anderen sind damals verwendete Dachmaterialien z.T. eher provisorischer Natur gewesen. Heutige und zukünftige statische und brandschutztechnische Anforderungen sind gleichwohl bei jeder Sanierung zu berücksichtigen.
Für die nächsten Monate ist geplant, die Fenster-Tür-Fassaden der vier nubischen Gewölbe größtenteils zu sanieren, sodass sie im Frühjahr bereits wieder komplett nutzbar sind.
Im Anschluss wollen wir gern die der Witterung ausgesetzten Kemperol- und Teerpappenbedachungen des Haupthauses sanieren und begrünen, evtl. den zentralen Kegelbau mit einer Solareindeckung schützen und attraktivieren.
Antragstellungen für Fördermittel sind dazu in Arbeit; gleichwohl werden in jedem Fall erheblich Eigenleistungen  von uns erbracht werden müssen.

Förderverein für globales Lernen und lokales Handeln

Der 2004 gegründete Förderverein hat im Jahr 2016 wieder einen handlungsfähigen Vorstand bekommen, nachdem der langjährige  Schatzmeister und Mitstreiter der ersten Stunde, Gerd Andresen, verstorben war. Um noch besser mit den Entwicklungen und Herausforderungen des Geschäftsbetriebes der gemeinnützigen GmbH vertraut zu werden, hat der Förderverein in diesem Jahr einen Geschäftsanteil erworben und ist somit Teil der Gesellschafterversammlung  geworden. Als Ideen- und  Impulsgeber und auch Unterstützer bei der Kofinanzierung mancher Aktivitäten gibt es zahlreiche Spielräume und Handlungsfelder.
Auch neue aktive oder passive Mitglieder sind  dabei  jederzeit herzlich willkommen!
Ein neuer Flyer kann im Büro angefordert werden. Weitere Informationen gibt es unter Förderverein und beim 1. Vorsitzenden, Jens Paulsen (lehmbauer@web.de).

MitarbeiterInnen

Bei denVollzeit- und Teilzeitkräften und naturgemäß bei den Freiwilligen gab es in diesem Jahr einige Veränderungen: es verließen uns Felma Ehlers, Bernhard Büssenschütt-Höft, Armine Hayrapetan, Cathleen Lieball und Inga Eumann sowie die FÖJ-bzw. BFD-Freiwilligen Lea, Simon, Hannes, Astrid, Antonin und Alex aus Deutschland, Uganda und Frankreich. Dazu kamen im Lauf des Jahres Schady Nazirpour, Thomas Neumann, Mayleen Kammin, Mramba Kiwelu, Alexander Gnärig, Tamara Allgaier und Jorim Kornblüh sowie die vielen Freiwilligen bei den Sommer-Workcamps aus acht Ländern, die wir alljährlich gemeinsam mit dem Service Civil International durchführen.
Allen ehemaligen und neuen MitarbeiterInnen, Freiwilligen und Unterstützern ein herzliches Dankeschön für euer/Ihr Engagement!

Aktueller Veranstaltungskalender

Der derzeitige Stand an Veranstaltungen von und/oder bei uns ist im Anhang zu finden. Weitere Termine sind noch in Arbeit. Unter Veranstaltungen wird regelmäßig aktualisiert.
Viele weitere private oder Gruppenbuchungen sind aber nicht aufgeführt. Wenn Sie selber Interesse haben an einer Gästehausbuchung, ob für ein Seminar oder eine private Feier (üblicherweise kann das Gästehaus komplett zur Selbstversorgung mit Küche und acht Übernachtungszimmern ab mindestens zwei Tage gebucht werden, wenn es sich nicht mit anderen Nutzungen überschneidet), senden Sie uns eine mail!

 

01.02.2016

Jahresrückblick 2015
und Ausblick 2016

"Mit viel Energie für ein gutes Klima" - so überschreibt das Flensburger Tageblatt einen Artikel zur Gründung des früheren artefact e.V. vor mittlerweile fast 30 Jahren. Viel hat sich seitdem getan und trotz aller Klimagipfel wird die Herausforderung nicht einfacher.. - wir bleiben dran!

Das neue Jahr ist nicht mehr ganz frisch, der Alltag hat auch mich nach einem intensiven vierwöchigen Aufenthalt im westafrikanischen Liberia längst wieder im Griff; dennoch möchte ich Ihnen /euch einen Rück- und Ausblick auf die Aktivitäten und Veränderungen rund um das Zentrum für nachhaltige Entwicklung nicht vorenthalten.

Bei im Wesentlichen gleicher Mitarbeiterzahl gab es 2015 eine Neuerung bei unseren Freiwilligen: parallel zum Aufbau unseres Freiwilligenprogramms „solivol“ für junge Deutsche in Ostafrika war es uns ein Anliegen, auch ein Reverseprogramm  für Freiwillige aus dem Süden hier bei uns auf den Weg zu bringen. Sechs Freiwillige aus Tansania und Uganda wurden von uns 2015 in verschiedene Einsatzstellen in Schleswig-Holstein vermittelt, darunter mit Alex Tumuhairwe aus Rukararwe/Uganda auch ein Freiwilliger hier bei uns in Glücksburg. Erst in der letzten Woche fand das Abschlusseminar für diesen ersten Jahrgang statt und brachte viele unerwartete aber zumeist positive Rückmeldungen auf den Punkt. Die ersten sechs von zehn Freiwilligen für das Jahr 2016 sind bereits in ihren Einsatzstellen, darunter der artefact-Freiwillige Kiwelu aus Tansania, der nun von seinen fünf deutschen und französischen Co- FÖJlern in die Gebräuche und Wetterkapriolen im echten Norden eingeführt wird.
Willkommen im Team!

Bildung für globales Lernen

Bei den Projekttagen für Schulen und andere Gruppen macht sich weiter der demographische Wandel bemerkbar. Bei den interkulturellen Projekttagsthemen konzentrierte sich das Interesse vor Allem auf „Wie leben Kinder in Afrika?“, zu dem Alex afrikanische Spiele einbringen konnte; neben „Wie kommt die Sonne in die Steckdose?“ hatte Kollege Thomas Rothenberg wieder verstärkt Projekttage zum Thema Windenergie und zu betreuen.  Power-Rallyes plus Mittagessen wurden erstmals in einer Woche von gleich sechs Schulklassen gebucht, nach dem  Probelauf im letzten Jahr nun auch schon für 2016. Vom Rendsburger Gymnasium für erneuerbare Energien kamen zwei Schulklassen konsequent per Fahrrad zu Powerpark-Rallye, Workshop und Übernachtung.

Auch im siebten Jahr war es uns gelungen, erneut die Finanzierung des Landes-Solarcup auf die Beine zu stellen. Neben Unterstützern aus früheren Jahren wie der Nospa, gp joule und Fecon gelang es, mit V+R Bank Niebüll, Nordgroon und  Wattmanufactur auch neue Sponsoren zu gewinnen und mit 56 Teams tolle Solarboot- und autorennen sowie Posterpräsentationen zu erleben. Die Informations- und Werbestände für Solarcup und unsere Jugendbildung führte uns 2015 nicht nur zu den bisherigen  Orten wie New Energy Husum, Gottorfer Landmarkt, Ostergaard und Uni Flensburg, sondern gleich zweimal für 2 Tage nach Lübeck sowie zum Mobilitätsmarkt nach Kiel. Für 2016 ist bereits zusätzlich ein Wochenende bei der NDR LAndpartie in Rendsburg eingeplant.
Aus den letztjährigen Solarcupsiegern gingen nicht nur mehrere SolarMobil-Teilnehmerteams hervor, sondern beim Bundesfinale in Karlsruhe auch ein Vizemeistertitel durch zwei zwölfjährige Mädchen aus Hohenwestedt. Herzlichen Glückwunsch! Wir hoffen, dass uns auch 2016 die Sponsoren die Treue halten, um euch im Juni als Titelverteidigerinnen begrüßen zu können!

Die fünfte  elektro-mobile  Tour de Flens legten wir auf das September-Wochenende mit dem Auftakt zum bundesweiten Klimapilgerweg nach Paris. So erlebten die Elektrofahrzeug-Pioniere neben dem Start bei den Sonderborger Versorgungswerken und spannenden Führungen in Laboren und auf dem Dach der Universität Sonderborg, an Biogasanlagen und Sylphie-Feldern auch die Ankunft von Clima sail- Segelbooten am Flensburger Hafen und am nächsten Tag den Auftakt der Wanderer  am Flensburger Südermarkt. Unsere „Glücksburger Gespräche“ drehten sich im Vorfeld um das Thema Windenergie für Wasserstoff versus Elektrofahrzeuge mit Windpionier Reinhard Christiansen als Impulsredner. Die Tour wurde unterstützt von EKSH, den Stadtwerken Flensburg, gp-joule  sowie der Flensburger Brauerei und Elektro-Obernauer. Eine Dokumentation der Tour kann eingesehen werden.

Das Energiestrategiespiel  „Changing the Game -Energie deiner Zukunft -Zukunft deiner Energie“ wurde von dem Kollegen Thomas Rothenberg neben einigen Workshops in Deutschland erstmals für Multiplikatoren in Österreich durchgeführt. Weitere Infos für an einem Workshop oder Multiplikatorenschulung Interessierte auf unserer homepage.

Nach Ostafrika mit solivol

Nach mehreren Jahren des Wachstums bei Freiwilligenzahlen und Mitarbeiterstellen wurde im letzten Jahr bei leicht rückläufigen Teilnehmerzahlen ein Konsolidierungsprozess eingeleitet, während wir mit dem Reverseprogramm für Arfikaner in Schleswig-Holstein erfolgreich Neuland betraten. Zusätzlich zu den zahlreichen Vor- und Nachbereitungsseminaren fand im Frühsommer ein „generationsübergreifendes“ Rückkehrer-Zeltlager mit Impulsen für die „Bildungsarbeit danach!“ statt.
Wir konzentrieren uns weiterhin auf Einsatzstellen in sieben Ländern Ostafrikas: Äthiopien, Kenya, Uganda, Tansania, Ruanda, Malawi und Sambia. Bewerbungen für i.d.R.einjährige Aufenthalten sind für Sommer, Herbst und Winter 2016 noch erwünscht: unter solivol.org finden Sie Projektbeispiele und weitere Informationen.

Erwachsenenbildung

Aufgrund eines früheren Fachseminars für chinesische Windenergie-Mutiplikatoren wurde ich selber im April eingeladen, um mit einer Delegation unter der Führung des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Hangzhou und Shanghai zu besuchen. Auch wenn sich noch keine unmittelbaren Seminare daraus ergeben haben, so sammelte ich doch viele neue Kontakte und Anregungen etwa für schulisch-touristische Projekte. Als Folge eines früheren Seminars für indonesische Vertreter führte ich im letzten Herbst ein Seminar für das indonesische Fischereiministerium durch.
Während der Markt für Solarfachberaterkurse in Deutschland weiter am Boden lag, entwickelte sich eine Initiative zur Verbreitung energieeffizienter Herde erfreulich: mit aus Südafrika importierten Montagesätzen für Pyrolyse-Herde und entwicklungspolitischen Fachleuten und Koreferenten  konnten gleich mehrere Workshops zu Einsatz und Bau von Lehm- und Metallherden für Gäste aus dem Süden und Akteure der Nord-Süd-Arbeit durchgeführt werden. Eine Fortsetzung mit zusätzlicxhen Schwerpunkten wie Holzkohlenutzung für terra preta ist in Planung.
Erstmals führten wir einen einwöchigen Workshop zum Bau einer Kleinwindkraftanlage durch, den eine amerikanische Organisation in Auftrag gegeben hatte. Tagelang wurde im Sommer geschweisst, gefeilt und verharzt, bis die Studierenden stolz ihre scoraig- Mühle in Betrieb und mit nach Kopenhagen nehmen konnten.
Mehrtägige Seminare zum Thema Energiewende in Schleswig-Holstein und Dänemark wurden für das Internat Birklehof und Studenten der katholischen Universität Eichstätt Erfreulich waren  weitere Synergieeffekte mit dem Gästehaus: so hatten wir mehrere Gruppen von Studierenden  der Universitäten Flensburg, Kiel und Berlin und Doktoranden aus dem Baltikum über Geomar in Kiel zu Gast, die gern eine Führung durch das Zentrum in Anspruch nahmen. Dazu gehörte natürlich auch das bei uns abgerundete Alumni-Treffen des Studiengangs Energy and Environmental Management, der vor 25 Jahren als Untermieter und siamesischer Zwilling von artefact unter dem Namen  „artes“ an den Start ging: frühere KommilitonInnen sind inzwischen als Multiplikatoren, Direktoren oder Minister in ihren Heimatländern für ihre Energiewende zuständig.

Gästehaus

Externe Seminargruppen wie oben, FÖJ-Seminare und unsere Eigenveranstaltungen zur Vor- und Nachbereitung für Ostafrika  waren auch 2015 wichtig  für die Auslastung des Gästehauses, doch auch Klassenfahrten, Sportfreizeiten, Familienfeiern und in den Ferienzeiten Urlauber und Triathleten bilden ein wichtiges Rückgrat für eine bis auf die Wintermonate erfreuliche Auslastung. Umso mehr freuen wir uns, wenn in den Wintermonaten Kirchengemeinden und Verbände Klausurtagungen durchführen oder Unternehmen wie proclima Fortbildungen zu ökologischem Bauen in unseren Räumlichkeiten anbieten.
Dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen an Flachdächern und der Gewölbefassade sind für  die auslastungsschwache Zeit der nächsten Februarwochen geplant.

Gelände

Der „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“ wurde im Sommer mit Unterstützung von zwei internationalen SCI-Workcamps komplettiert: unter Anderem wurde das Dach der Solarküche begrünt, ein Solarkocher in Betrieb genommen. Außerdem wurde eine Zwischendecke im Sonnenhaus mit am Strand gesammeltem und getrocknetem Seegras gedämmt - wie beim Gästehausbau vor 26 Jahren. Inzwischen hat die Idee gewerbliche Nachahmer in der Region gefunden!
Weitere Arbeiten wie Aufbau  von Kleinwind-Demo-Anlagen konnten noch nicht in Angriff genommen werden, weil sich die Genehmigung des Bebauungsplans durch die Gemeinde aufgrund von diversen Änderungswünschen wie alternative Oberflächenentwässerung um ein weiteres Jahr verzögerte.
Verschiedene mehrfach hinausgezögerte Maßnahmen  sollen nach Abschluss des Verfahrens zügig auf den Weg gebracht werden.

Der Powerpark

Die Erschließung benachbarter Neubaugebiete auf der Bremsbergallee war im vergangenen Jahr eine erhebliche Beeinträchtigung für Gästehaus- wie Powerparkbesucher. Vor Allem Spontanbesucher wurden durch Schlammpisten und zeitweise Sperrungen abgeschreckt. Doch nun ist die Straßendecke - hoffentlich inklusive aller langfristig benötigter Rohre und Kabel - wieder geschlossen und fast ohne Einschränkung passierbar.

Eine zusätzliche Attraktion für die Powerpark-Gäste war in den Sommermonaten eine Wanderausstellung zum Klimawandel, die wir vom Verein WissenLeben e.V. ausleihen und mit einem Impulsvortrag von Dr. Maiken Winter eröffnen konnten. Für Schulklassen und die intenationalen Workcamp- Teilnehmer konnte dazu mithilfe unserer engagierten Praktikantin Pia Heinen ein spezielles Klima-Quiz gleich in deutsch und englisch angeboten werden.
Die Instandhaltung  und Reparatur bestehender Stationen durch unsere Mitarbeiter sowie die Workcamp-Freiwilligen stand im Zentrum der Powerpark-Arbeiten, da Neues aus o.g. Gründen nicht begonnen werden konnte. Doch auch die Erneuerung von Pavillon-Dachrinnen und Ähnliches bot reichlich Arbeit. Rolf Gellweiler bringt als neuer Teilzeit-Mitarbeiter  wertvolle Erfahrungen für technische Details ein.
Konkret soll im neuen Jahr die Lärmschutzwand zu einem Eckgebäude als Geo-Klima-Infohaus ausgebaut werden. Ein begehbarer Energiewürfel und weitere Infotafeln und  Stationen zu klimarelevanten Lebensbereichen und Handlungsfeldern sollen den Klima-Parcours komplettieren, für den von der Bingo -Lotterie Zuschüsse bewilligt wurden. Das wird in diesem Jahr viel Arbeitszeit binden!

 

 

10.01.2015

Jahresrück- und Ausblick 2014-2015

die schrecklichen Ereignisse in Paris und Nigeria, offene und „heimliche“ Kriege in Syrien, Irakund der Ukraine zeigen uns, dass Frieden und Menschenrechte alles Andere als selbstverständlich sind, aber auch, wie weltweit Konflikte angeheizt werden, wenn durch Abhängigkeiten von Öl und Gas die eigene Glaubwürdigkeit zur Farce wird. Auch das ist einer der vielen Gründe, weshalb der Einsatz für eine wirkliche Energiewende bis zur Befreiung von allen fossilen und nuklearen Abhängigkeiten bei uns und weltweit eine existentielle Herausforderung ist, für die es sich mehr denn je zu streiten lohnt.

Schon wieder ist ein Jahr vergangen, das 28. seit Gründung des Vereins artefact e.V. und das 13. Betriebsjahr der gemeinnützigen GmbH - und wiederum ein Jahr, das alles Andere als langweilig war!

Erstmals waren wir 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Weihnachtsfeier im Dezember:

Dazu kommt Nicole Gifhorn als bei uns angesiedelte Promotorin des Bündnis Eine Welt für globales Lernen.
Viele Arbeitszeiten fallen aber nicht bei artefact vor Ort an, sondern im home office, auf Otafrikareisen und anderswo, sodass sich einige neue KollegInnen tatsächlich erstmals „richtig“ auf der Weihnachtsfeier trafen.
Allen bekannt aber zum letztenmal „in Funktion“ dabei war mit Martina Janßen die mit Abstand (und Unterbrechungen) dienstälteste Kollegin, die vor gut 20 Jahren erstmals als SCIWorkcamp- leiterin nach Glücksburg kam und in den letzten Jahren im Gästehaus-Team mitarbeitete.
Sie hat sich nun beruflich einen anderen Arbeitsbereich in einem Kleinheim ausgeschaut. Vielen Dank für Dein Engagement in all den Jahren!
Herzlich danken möchte ich natürlich neben den MitarbeiterIinnen und deren oft weitergehendem Engagement all den Helfern und Unterstützern, ob im Förderverein oder „drumherum“, die auf die eine oder andere Art und Weise, vor Ort oder durch Werbung in ihrem Umfeld aktiv sind.

Viele unserer Kampagnen und Aktivitäten wären auch nicht möglich gewesen ohne Kooperationspartner, Sponsoren und Zuschüsse insbes. der Bingo-Umweltlotterie, von Stiftungen und anderen Förderern. Ihnen Allen ein großes Dankeschön!

 

Bildung für globales Lernen

Bei den Projekttagen für Schulen und andere Gruppen wird insbesondere das Thema „Wie kommt die Sonne in die Steckdose?“ verstärkt und in unterschiedlichen Zusammenhängen ausgewählt: von Ferienpassaktionen über Väter-Kind-Freizeiten bis zu Erstsemester-Seminaren liegen unsere Photovoltaik-Angebote weiter im Trend.
Dies liegt sicherlich auch am Werbe-Effekt des nunmehr sechsten Schleswig-Holstein Solarcup, der in der Außenwahrnehmung von artefact inzwischen eine feste Größe ist. Mit vielen Messe- und Veranstaltungsterminen ab der „New Energy“ Husum im Vorfeld (2014 erstmals auch beim Pfingstmarkt auf Hof Oestergaard) und dem nun erstmals auch mit einem Wanderpokal ausgezeichneten zusätzlichen Solarboot-Wettbewerb war die Resonanz bei Teilnehmerzahlen, Fans und Medien wieder toll - trotz der diesmal sehr schwierigen Finanzierung des Landeswettbewerbs: der starke Einbruch des Photovoltaikmarktes hat auch unsere bisherigen Sponsoren hart getroffen. Mit neuen Unterstützern und erheblichen Eigenmitteln klappte es noch so gerade, den Solarcup zum sechstenmal durchzuführen. Beim inzwischen auf 16 Regionalwettbewerbe mit 250 Teilnehmern angewachsenen Bundesfinale in Dortmund konnte ich diesmal erstmals selber zum Anfeuern unserer Pokalsieger dabei sein - eine echte Erfogsstory!

Da sich unser Solarcup-Termin von der Durchführung der Tour de Flens löste, verbanden wir das Wochenende erstmals nicht mehr mit unserer Bau- und Energiemesse naturtec, die als wetterabhängige Veranstaltung stets mit einem hohem Risiko verbunden war.

Die nunmehr vierte Tour de Flens führten wir erstmals eingebettet in einen dreitägigen Elektromobilitätsmarkt im Flensburger Fördepark durch, den wir gemeinsam mit dem Klimapakt und der Energiegenossenschaft Flensburg sowie ee4mobile aus Nordfriesland organisierten. Erstmals konnte damit das Thema in eine breitere Öffentlichkeit getragen werden. Unsere „Glücksburger Gespräche“ mit O. Loserth von E-Wald als Gastredner bildeten diesmal den Auftakt für den Monat der Elektromobilität. Mit mehr als 50 Elektrofahrzeugen und 30 Fahrzeugtypen vom Fiat500-Umbau bis zum Tesla durchbrachen wir auch mit der geräuschlosen Elektromobilitätstour eine symbolische Schallmauer. Mit dem Start bei den Sonderborger Versorgungswerken und erstmals auch breiter Presseberichterstattung in Dänemark konnte die Grundlage gelegt werden für weitere Ideen Richtung abgestimmter Elektroladestationen im Grenzgebiet. Die Tour wurde unterstützt von EKSH und Umweltministerium Kiel, Fecon, gp-joule sowie der Flensburger Brauerei. Eine Dokumentation der Tour kann eingesehen werden.

Das Energiestrategiespiel „Changing the Game -Energie deiner Zukunft -Zukunft deiner Energie“ wird nach Auslaufen der Anschubfinanzierung von „Bingo“ weiterhin von dem Kollegen Thomas Rothenberg in deutscher Fassung für Spiel- und Multiplikatoren-Workshops angeboten, die bei uns in Glückburg und bundesweit durchgeführt werden können, soweit die Finanzierung gesichert ist. Von Studentengruppen und FÖJ-Seminaren bis zu kommunalen Energieberatern únd Lehrerfortbildungen reichte die Spanne der Teilnehmer in 2014. Weitere Infos unter Changing the Game.

Nach Ostafrika mit solivol

Mit Kofinanzierung des BMZ-Programms weltwärts und des Internationalen Jugendfreiwilligendiensts des Familienministeriums ist unser Freiwilligenprogramm „solivol“ weiter gewachsen, was nun wiederum zur Verdopplung des Personals führte: die in diesem Jahrgang (Sommer- und Winterausreisen) etwa 65 Freiwilligen werden neben Frank Lüschow und Cathy Lieball nun auch von Inga Eumann als erster ehemaliger Freiwilliger pädagogisch und von Jutta Petersen-Böhm administrativ betreut. Wir konzentrieren uns weiterhin auf Einsatzstellen in 7 Ländern Ostafrikas: Äthiopien, Kenya, Uganda, Tansania, Ruanda, Malawi und Sambia. Unter solivol.org finden Sie Projektbeispiele und weitere Informationen.

Erwachsenenbildung

Durch den starken Rückgang der Solarbranche in Deutschland konnten wir wie alle anderen bundesweiten Solarschul-Standorte im vergangenen Jahr keinen einzigen offen augeschriebenen SolarFachberater-Kurs realisieren. Auch das erstmalig angebotene Eigenstrommanager-Seminar kam nicht zustande. Dass die Erfolge der hiesigen Enegeiwende offenbar im Ausland stärker wahrgenommen weredn als in Berlin, spüren wir demgegenüber an der internationalen Resonanz: erstmals führten wir im Frühjahr im Auftrag der Hanns-Seidel -Stiftung München ein Seminar für chinesische Berufsschullehrer und -leiter durch, die schleswig-holsteinische Erfahrungen etwa in der Qualifizierung von Wind-Service-Mechatronikern und offshore-Windpark-Installateuren in der inneren Mongolei anwenden wollen.
Auch aus den USA, Belgien, Uganda und anderen Weltregionen besuchten uns wieder Gruppen und Einzelpersonen. Chilenische Lehmbauer bauten für unsere Lehmaustellung ein Modell ihrer Palettenbauweise aus Valparaiso.

Gästehaus

Externe Seminargruppen wie oben, FÖJ-Seminare und unsere Eigenveranstaltungen zur Vorund Nachbereitung für Ostafrika waren auch 2014 wichtig für die Auslastung des Gästehauses, doch auch der positive Trend bei Klassenfahrten und maßgeschneiderten Projektwochen wie zuletzt für die Hamburger Walddörferschule zu Energie hält an. In den Sommermonaten und Ferienzeiten dominieren Urlauber und Triathleten ebenso wie Familienfeierer mit unserer oder
Selbstversorgung.
Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen sind gleichwohl eine dauerhafte Herausforderung angesichts der Größe des Geländes und der Gästehäuser. Die Holzböden der Gewölbe waren diesmal fällig und wurden runderneuert.

Gelände

Der „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“ wurde im Sommer mit Unterstützung von zwei internationalen SCI-Workcamps fast fertig: die Solarküche hat nun ein Gründach bekommen und die zweite Solardusche lief in ihrer ersten Saison überzeugend.
Verabschiedet haben wir uns im Dezember schweren Herzens von unserer 30 KW-Kano Windkraftanlage, die mehr als 20 Jahre lang bis auf einige zeitaufwändige Reparaturen gute Dienste geleistet und sowohl zum Stromeigenverbrauch wie zur Netzeinspeisung beigetragen hat. Im Rahmen des Repowering ist unser Standort für gleich große und größere Anlagen nun nicht mehr nutzbar; wir beteiligen uns stattdessen aber an einem neuen Megawatt-Bürgerwindpark in Nordfriesland und sind dann an den Erträgen beteiligt.
Kleinwindkraftanlagen mit niedrigerer Höhe sollen durch unseren neuen Bebauungsplan aber genehmigungsfähig sein.

Der Powerpark

Durch die bestehenden und weiter beschlossenen Neubaugebiete um unser Gelände müssen wir selber unseren alten Flächennutzungsplan zu einem aktuellen Bebauungsplan weiterentwicklen. Seit zwei Jahren sind sehr viel Zeit, Geld und Nerven in diesen Prozess geflossen; mehrfache Verzögerungen und zusätzliche Emissionsgutachten verschleppten ihn. Nun ist er in der öffentlichen Auslegung und wird hoffentlich im Frühjahr von der Stadt genehmigt.

Viele Wintermonate an Arbeit flossen in die Errichtung der 35 Meter langen Lärmschutzwand, die zur Abgrenzung von den benachbarten Neubauten gebaut werden musste. Ärgerlicherweise hielten die Ausgleichszahlungen nicht, was zugesagt worden war, sodass die erhofften Einsparungen zugunsten des weiteren Ausbaus verpufften. Die lange Wand aus Lärchenholz steht aber jetzt als Grundlage für einen geplanten überdachten Anbau.
Ebenso viel Zeit, Energie und Geld floss in den Aufbau einer großen Glaskuppel, die ab dem April 2015 den Treibhauseffekt erlebbar machen soll. Ebenfalls fertig wurde ein dreidimensionales Tisch-großes Modell der Flensburger Förde, mit dem der Meeresspiegelansteig je nach Entwicklung des Klimawandels simuliert werden kann. Große CO2-Ballone für den neuen Klima- Parcours konnten ebenfalls mit Zuschüssen der Aktiv-Region und Bingo im Herbst fertiggestellt werden. Für den gesamten Parcours sind noch weitere Arbeiten und Info-Stationen für 2015 geplant.

Ausblick 2015

Auch in der ersten Woche des neuen Jahres war bereits einiges los: 20 solivol-Afrika-Rückkehrer reflektierten ihre Erfahrungen und Ideen etwa für entwicklungspolitisches Engagement in Deutschland.
Am gestrigen Freitag waren gleich zwei dänische Schulklassen aus Schleswig bei uns zu einem Projekttag zu Klimawandel und Energie der Schule. Von Winterpause also keine Spur!
Den derzeitigen Sturm hoffen wir gut zu überstehen. Erfahrungsgemäß sind aber diverse Reparaturen an Mobiliar und Stationen wie in allen wintern erforderlich; dazu wollen wir die Außentüren und -fenster der nubischen Gewölbe grundüberholen.
Die Ausgestaltung des Powerparks mit neuen Stationen und mehr dreisprachigen Infotafeln im Rahmen des Klima-Parcours geht dann weiter; für einige der Stationen ist aber die vorherige Genehmigung des B-Planes für den Bauantrag notwendig. Dies gilt teilweise auch für den ebenerdigen Aufbau des alten KANO-Kopfes, den wir gern als Demonstrationsobjekt erhalten wollen.
Wir hoffen, mit den internationalen Workcamps im Sommer die Lärmschutzwand mit Eckgebäude und Dach abschließen zu können, um dann auch die geplante lange Informationstafel realisieren zu können.
All dies erfordert trotz Zuschüssen der BINGO- Umweltlotterie aber stets auch erhebliche Eigenmittel!

Die gilt mehr denn je für den siebten Landes-Solarcup: die Solarbranche und damit viele unserer potentiellen Sponsoren kämpft um´s Überleben, sodass wir anderer Brancehn angewiesen sind: Wir suchen dringend nach passenden Sponsoren und Unterstützern, um diese öffentlichkeitswirksame Erfolgsgeschichte fortführen zu können!

Die Chancen für eine wiederum grenzübergreifende „Tour de Flens“ werden wir demnächst gemeinsam mit den Akteuren des letztjährigen Elektromobilitätsmarktes erörtern.

Im Gästehaus-Kalender ist zwar noch Luft für Ihre Seminarideen und Urlaubspläne, aber über unsere eigenen weltwärts-Seminare hinaus liegen bereits erfreulich viele Buchungen für das beginnende Jahr vor: zu Stammkunden wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr und der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft e.V., Familien-Feierern und Schulklassen ist beispielsweise inzwischen auch das Helmholtz-Institut „Geomar“ aus Kiel gestoßen, das bei uns Doktorandenseminare veranstaltet. Die beabsichtigte formale Zusammenarbeit mit der Universität Flensburg soll zukünfig auch zu gemeinsamen Projekten führen.

Unser ungewöhnlicher Zeltplatz in der „steckdosenfreien Zone“ - mit Solarduschen, Komposttoiletten, Solarküche und Großzelt - ist nun auch buchbar für externe Jugendgruppen und Schulklassen. Ein Flyer ist in Arbeit!

Eine Seminarreihe für Nord-Süd-Entwicklungsorganisationen zu energieeffizienten Herden insbesondere zu Pyrolyse und Holzkohlegewinnung zur Bodenverbesserung plane ich gerade im Detail, nachdem dafür erste Zuschüsse bewilligt sind.

Es wird also auch 2015 ganz bestimmt nicht langweilig!

Wie immer sind aktuelle Veranstaltungen soweit teilnehmeroffen auch stets unter » Veranstaltungen zu finden.

10.01.2014

Jahresrück- und Ausblick 2013-2014

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen von artefact,

statt weihnachtlicher Wünsche erhalten Sie hier wie in allen Jahren wieder unser Jahres-Resume
verbunden mit dem Ausblick für die kommende Saison. Herzlich danken wir Ihnen für Ihr
Interesse an unseren Aktivitäten, die gute Zusammenarbeit und Unterstützung!

Abschied von Gerd Andresen

Der Jahreswechsel selber stand dabei für uns in Glücksburg ganz im Zeichen von großer Trauer, aber auch tiefer Dankbarkeit: Gerd Andresen, der 1986 zu den Mitbegründern des damaligen artefact e.V. gehörte und bis heute als Schatzmeister in unserem Förderverein für globales Lernen und lokales Handeln aktiv war, ist kurz vor Weihnachten verstorben und am 8. Januar beigesetzt worden. Als „Pol der Ruhe und der Motivation“, wie Pastor Rust ausführte, war er über all die Jahre allen Haupt- und Ehrenamtlichen stets eine große Stütze. Besonders die internationale Jugendarbeit lag ihm sehr am Herzen, die wir in seinem Sinne weiterführen werden.

Auch deshalb freut sich unser Förderverein sehr über neue aktive ebenso wie passive Mitglieder, die sich auf die eine oder andere Art einbringen wollen. Weitere Informationen gibt es unter Wir über uns » Förderverein und beim 1. Vorsitzenden, Jens Paulsen (lehmbauer@web.de).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bei der Weihnachtsfeier waren wir selbst überrascht: tatsächlich waren wir zum Jahresende erstmals 15 Voll- und Teilzeitmitarbeiter: Neben Geschäftsführung (Werner Kiwitt) und Hausmeister (Jürgen Lassen) sind allein im Bereich unseres „solivol“ - Jugendlernprogramms mit Ostafrika inzwischen zwei volle Stellen (Frank Lüschow und Cathleen Lieball) geschaffen worden. Vier Teilzeitkräfte für Verwaltung und Gästehaus (Marina Lange, Gyde Diederich, Bernhard Büssenschütt-Höft und Martina Janssen), zwei Projektmitarbeiter für inländische Jugendbildung und Projekte (Lena Seehausen und Thomas Rothenberg) sowie die inzwischen über das Bündnis Eine Welt verlängerte externe Promotorenstelle für globales Lernen (Nicole Gifhorn) kommen dazu sowie fünf junge Freiwillige aus Deutschland und Frankreich (Sina, Katharina, Felix, Florian und Alexis) , die alle ein ökologisches Jahr als FÖJ oder Bundesfreiwilligendienst mit uns machen. Nicht mitgezählt sind weitere Honorarkräfte, Schülerprojekte, Workcampteilnehmer und Fachreferenten für Seminare.

Bildung für globales Lernen

Viel Arbeit, aber auch eine große Außenwahrnehmung bedeutete die Durchführung des inzwischen fünften Schleswig-Holstein Solarcup, an dem zu den Landesmeisterschaften im Juni in drei Startklassen wieder Zehn- bis Achtzehnjährige aus allen Landesteilen nach Glücksburg kamen. Von der New Energy Husum über den Gottorfer Landmarkt bis zur NDR Landpartie in Plön, bei Campusfesten und Energiemessen zwischen Flensburg und Kiel waren wir in den Vormonaten mit Infoständen und Workshops auf Werbetour. Selbst auf dem Hamburger Energieberg wurden an mehreren Tagen Workshops für Schulklassen durchgeführt. Die ermittelten Pokalsieger fuhren mit Lena Seehausen im September zum Bundesfinale nach Frankfurt.

Sowohl der Solarcup als auch die dritte Tour de Flens standen unter der Schirmherrschaft des Energiewendeministers Robert Habeck. Ein buntes Feld von Elektrofahrzeugen und Fahrrädern mit mehr als vierzig deutschen und dänischen FahrerInnen genoss auch die vielen Info-Stopps von der IFabrikken Sonderborg über die Solarthermie-Großanlage Grasten, den Mobilitätstag und Fachhochschule Flensburg bis zum artefact-Zentrum.

Die Teilnehmerzahlen an Projekttagen in Glücksburg stagnieren hingegen seit Schließung des Schwennauhofs. Die Themen „Wie kommt die Sonne in die Steckdose“ und „Windige Gesellen“ werden aber stärker nachgefragt, passend zur freundlichen Übergabe eines “Windmaster“ - Projektkoffers durch Professor Faber von der Fachhochschule Flensburg.

Nach Ostafrika mit solivol

Mit Kofinanzierung des BMZ-Programms weltwärts und des Internationalen Jugendfreiwilligendiensts des Familienministeriums hat sich unser Freiwilligenprogramm „solivol“stetig weiterentwickelt. Mehr als 50 Freiwillige arbeiteten sechs bis achtzehn Monate lang mit Partnervereinen in inzwischen 7 Ländern: von Äthiopien über Kenya, Uganda und Tansania bis Ruanda, Malawi und Sambia reicht inzwischen das von Frank Lüschow und Cathy Lieball betreute Einzugsgebiet.
Ein erstes generationsübergreifendes Pfingsttreffen lockte mehr als vierzig Solivol-Rückkehrer nach Glücksburg.

Erwachsenenbildung

Eine Vielzahl von Seminargruppen besuchte uns in 2013, die ganz oder teilweise unsere inhaltlichen Angebote wahrnahmen. Von der Fortbildung von weltwärts-Rückkehrern zum Nachhaltigkeitspromotor über den Erstsemester-Motivations-Workshop im Studiengang Energie- und Umweltmanagement bis zum Geomar-Lehrerfortbildungsseminar reicht die Palette. Das bundesweite Herbstfest des Service Civil International fand im November mit drei parallelen Workshops bei uns statt.

Das Energiestrategiespiel „Changing the Game - Energie deiner Zukunft - Zukunft deiner Energie“ ist nun in deutscher Fassung fertiggestellt. Erste Workshops für Mitspieler und Multiplikatoren fanden bereits über die Region hinaus statt, etwa in Köln, Lüneburg und Hamburg oder wurden für international aktive Gruppen in Glücksburg durchgeführt. Auch Sie können nun für Ihre Fortbildung oder Mitarbeiterschulung einen Workshop buchen: s. den Flyer im Anhang!

Die Sonderausstellung „Dritte Welt im zweiten Weltkrieg“ war von Juli bis November in unserer Projektwerkstatt zu Gast und stand „normalen“ Powerpark-Besuchern ebenso zur Verfügung wie für gezielte Workshops und Führungen. Ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussion und Vorträgen wurde dazu von Lena Seehausen organisiert.

Glücksburger Gespräche

Das Thema Energiepreisgestaltung und Befreiungen lockte im September zu einem Vortrag von Nicole Knudsen, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Windenergie Schleswig-Holstein und führte zu spannenden Diskussionen.

Wie wichtig kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit auch weiterhin ist, zeigt der zwischenzeitliche Einbruch in der Solarbranche. Erstmals seit 12 Jahren konnten wir 2013 mangels Anmeldungen keinen einzigen DGS-Solarschulkurs durchführen.

Internationale Seminare

Dabei schaut weiterhin die ganze Welt auf die deutsche Energiewende und insbesondere auf Schleswig-Holstein. 2013 führten wir Seminare durch für amerikanische Studierende und das Studienbegleitprogramm der ESG; die Städtepartnerschaft Kiel-Moshi informierte sich über angepasste Wasser- und Abwassertechniken für den ländlichen Raum.

Eine Fachgruppe des indonesischen Technologieministeriums kam erstmals für ein zweiwöchiges Seminar zur landesweiten Weiterentwicklung eines Solar-Wind-Pilotprojektes. Das geballte Know how der Grenzregion von den deutschen und dänischen Hochschulen über Fachbetriebe bis zum Windtestpark des Folkecenter konnten wir in das Fachprogramm einbeziehen. Allen Mitwirkenden ein großes Dankeschön!

Gästehaus

Externe Seminargruppen wie oben, FÖJ-Seminare und unsere Eigenveranstaltungen zur Vorund Nachbereitung für Ostafrika sind wesentlich für die Auslastung des Gästehauses, doch auch der positive Trend bei Klassenfahrten bleibt bestehen. In den Sommermonaten und Ferienzeiten sind Urlauber und Triathleten ebenso wie Familienfeierer mit unserer oder Selbstversorgung gern gesehene Gäste.

Endlich konnte auch die Fassade zum Hof durch einen doppelten Kalkanstrich wieder verschönert werden.
Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen sind gleichwohl eine dauerhafte Herausforderung angesichts der Größe des Geländes und der Gästehäuser.

Gebäude und Gelände

Die nach fast 20 Betriebsjahren von Brennesseln arg bedrängte Pflanzenkläranlage musste mithilfe einer externen Firma und viel Eigenleistungen saniert und neu bepflanzt werden. Gegen den Zahn der Zeit und alles überwucherndes Unkraut konnten ab dem Sommer die neuen Freiwilligen und zwei vierzehntägige Workcamps mit hoch motivierten Freiwilligen des SCI zufelde ziehen.

Gleichzeitig arbeiteten sie weiter am „Zeltplatz in der steckdosenfreien Zone“: neben der Komplettierung der Solarküche stand der Bau einer weiteren Solardusche mit neuer Thermosyphon-Anlage an, die fast fertig wurde. Ab Sommer 2014 soll der Zeltplatz dann auch externen Jugendgruppen und Schulklassen angeboten werden können.

Ein längerer Knick an der Ostseite des Geländes wurde im Winter zu Hackschnitzeln verarbeitet. Parallel hatte Sven Kampes als Praktikant mit der Anlage einer Kurzumtriebsplantage zur weiteren Deckung unseres Biomassebedarfs und dem Aufbau eines Biomeilers begonnen, der später mit seiner Abwärme die Solardusche unterstützen soll.

Der Powerpark

Der Powerpark ist derweil nach 13 Betriebsjahren mit vielen Stationen nicht mehr so attraktiv wie gewünscht. Der Sturm Christian, der Ende Oktober mit bis zu 200 Stundenkilometern über die Flensburger Förde fegte, legte nicht nur dutzende Bäume auf und um das Gelände um, sondern gab auch so mancher Infotafel oder Plexiglas-Pavillon den Rest.
Einige Stationen müssen komplett ersetzt oder ausgetauscht werden!
Vorarbeiten für eine durch ein benachbartes Neubaugebiet erforderliche Lärmschutzwand, Mittelbeantragungen und begleitende Aufgaben kosteten viel Zeit und Energie.

Ausblick 2014

Der Aufbau einiger neuer Stationen und die Instandsetzung von Powerpark-Stationen steht 2014 ganz oben auf der To-do-Liste. Mehrsprachige Tafeln und Stationen sollen ältere ersetzen oder ergänzen. Das geht nur durch eigenes Geld und Eigenleistungen!
Ein halbkugel-förmiges Gewächshaus aus Glas soll im Powerpark bis zum Saisonstart aufgebaut werden, das die Erderwärmung und „greenhouse effect“ selber spüren lässt. Es gehört zu mehreren Stationen, für die wir Zuschüsse der BINGO Umweltlotterie und der Aktivregion einwerben konnten.

Ein dreidimensionales Modell der Flensburger Förde befindet sich bereits im Bau. Damit sollen verschiedene Meeresspiegelstände in der Vergangenheit und Zukunft simuliert werden. Die erwähnte Lärmschutzwand von 35 m Länge wird mit Fremd- und Eigenleistungen gebaut und soll in der Folge zu einer überdachten langen Informationstafel zum Klimawandel werden. Ein größeres Schutzdach für Exponate soll später ergänzt werden, sobald der erforderlich und in Arbeit befindliche Bebauungsplan für unser gesamtes Gelände durch sämtliche Gremien und Behörden gegangen ist. An dieser sehr zeit- und kostenträchtigen Planungsgrundlage arbeiten wir bereits seit einem Jahr und hoffen, in 2014 ein großes Stück weiter zu kommen: nur so können wir Bestandsschutz und Planungssicherheit für weitere Entwicklungen bekommen. Ausgleichsmaßnahmen für den Ankauf von Flächen zur Renaturierung müssen wir voraussichtlich zusätzlich finanzieren, da wir über keine eigenen Flächen dafür verfügen. Wir hoffen, dass uns diese erheblichen Zusatzkosten nicht in Liquiditätsprobleme führen, dann dafür lassen sich nirgends Zuschüsse einwerben!

Eine große Herausforderung im neuen Jahr ist auch die Fortführung unserer Jugendwettbewerbs, des dann hoffentlich 6. Solarcup: bereits jetzt fragen Schüler nach dem Termin an, doch die etwa 20.000,- , die wir in jedem Jahr an Sach- und Personalkosten für den Landeswettbewerb auf die Beine gestellt haben, sind aufgrund der deutschen Photovoltaikmarkt-Flaute nicht absehbar. Wir suchen dringend nach passenden Sponsoren und Unterstützern, um diese öffentlichkeitswirksame Erfolgsgeschichte fortführen zu können!

Die Chancen für eine wiederum grenzübergreifende „Tour de Flens“ stehen demgegenüber besser, doch auch sie erfordert einen sehr hohen Organisations- und Werbeaufwand.

Im Gästehaus-Kalender füllen sich immer mehr Zeilen durch nun fast täglich eingehende Buchungsanfragen, ob für Urlaub und Familienfeiern oder Seminare:
Ende März soll ein einwöchiges Seminar für chinesische Berufsschullehrer im Auftrag der Hans-Seidel-Stiftung stattfinden, gleich im Anschluss eine europäische Jugendfortbildung. Bereits seit gestern sind elf junge Leute zum Vorbereitungsseminar im Haus, die als erste „solar volunteers“ im neuen Jahr ihrem Aufenthalt in Äthiopien und Tansania entgegenfiebern. Es wird also auch 2014 ganz bestimmt nicht langweilig!

Wie immer sind aktuelle Veranstaltungen soweit teilnehmeroffen auch stets unter Veranstaltungen zu finden.

Schauen Sie immer mal auf unsere Seite - oder, noch besser, mal wieder hier bei uns rein!
Haben Sie weitere Ideen, Fragen, Anregungen oder Kontakte?
Ich freue mich auf Ihren Anruf/Ihre Mail!

mit den besten Wünschen für ein friedens- und erfolgreiches Jahr 2014

 

29.12.2012

Das Jahr 2012
Ausblick 2013

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen unseres Engagements,

zum kalendarischen Ende eines turbulenten Jahres und neben Comedy-Rückblick, Sportlerwahl und Unwort des Jahres sowie den Grußworten unserer Kanzlerin sende ich Ihnen nun auch noch unseren Jahresrückblick. Ich hoffe, er findet trotzdem Ihr Interesse!

Bildung für globales Lernen

Eine Personalverdopplung hat es in diesem Bereich nur auf den ersten Blick gegeben, da wir weitere Teilzeitstellen einrichten konnten:
Mit Thomas Rothenberg und Lena Seehausen konnten wir zwei ehemalige Praktikanten auf Teilzeitbasis einstellen, die wesentliche Bereiche der Jugendarbeit, die Entwicklung des Strategiespiels „Changing the Game“ und einige andere Aktivitäten übernehmen. Den Solarcup koordinierte in diesem Frühjahr und Sommer Lea Stanke mit Unterstützung von mir und unserem
Energiefachmann Kai Dobbeck.
Seit dem Sommer haben wir mit unserer ökologischen Bundesfreiwilligen Helena, dem schwäbischen FÖJler Aeneas und Alexandre aus Frankreich drei Freiwillige im Jugendbildungs- und im Grünbereich, die des öfteren von weiteren engagierten Praktikanten unterstützt wurden. Globales Lernen ist aber auch der Schwerpunkt von Nicole Gifhorn, die als Promotorin des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein bei uns angesiedelt ist, um Impulse in die Lehrerausbildungan der Universität Flensburg, in Museen und an andere Akteure zu geben.
Dass wir mit unseren Initiativen in Bildung und Öffentlichkeitsarbeit immer wieder erfolgreiche Pionierarbeit leisten, wurde zu Jahresbeginn zuerst vom Drogeriemarkt hervorgehoben, der unser Projekt „Energie vom Acker“ als Teil der UNESCO-Dekade für nachhaltige Bildung einlud, in seiner Filiale eine halbe Stunde lang für unsere Bildungsarbeit zu kassieren - die bislang einzige der vielen erhaltenen Auszeichnungen, die damit außer Ruhm und Ehre auch einmal Bares zu uns spülte.
Kurz danach wurde unsere Initiative „Tour de Flens“ in Kombination mit dem Solarcup als
„Ort der Ideen“ von gleich mehreren Bundespräsidenten ausgezeichnet, für 2012 übernahmen
die Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins die Schirmherrschaft für die Wettbewerbe. Die
erste grenzübergreifende elektromobile Bürgerbewegung lockte neben vielen Elektro-Autos und
Solarfirmen erstmals auch zahlreiche Pedelec-Fahrer zum Mitmachen. Erstmals dabei waren
auch die Flensburger Brauerei und die Stadt Sonderborg mit ihrer Bewerbung als Kulturhauptstadt
2017 sowie Verwaltungschefs bzw. Bürgermeister der drei beteiligten Kommunen.
Beim SH-Solarcup 2012 hatten sich mehr als 90 Teams für die inzwischen drei Wettbewerbe
in zwei Altergruppen angemeldet und lieferten sich packende Rennen auf der 10-Meter-
Bahn.Die Spitzenteams fuhren zum Deutschen MobilCup nach Chemnitz.
Zahlreiche Workshops und Mitmachaktionen fanden fast während des gesamten Jahres auch extern
statt, von Innovations- und Nachhaltigkeitsmessen bis zu Eröffungen von Bürgersolarparks
reichte die Palette.

weltwärts mit solivol

Sehr erfreulich entwickelt sich auch unser von Frank Lüschow geleitetes Freiwilligenprogramm
„solivol“, mit dem inzwischen mehr als vierzig Freiwillige nach entsprechenden Vorbereitungsseminaren
meist ein Jahr bei Partnern in Ostafrika mitarbeiten. Wir sind auch gespannt, welche
Impulse sie nach Rückkehrerseminaren und Reintegrationsphase in Deutschland längerfristig
an ihr hiesiges Umfeld geben können. Des öfteren konnten Rückkehrer ihre Erfahrungen nun
bereits in die Vorbereitung ihrer „Nachfolger“ einbringen.

Erwachsenenbildung

Die Teilnehmer- und Kurszahl unserer DGS-Solarschulungen litt unter dem Hin und Her der
Berliner Energiewende-Skeptiker, doch immerhin drei von sechs erwarteten Kursen konnten
durchgeführt werden.
Demgegenüber nimmt das internationale Interesse an der Energiewende made in Schleswig-
Holstein weiter zu: mehrere Gruppen amerikanischer Studierender, chinesische Umweltpädagogen,
zuweilen auch individuell reisende Architektinnen aus Italien oder Professoren aus Südkorea
kamen gezielt zu artefact, für Führungen, Beratungsgespräche oder mehrtägige Seminare.
Zu unserer Veranstaltungsreihe „Glücksburger Gespräche“ konnten wir zur Fragestellung „Ist
die Energiewende noch zu retten?“ unser Beiratsmitglied Claudia Roth und Ingbert Liebing aus
dem Bundestag sowie Norbert Jensen vom BWE und Kai Lippert von EWS begrüßen.
Zum erstenmal nach mehrjähriger Pause fand wieder ein Bildungsurlaub von Forum Unna und
mit der Firma Kreidezeit ein Theorie-Praxis-Workshop, diesmal zu Tadelakt statt. Eine Premiere
gab es beim Europatreffen der Naturfreundejugend und einem Humusverbesserungsseminar
für Landwirte. Doch auch über altbekannte Gäste konnten wir uns freuen, ob von ugandischen
Kirchengemeinden, dem Solarseminar für das Bündnis Eine Welt, Fachschaften und Alumni
der Studiengänge SESAM und EUM der Uni Flensburg oder dem Freiwilligen Ökologischen
Jahr Schleswig-Holstein, um nur einige zu nennen.
Gänzlich neu trotz Gästen aus 50 Ländern war aber ein zweiwöchiges Seminar, das ich unter
Hinzuziehung zahlreicher Referenten, Übersetzer und Exkursionsziele zwischen Hamburg und
Kopenhagen im Auftrag des UNDP Turkmenistan für Entscheidungsträger dortiger Behörden
zu energieeffizientem Bauen in Dänemark und Deutschland durchführte.
Trotz auch routinierter Abläufe kam also auch in diesem Jahr nie Langeweile auf!

Gästehaus

Dies lag zudem daran, dass das Gästehaus nicht nur durch die mitgestalteten sondern auch
durch andere Seminare und Buchungen eine erfreuliche Auslastungsentwicklung erfährt. Neben
einem Plus bei Klassenfahrten und einer ersten Jugendgruppenleiterschulung kamen von der
Konfirmation bis zur rauschenden Hochzeit oder dem Ehemaligentreffen der Werkkunstschule
viele andere Treffen und Feiern, mal mit Selbstversorgung, mal mit unserer Verpflegung hinzu,
die unser Gästehausteam (Gyde Diederich, Martina Janßen, Bernhard Büssenschütt-Höft) trotz
krankheitsbedingter Engpässe mit viel Engagement meisterte. Das durchwachsene Sommerwetter
führte lediglich dazu, dass so mancher Spontanurlauber zu hause blieb und die langfristig
z.b. über Renatour buchenden Familien besonders dankbar für Schlechtwettertipps waren.
In jedem Fall hat sich die nun endlich abgeschlossene Erweiterung um das „Sonnenhaus“ als
2.Gästehaus sehr bewährt, können leichter Buchungsüberlappungen organisiert werden.

Gebäude und Gelände

Die Fertigstellung von Schlussarbeiten am Sonnenhaus wie Treppenhaus und Eingangspodeste
zog sich je nach Gebäudebelegung noch weit in das Jahr 2012, zumal die Weihnachten 2011 abgeschlossene
Montage der 20 KW-Solaranlage ebenfalls wochenlange Folgeaktivitäten erforderte.
Daten und Stromkabel mussten noch über 300 Meter Länge vergraben und an die neueste
Generation modulierbarer Danfoss-Wechselrichter angeschlossen werden. Seit dem Frühjahr
speist die 20 KW-Anlage, die wir komplett über einen GLS-Kredit vorfinanzieren konnten, in´s
Netz der Stadtwerke Flensburg ein. Ob eine Zwischenspeicherung von Solarstrom oder auch
ein Winterspeicher für Windwärme technisch, energetisch und ökonomisch Sinn machen könnte,
ist eine Fragestellung, die wir in´s Jahr 2013 mitnehmen.
Im Gelände und im Powerpark macht sich inzwischen deutlich der Zahn der Zeit bemerkbar.
Am Gästehausdach und an der Hofseite des Gästehauses sind mehrere kritische Bereiche in Angriff
genommen worden. Unter Anleitung unseres Hausmeisters Jürgen Lassen waren im Sommer
nicht nur unsere FÖJler mit Reparaturen und Neubauten beschäftigt. Die ehrenamtlich erstellten
Bauzeichnungen von Reiner Riess dienten zwei internationalen Workcamp-Gruppen
des Service Civil International als Grundlage zum Bau einer Solarküche, die mit Komposttoilette,
Solardusche und Solarwaschmaschine im nächsten Jahr den steckdosenfreien Zeltplatz komplettieren
sollen, der bereits im August 2012 von einer Hamburger Schulklasse getestet wurde.
Der Kampf gegen Brennnesseln und andere ungeliebte Kräuter in unserer Pflanzenkläranlage,
auf Wegen und in Gabionen war weniger beliebt, doch ebenso notwendig.

Allen Gästen, Kunden, Unterstützern und Mitarbeitern des Jahres 2012 - ein herzliches Danke schön!

Ausblick 2013

Die Erneuerung und Instandsetzung von Powerpark-Stationen steht auch 2013 ganz oben auf
der To-do-Liste. Mehrsprachige Tafeln und Stationen sollen ältere ersetzen oder ergänzen.
Die Erhöhung von Attraktivität und Besucherzahlen im Powerpark soll damit erreicht werden.
Außerdem sollen Zeltplatz und Naturerlebnisraum weiterentwickelt werden.

Die prämierten Wettbewerbe Solarcup und „Tour de Flens“ wollen wir gern auch 2013 fortführen-
die Anrfagen von alten und neune Interssierten gehen schon jetzt ein- doch das wird wirtaschftlich
nicht leichter. Die in den letzten Jahren eingeworbene Unterstützung durch die
Umwlt- und Entwicklungslotterie „Bingo“ kann nicht erneut zum Einsatz kommen. Das heißt,
andere Geldgeber und Sponsoren können und müssen zum Zuge kommen - bei dermaßen gut
eingeführten und populären Wettbewerben gerade für Neueinsteiger eine effiziente Werbemöglichkeit!
Da die Ausdehnung beider Wettbewerbe nach Süddänemark bereits konkrete Formen
annimmt, ist grenzübergreifendes Marketing inklusive. Fragen Sie mich nach weiteren Details...

Ob und wie die Weiterentwicklung unseres eigenen Smart Grid und die Speicherung oder Umwandlung
von Energieformen weitergeführt wird, hängt noch weitergehend von Kofinanzierungsmöglichkeiten
ab. Unsere im Jahr 2012 eingegangene Beteiligung am Bürgersolarpark
Hürup bringt auch weitere Kontakte und Kow how ein. Bei vorhandenem Eigenkapital etwa
durch zinslose Kredite könnten wir einige sehr sinnvolle Investitionen in die langfristige Absicherung
und Attraktivierung des Zentrums in Angriff nehmen.

Neben finanzieller Unterstützung unserer gemeinnützigen Aktivitäten sind aber auch moralische
und ehrenamtliche Unterstützung, ob direkt vor Ort oder als Mitglied des Fördervereins,
für unsere Motivation und den Erfolg unserer Arbeit von unschätzbarem Wert.
Der neue Flyer des Fördervereins lässt sich unter www.artefact. herunterladen, ebenso der allwöchentlich weiterentwickelte Veranstaltungskalender.

P.S. Betreff: Endpurt - Mensch des Jahres 2012 - wählt Etagegne
Was Ehrenamt alles bewegen kann, sehen wir in diesen Tagen übrigens auch bei einem anderen
Landeswettbewerb, in dem eine „alte“ Freundin und Mitstreiterin aus den Anfangszeiten
von artefact Kandidatin ist: Etagegne Bierig aus Langballig, die mit ihrem Mann Marius neben
der eigenen Lehmbaufirma noch reichlich Energie hat für den eigenen Verein „Let me be a
child“ hier und in Äthiopien: Klicken Sie mit - noch bis Silvester!

Liebe Freunde,
nach dem tollen Sieg beim Flensburger Tageblatt, zu dem alle beigetragen haben, die Etagegne gewählt haben, geht es jetzt in die Endrunde - neben Etagegne stehen noch 15 Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Schleswig-Holstein für die Wahl zum "Menschen des Jahres 2012" zur Wahl.
Sie alle können mithelfen, damit es auch diesmal klappt. Gewählt werden kann bis zum 31. Dezember, 24 Uhr. Und so
geht es:
- Online unter <a class="moz-txt-link-freetext" href="http://www.shz.de/menschdesjahres">
http://www.shz.de/menschdesjahres</a>
- telefonisch unter Tel. Nr. 01375-80401791-06
- per SMS an die Nummer 42020 mit dem Inhalt shz vote 06

Bitte unterstützen Sie die Wahl von Etagegne und verbreiten Sie den Aufruf weiter an Freunde und Bekannte!
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Helga Mbombi
LET ME BE A CHILD e.V.
Hilfe für äthiopische Straßenkinder

03.01.2012

Das Jahr 2011
Ausblick 2012

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen unserer Arbeit, herzlich willkommen im Jahr 2012!

Viele Auguren in den Medien reden davon, „das Schlimmste“ sei jetzt wohl überstanden, Deutschland blicke wieder optimistisch in die Zukunft, auch wenn die Weltwirtschaft und der Euro kränkeln.

Dieser bedenklich schmale Blickwinkel dieser Kaffee- , Zins- und Hebesatzleser auf Hauptsache-Ruhe und weiter-so-Stabilität macht mir demgegenüber große Sorgen. Das, was manche bei ihrer Urlaubsplanung erschaudern lässt - Hunderttausende Bürger, die von Tunis bis Stuttgart, von Kairo bis Moskau für Demokratie auf die Straße gehen, macht mir dagegen gerade Hoffnung: von diesem „Schlimmen“ gerne mehr! Vor wenigen Wochen war ich selber in Tunis und begeistert von der Aufbruchstimmung der Menschen, die gerade ihren ersten demokratisch gewählten Präsidenten vereidigen ließen.

Demgegenüber scheint der immer bedrohlicher werdende Klimawandel fast aus den Nachrichten verdrängt. Kanada bricht internationale Verträge und steigt einseitig aus „Kyoto 1“ aus, denn Menschenschutz koste zu viel Geld; also will seine Regierung die wissentliche Zerstörung der Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen weltweit weiterhin durch Steuerbefreiungen beschleunigen. Dies ist nichts Anderes als die Subventionierung von internationalem Terrorismus. Wo ist der Aufschrei der sogenannten „Zivilisierten Welt“?

Und doch besteht mehr als nur Anlass zur Hoffnung. Die in Deutschland beschlossene Energiewende, die ohne die Pionierarbeit Hunderttausender undenkbar gewesen wäre, löst allerorts Interesse und fast neidische Anerkennung aus. So hatten wir in Glücksburg in diesem Jahr gleich dreimal 25 US-Amerikaner zu Gast , die Anfänge und Umsetzung der Energiewende „made in Schleswig-Holstein“ mit Erfolgen und auch vermeidbaren Fehlentwicklungen studieren wollten. Motto: wenn Deutschland das schafft, dann ist das auch überall sonst auf der Welt möglich. Dieser Verantwortung wollen wir uns weiter stellen!

Doch nun konkret zum Jahr 2011 im Zentrum für nachhaltige Entwicklung:
was hat sich getan?

Jugend- und Erwachsenenbildung

Die absolute Teilnehmerzahl von Kindern und Jugendlichen an Projekttagen war wie erwartet im vergangenen Jahr stark rückläufig, weil mit dem Schwennauhof die übernachtungsstärkste Jugendeinrichtung Glücksburg geschlossen worden war. Mit eigenen Kräften sowie Kai Dobbeck und Kathrina Schipper als Honorarkräften gelang es, die saisonal sehr schwankenden Anfragenkompetent zu bedienen. Ferienpassaktionen zu Solarenergie und Projekte nicht-schulischer Jugendgruppen von der Leuchtpol- Fortbildung für Erzieher bis zum Juleica-Kurs der Stadt- und Kreisjugendringe wurden demgegenüber zusätzlich durchgeführt, zum Teil wie bei FÖJ- und FSJ-Seminaren auch mit zusätzlichen Übernachtungen.
Ein selbst entwickelter Projektbaustein zu Windenergie wurde erstmals mit Kindergartenkindern durchgeführt und machte allen Beteiligten großen Spaß.

Das Projektthema „Wie kommt die Sonne in die Steckdose?“, meist von Heiko Rux und Kai Dobbeck durchgeführt, wurde gegen den Trend deutlich stärker nachgefragt, sicher auch als erwünschte Auswirkung des Solarcups, der am 19.Juni zum drittenmal als Landeswettbewerb mit weiter steigenden Teilnehmerzahlen durchgeführt werden konnte: mit Unterstützung der Bingo Umweltlotterie, Sparkassenstiftung und den vier Solarfirmen S.A.T., MBT, Baltic Solar und SEA wurden fast 1000 Schulen und Jugendgruppen angeschrieben, Tage der Offenen Tür und fünf Messen landesweit mit Infoständen und Mitmachaktionen besucht. Als Schirmherr des diesjährigen Solarcups hielt vor dem Beginn Landesbischof Ulrich persönlich einen Gottesdienst, der wegen des Wetters leider statt OpenAir kurzfristig under cover durchgeführt werden musste. Die Sonne liess dann zu den Finalläufen in der Ultraleichtklasse und der Kreativklasse sowie beim erstmaligen Solarboot-Bauen die kreativen Ideen und stolzen Sieger im passenden Licht erscheinen. Die Presse berichtete wieder ausführlich. Im September schlugen sich die Landessieger wieder achtbar beim Solarmobil-Bundesfinale in Berlin.

Unser weltwärts-Freiwilligendienst solivol hat sich in der Regie von Frank Lüschow trotz zeitweiliger Deckelung der Einsatzplätze durch das zuständige Ministerium mit ca 28 Freiwilligen in Ostafrika stabilisieren können. Mehrere Rückkehrerseminare und die geäußerten Rückmeldungen waren ein Motivationsschub auch für uns, diese Jugend- und Multiplikatorenarbeit trotz wirtschaftlicher Risiken und großer Verantwortung mit hohem persönlichen Einsatz weiterzuentwickeln. Unter www.solivol.org werden unser Profil und typische Einsatzstellen beschrieben. Seit einigen Monaten sind nun erstmals zwei Freiwillige in Äthiopien, außerdem machen sechs junge Leute einen etwas anders strukturierten Einsatz über den Internationalen Jugendfreiwilligendienst IJFD.

Freiwilligenarbeit fängt bei uns im Inland an. Da im Jahrgang 2011/12 eine schleswig-holsteinische
FÖJ-Stelle ruht, musste für unsere im Sommer verabschiedeten Freiwilligen Matthias Nowc und Simon Ottrand die Staffelstabübergabe anderweitig organisiert werden. Einziger „klassischer“ FÖJler ist nun Konstantin Kaesche aus Neuruppin, erste französische FÖJlerin Bertille Kapela und unser erster BuFDi ist der Kieler Ole Gronenberg. Alle sind mit neuem Schwung und Engagement dabei.
Wie im Vorjahr sind auch jetzt wieder mehrere Flensburger Schüler dabei, ein eigenes Projekt zu realisieren. Die neue große Komposttoilette, die von Rainer Ries vom Förderverein detailliert gezeichnet und von Freiwilligen während der Sommer-Workcamps mit dem Service Civil International begonnen wurde, soll bis zum Frühjahr fertig werden. Der Wasserberg im Powerpark wird von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Eine beschädigte Selbstbau-Kleinwindkraftanlage wurde von Flensburger Studenten und Tansania- Rückkehrern runderneuert.
Seit November arbeiten Thomas Rothenburg und Lena Seehausen als Praktikanten an der konzeptionellen Weiterentwicklung des Powerparks um einen CO2-Parcours: der Energeierlebnispark ist teilweise in die Jahre gekommen und bedarf einer gründlichen Reattraktivierung.

Die Erwachsenenbildung ist weiterhin breit aufgestellt. Drei Photovoltaik-Solarschulungen stand diesmal nur ein Solarthermie-Kurs gegenüber. Gleich zwei Seminare für Nord-Süd-Austausch zu erneuerbaren Energien konnten 2011 offen ausgeschrieben werden: im März ging es mit Unterstützung von Bingo um Kleinwindkraftanlagen, im Mai in Kooperation mit dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein um dezentrale Versorgung mit Solarenergie. Dazu kamen wieder unzählige Kurse und Führungen für Gruppen etwa von DAAD und dem Studiengang SESAM der Unversität Flensburg, der Universität Kopenhagen und Auszubildenden der KFW bis zum nepalesischen Mönch und sizilianischen Touristik-Schülern. Ungewöhnlich war im vergangenen Jahr die Zunahme an Bildungseinsätzen im Ausland.
Bei zwei Workshops in Amman und Tunis ging es um die Beratung und Unterstützung von Universitäten von Marokko bis Palästina bei der Entwicklung zu Curricula zu erneuerbaren Energien und deren Markteinführung. In Wien durfte ich vor einem zentraleuropäischen Auditorium unsere Erfahrungen mit Produktentwicklungen zu nachhaltigem Tourismus und dem Energie-Erlebnispark vorstellen.
Dazu passte unsere neueste Erfahrung bei Vorbereitung und Durchführung der ersten“Tour de Flens“: mit zwanzig erneuerbar geladenen Elektrofahrzeugen und einem bunt gemischten Teilnehmerfeld von Bürgern bis Bürgermeister führte sie von Sonderborg und dem Projektpartner „Project Zero“ über Flensburg und den Klimapakt nach Glücksburg.
Auch abseits dieser Highlights waren wir 2011 zweimal beim NDR auf Sendung, so bei der bekannten „Landpartie“ mit Heike Götz.

Das Gästehaus konnte durch mehrtägige Seminare, aber auch durch zusätzliche Klassenfahrten mit Programmbausteinen seine Auslastung weiter verbessern. Nach langjähriger rein ehrenamtlicher Arbeit hat Gyde Diederich nun eine Teilzeitstelle im Gästehaus, ebenso wie Martina Jánssen, die vor 20 Jahren als Leiterin eines SCI-Workcamps zum erstenmal artefact kennenlernte.
Neben der weiterhin erfreulichen Zusammenarbeit mit dem ökologischen Reiseveranstalter renatour hat sich auch eine engere Kooperation mit der Fachschaft sowie dem Alumni-Kreis der Energie- und Umweltmanagement- Studenten der Universität Flensburg entwickelt , die inzwischen zu regelmäßigen Belegungen führen. Auch allen anderen Erst- und Stammgästen, Urlaubern wie Familienfeierern, Chorund Theaterprobanden gilt es für ihre Treue oder erstmalige Buchung zu danken. So manche Freundschaft hat sich im Laufer der Jahre daraus entwickelt.
Die nun fast abgeschlossene Erweiterung um weitere fünf Zimmer im ehemals hohlen Powerhaus ist nicht nur in der Hauptsaison dringlich. Bei großen Gruppen oder Einzelzimmeransprüchen ist sie Voraussetzung für die gesamte Buchung. Während durch großen Einsatz eigener Kräfte und Unterstützung durch zusätzliche Maurer-, Holzbau- und Dachdeckerfirmen Innenausbau, Wandbehandlung und ökologische Dämmung u.a. mit Produkten der Firmen Kreidezeit und steico im Jahr 2011 abgeschlossen werden konnte, fehlen noch kleine aber wichtige Schlussarbeiten an Fassadenputz und Dachanschluss, um das „Sonnenhaus“ endlich offiziell einweihen zu können.

Ausblick 2012

Neben der Einweihung des Sonnenhauses ist 2012 eine weitere Einweihung geplant:
Eine 20 KW-Photovoltaikanlage wurde noch in den Weihnachtstagen auf dem Dach der Projektwerkstatt installiert - wir müssen sie aber noch für artefact erwerben!
Sie soll damit zum Herzstück unseres wegweisenden Energiemanagement-Konzeptes werden:
mit dieser zweiten Photovoltaikanlage soll im Unterschied zur ersten vorrangig Eigenstrombedarf gedeckt werden, erst dann in´s Netz eingespeist werden.
Die begrenzt vorhandenen Netzaufnahmekapazitäten führen jedoch ohne Zwischenspeichermöglichkeiten temporär zu einer Konkurenzsituation mit der bestehenden Windkraftanlage.
Wir wollen, gern mit wissenschaftlicher Begleitung, herausarbeiten, ob und wie Windstrom zeitweise ökonomisch und ökologisch sinnvoll als Warmwasserheizung eingesetzt oder aber in einem Stromspeicher zwischengelagert werden kann.
Dies ist eine prinzipiell bundes- und europaweit gestellte Herausforderung: wie lässt sich erneuerbare
Energie bedarfsabhängig abrufen und speichern? Auch die Stadtwerke Flensburg prüfen gerade die Option, mit dänischer Windkraft als „Heizstab“ zeitweise den Bedarf an Kohle bzw. begrenzt verfügbarer
Biomasse zu reduzieren. Wir können damit in Ergänzung zur Solarthermienutzung ebenfalls Hackschnitzel
ersetzen, für deren Ernte nur begrenzt Knicks und Kurzumtriebsplantagen verfügbar sind.

Um dieses Projekt zu finanzieren, benötigen wir in Ergänzung und alternativ zu grundsätzlich erhältlichen
Krediten auch Eigenkapital.
Wir hoffen auf die Verlängerung bzw. Neu-Gewährung von zinslosen oder inflationsbereinigten Krediten aus unserem Freundes- und Förderkreis in Höhe von 5.000 oder 10.000 Euro über fünf bis 15 Jahre. Die neue Photovoltaikanlage gilt als auch von Banken akzeptierte Sicherheit, da sie sich über diesen Zeitraum refinanziert. Die zusätzlichen Speicher- und Energiemanagementkosten und -erfahrungen sind jedoch für eine Bank uninteressant, für uns aber der entscheidende Schritt zur kompletten Energiewende!

Längerfristig tragen neue Solaranlage und Heizkosteneinsparung bei besonders zinsgünstiger Finanzierung zur Unterstützung unserer Jugendbildungsarbeit bei, denn jeder spätere „Gewinn“ wird von uns als gemeinnütiger GmbH in den gemeinnützigen Bidungsbereich reinvestiert.
Gern gebe ich Ihnen auf Anfrage genauere Informationen zu Konzept und Finanzen.
Rufen oder mailen Sie mich an!

Weitere Pläne und Perspektiven für 2012 stimmen ebenfalls optimistisch:
Die nächste Tour de Flens soll am 16. Juni, der Solarcup 2012 am 17.Juni gemeinsam mit der naturtec stattfinden.
Wir hoffen gemeinsam mit der Fachhochschule Flensburg und anderen Akteuren im deutsch-dänischen Grenzgebiet in einem EU-geförderten MINT-Projekt Solarenergie als Projektthema nun auch in Sonderborger und andere Schulen tragen zu können.

Im Energie-Erlebnispark sollen bestehende Stationen überholt, Tafeln dreisprachig ersetzt und neue Stationen und Medien etwa zur Ermittlung von CO2- Ausstoß und Einsparmöglichkeiten im Rahmen eines
CO2-Parcours eingesetzt werden.
Das Energiewende-Strategiespiel „Changing the Game“ soll erstmalig in deutsch erstellt und über Multiplikatorenseminare verbreitet werden.
Für Teile der Kofinanzierung sind wir noch auf der Suche nach Ideen- oder Geldgebern.

Für das Gästehaus liegen uns bereits jetzt erfreuliche Buchungszahlen und Anfragen vor: von Vereinsund
Familienfreizeiten über Triathleten- und Urlauberbuchungen bis zu neuen Bildungsurlauben,
Klassenfahrten und Multiplikatorenschulungen für amerikanische oder tansanische Zielgruppen.

Doch auch wir selber brauchen Motivation und Unterstützung, um Vieles weiter und manches noch besser zu machen. Allen haupt- und ehrenamtlichen Unterstützern, ob hier vor Ort bei Geländeentwicklung und Kaffeekochen oder bei der Werbung im Kollegenkreis, ob als Mitglied im Förderverein oder „von Fall zu Fall“ an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für handfeste oder moralische Unterstützung! Bleiben Sie uns gewogen!
Übrigens erhält jedes Fördervereinsmitglied ganzjährig kostenlosen Eintritt im Powerpark.
Mit nur 40 Euro Jahresbeitrag sind Sie schon dabei!

 

01.01.2011

Das Jahr 2010 — Ausblick 2011

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen unserer Arbeit,

herzliche Grüße und Wünsche für das Jahr 2011 senden wir Ihnen/dir vom Bremsberg in Glücksburg: das Gelände ist nach eintägiger Tauphase wieder überfroren, alles glänzt silberweiß. Manche bezeichnen das nun als Schneekatastrophe und Eischaos; ich nenne es Winter, und mit zugegeben etwas flexibleren Bahn-Fahrzeiten und Langlaufskiern kommt man weiterhin prima vorwärts.

Trotz regionaler Abkühlung  ist auch diese winterliche Wetterlage ein weiteres Indiz für den Treibhauseffekt und die weltweite Verschiebung von Klimazonen. Entschlossenes Handeln für eine wirkliche Energiewende bei uns und wie weltweit wird immer mehr zu einer Überlebensfrage für die Menschheit.
Auch die Nicht-Beschlüsse von Cancun haben gezeigt, dass Änderungsdruck und Überzeugungsarbeit mehr denn je von der Zivilgesellschaft geleistet werden müssen. Auf vielen Ebenen arbeiten wir, oft vernetzt mit vielen anderen Akteuren, an dieser Sysiphus-Aufgabe.

Wie kaum ein anderer stand und steht Hermann Scheer für die Energiewende. Der Initiator von Eurosolar,   dem Grünstrom-Label,  dem World Council for Renewable Energies, der UN-Organisation IRENA  übernahm 2008 die Schirmherrschaft   für unseren Freiwilligendienst solivol.
Im September wollten wir gemeinasm mit ihm im Folkecenter Dänemark den 75. Geburtstag von Preben Maegaard feiern und erstmals in Skandinavien ihren Film „Die 4.Revolution“ ansehen. Er war kurzfristig verhindert, zehn Tage später starb er. „Die 4. Revolution“ und sein letztes Buch „Der energethische Imperativ“ sind sein Vermächtnis und Auftrag zugleich.

Einen anderen energiepolitischen Lösungsansatz vertritt Max Schön vom Club of Rome und Aufsichtsrats-Vorsitzender von „Desertec“, der im August im Rahmen der Glücksburger Gespräche die Konzepte von europa- und nordafrikaweiten Stromverbundnetzen auf Basis regenerativer Gruoßkraftwerke vorstellte und damit auch eine weitere Nutzung unserer neuen Projektwerkstatt testete, die mit gut achtzig Zuhörern gut gefüllt war.

Das Jahr 2010 war wie die Vorjahre geprägt von einer großen Zahl von Jugend- und Erwachsenenbildungsprojekten. Tausende Schüler kamen auf Klassenfahrt oder als Klima-Pioniere über die Universitäten Kiel und Flensburg zu uns zu Power-Rallyes, Projekttagen oder maßgeschneiderten Aktionen. In der Erwachsenbildung waren die Solarschul-Kurse zu Photovoltaik und Solarthermie wieder erfolgreich. Mehr als dreißig erfolgreiche Prüflinge erhielten ihre Zertifikate.

Doch auch zahlreiche neue Gäste kamen und ungewöhnliche Seminare fanden statt:
In den Ferienzeiten erfreut sich das Gästehaus weiterhin stabiler Nachfrage durch Urlauber, oft über unseren Reiseveranstaltungspartner renatour. Gern nehmen sie das Angebot einer Hausführung wahr und immer häufiger mündet das in weitergehende Kontakte bis hin zur Mitgliedschaft im Förderverein für globales Lernen und lokales Handeln.
Zusätzlich finden aber auch andere neue Gäste den Weg zu uns: Seminargruppen mit eigenen verwandten Themen vom Mykologen-Workshop zur Artenviefalt heimischer Pilze bis zur Leuchtpol-Erzieherfortbildung zu Bildung für nachhaltige Entwicklung tagten 2010 erstmals bei uns. Alte Kontakte zu den Flensburger Hochschulen konnten wiederbelebt, andere neu geknüpft werden: während die Erstsemester vonEnergie- und Umweltmanagement zum Impulsseminar derFachschaft zu uns kamen, trafen sich die alten EUM-Alumni zu ihrer Jahrestagung; das Auftaktseminar für SESAM (Sustainable Energy Systems and Management) fand so großen Zuspruch, dass nun auch eine Summer school 2011 für Absolventen in Planung ist.
Die 2009 begonnenen Ausbaumaßnahmen als Jugendgästehaus trugen erste Früchte: Gruppenbuchungen etwa zum Freiwilligen Sozialen Jahr, mehrere Klassenfahrten aber auch die zahlreichen Vor- und Nachbereitungsseminare unserer „solar volunteers“ nutzten unsere erweiterte Selbstversorgungsküche. Die meisten Gäste und Gruppenlassen sich jedoch weiterhin mit Frühstücksbuffet und anderen Mahlzeiten, ob zu Seminar oder Feier, verwöhnen. Nach einigen Personalwechseln im Gästehaus ist seit dem Sommer mit Martina Janßen eine gruppenhaus-erfahrene und artefact seit Jahrzehnten verbundene Kollegin dabei, die gemeinsam mit Gyde Diederich für die richtige Atmosphäre und Professionalität sorgt.  
Der Zeltplatz im Naturerlebnisraum nimmt immer mehr Gestalt an: Freiwillige eines Workcamps mit dem Service Civil International begannen den Bau neuer Komposttoiletten, die mit einem Handwaschbecken mit solar entkeimtem Regenwasser ergänzt wird, das im Rahmen eines internationalen Seminars mit dem Studienbegleitprogramm der ESG in Betrieb genommen wurde.
International ging es auch bei zahllosen weiteren Anlässen zu: für InWEnt (ab 2011 GIZ) führten wir mit mozambikanischen Multiplikatoren ein Seminar zu Windkraft und Solarthermie in Schleswig-Holstein und Dänemark durch. Gäste aus Italien, Korea, Chile und England wollten die Eigenarten des Energieeinspeisegesetzes untersuchen, Mitglieder der World Wind Energy Association verbanden den Besuch der Husum Wind-Messe mit einem Aufenthalt bei uns. Besucher aus Kenia und Tansania kamen mit Partnergruppen zu uns, während individuelle Kurse für den Evangelischen Entwicklungsdienst  auf Auslandseinsätze  in Sierra Leone, Kamerun, Peru, Ecuador oder Malawi vorbereiteten.
solivol, unser weltwärts-Freiwilligendienst in vier Ländern um den Victoriasee, hat sich unter der Leitung unseres Kollegen Frank Lüschow im besten Sinne etabliert: die ersten beiden Ausreisegruppen kamen im Laufe diesen Jahres wohlbehalten, doch übervoll mit neuen Erfahrungen und weiterführenden Anregungen  zurück von unseren Partnerorganisationen in Tansania, Ruanda, Kenia und Uganda.. Im Februar/März hatte ich mir selbst im Rahmen eines Zwischenseminars vor Ort viele neue Eindrücke mitnehmen können.
Derzeit sind 28 solar volunteers im Einsatz. Wir hoffen, die Ausreisezahlen pro Jahr trotz der Einsparpläne beim BMZ mindestens auf diesem Niveau halten zu können, um fachlich wie organisatorisch-ökonomisch Qualität und Aufwand in Balance halten zu können. Unter www.solivol.org werden die geplanten Einsatzstellen 2011 beschrieben.

Das dominierende Ereignis auf dem artefact-Gelände war 2010 zweifellos der Solarcup am 20. Juni: aus allen Landesteilen kamen Kinder und Jugendliche mit ihren selbst gebauten solaren Kleinfahrzeugen, um in der Ultraleicht- oder Kreativklasse an den Start zu gehen. Unterstützt durch die Bingo Umweltlotterie und Sponsoren von Solarwirtschaft bis Sparkasse  und koordiniert von unserem Projektleiter Heiko Rux wurde der Cup nun zum Landeswettbewerb, über den zahlreiche Medien berichteten. Der Schleswig-Holstein-Meister Till Opitz aus Berend gewann beim  ersten bundesweiten Solarmobil-Cup in Berlin im September zu unserer Freude auch den ersten gesamtdeutschen Titel.
Eingebettet war der Solarcup, für den wir erstmals die neue Jugendprojektwerkstatt mit elektrischer Reservesonne nutzen konnten, wieder in die Bau- und Energiemesse  naturtec´10, die erstmals „umsonst und draußen“ viele zusätzliche Gäste zu artefact führte.
Mit und ohne Solarrennbahn waren wir im Laufe des Jahres bei zahlreichen Veranstaltungen und Messen von Husum und Elmshorn über Schleswig bis Neumünster vertreten, bei Tagen der Offenen Tür unserer Wettbewerbs-Sponsoren und Lehrerfortbildungen.
 

Der Powerpark ist im Jahr 2010 um einige Attraktionen reicher geworden: sieben neue Stationen bzw. Infotafeln bilden einen neuen dreisprachigen Solarlehrpfad. Die archimedische Schlauchwinde dreht sich inzwischen runderneuert auf dem „Wasserberg“, der noch für weitere Wasserkraftanwendungsbeispiele  herhalten soll. Schon in 2010 waren bei Solardusche und Schlauchwinde Schülerprojekte aktiv, eine Wasserwippe wurde im Rahmen einer Maßnahme installiert.
Eine Selbstbau-Kleinwindkraftanlage wurde im Sommer von Tansania-Rückkehrern und unserem Kollegen Kai Dobbeck aufgebaut und soll im nächsten Jahr „Bienenhaus“ und Schweinegehege mit Strom versorgen.
Das im Frühjahr eröffnete neue Eingangshaus mit Cafeteria und Solarspielzeug-Präsentation hat sich bereits bewährt bei Gruppenankünften und Souvenir-Verkauf. Andrea Lauer und Harald Behnke sowie Holger Kokowski im Außenbereich haben mit administrativem „backing-up“ durch Marina Lange im Büro die Powerpark-Gäste voll im Griff.

Das Powerhaus, unsere bisherige Energiezentrale, ist auf dem Weg zum Sonnenhaus als weiteres Gästehaus auf der Zielgeraden: eine neue 65 KW Hackschnitzelheizung versieht nach ersten Anlaufschwierigkeiten ihren Dienst  und hat den Ölkessel nun komplett ausgemustert. Eine solarthermische Anlage (Paradigma- Vakuumröhren) übernimmt nun den Sommerbetrieb.  Mit Fremdfirmen und Eigenleistungen wurden fünf Gästezimmer und zwei Gemeinschaftsräume auf zwei Ebenen geschaffen. Verschiedene ökologische Dämmstoffe  kommen, zum Teil mit Sichtfenstern, dabei zur Geltung. „Urlauben im Sonnenhaus“ ist also im nächsten Sommer angesagt! Gleichwohl sind noch zahlreiche Ausbauarbeiten und Details von der Innengestaltung und Möblierung bis zur aufwendigen zusätzlichen Außendämmung mit zukunftsweisenden Standards im kommenden Frühjahr abzuarbeiten. Dreh- und Angelpunkt der Eigenleistungen auf den diversen Baustellen ist stets unser Hausmeister und „Holzwurm“ Jürgen Lassen, der bis zum Sommer von unseren FÖJlern Jakob Stein und Phillip Wienecke, ab August von Matthias Nowc und Simon Ottrand unterstützt wurde/wird. Dazu kamen wochenlang Kai Dobbek und Stefan Stahl. Auch die verschiedenen Kurz- und Langzeit-PraktikantInnen, die, wie Paloma Cutter aus Cottbus, teilweise mehrere Monate bei uns waren, packen immer gern mal mit an, ob auf der Baustelle oder bei der Durchführung von Ferienpassaktionen für weit über hundert „Lehmbau-Kinder“.
Die Finanzierung der genannten Ausbaumaßnahmen wäre undenkbar ohne die Unterstützung von Bingo, der Stiftung Deutsche Jugendmarke und dem Jugendminsterium Schleswig-Holstein. Trotzdem kommen wir mit den Anforderungen an Eigenleistungen und -mittel an unsere Grenze. Nach wie vor sind wir der wohl einzige gemeinnützige Bildungsträger des Landes, der für seine Arbeit keine teilnehmer- oder leistungsgekoppelten Zuschüsse erhält. Da die 2004 für Übernahme und Sanierung des Zentrums aufgenommenen Kredite noch viele weitere Jahre zu tilgen sind,  versuchen wir, weitere zinsträchtige Kreditaufnahmen zu vermeiden.

Dies gilt umso mehr für eine weitere doppelt sinnvolle Zukunftsinvestition:

Die neue Projektwerkstatt im Naturerlebnisraum hat eine Dachfläche, die geradezu ruft nach einem Photovoltaik-Dach von etwa 20 KW. Durch die drastischen Absenkungen beim Energieeinspeisegesetz - ab dem 1.1. 2011 um weitere 13 % - soll Solarstrom zwar immer schneller an den Kohlestrompreis angeglichen werden, ohne Eigenkapital ist eine (für unsere Bildungsarbeit hochwillkommene) Rendite aber nun kaum noch zu erzielen. Dazu kommt die fachliche Herausforderung des Energiemanagements: mit bestehender 15 KW- Solaranlage und 30 KW- Windkraftanlage produzieren wir statistisch zwar bereits mehr Strom als wir verbrauchen, aber leider meist nicht zeitgleich. Die genaue Planung von Energieflüssen, -einspeisung und evtl. Zwischenspeicherung in einem smart grid  ist eine auch strategisch zukunftsweisende energiewirtschaftliche Herausforderung, die wir mit einer Diplomarbeit und einer zusätzlichen Photovoltaikanlage in die Praxis umsetzen wollen. Wir rechnen mit einem Investitionsbedarf von 50-80.000 Euro.

Freunde und Unterstützer sind herzlich eingeladen,  sich mit einem längerfristigen zinslosen Kredit an dieser Zukunftsinvestition zu beteiligen, die gleichzeitig durch das EEG und die PV-Anlage selbst eine  krisensichere  Absicherung bedeutet. Für weitere Informationen und Ideen bin ich gern jederzeit ansprechbar!

Darüberhinaus haben wir einiges vor in 2011:

Am 19. Juni 2011 soll der dritte Schleswig-Holstein - Solarcup stattfinden. Bereits im März ist im Rahmen der New Energy in Husum der Start für Anmeldungen und zahlreiche dezentrale Auftaktveranstaltungen und Workshops mit Schülern, Konfirmanden und anderen Initiativen vorgesehen.
Mehrere  Sponsoring-Partner des Vorjahres haben bereits ihre Unterstützung für den nächsten Wettbewerb zugesagt,  weitere sind herzlich eingeladen, mitzumachen. Auch für den Blick und Ausbau über die Flensburger Förde gibt es die ersten Ideen...

Auch die stetige Weiterentwicklung von Jugendbildungsangeboten und Powerpark ist geplant, könnte aber durch zwei Entwicklungen erschwert werden: mit dem Jugendhof Schwennau schloss zum Jahreswechsel  das größte Übernachtungsangebot Glücksburgs seine Pforten, Auswirkungen sind zu erwarten.  Außerdem fällt durch die Kürzungen des Landes eine von zwei FÖJ-Stellen bei artefact weg. Das neue Freiwilligengesetz erfordert für eine Stelle einen Trägerbeitrag von mindestens € 6000,-/Jahr.
Die Arbeit wird also trotz „Ankommens“  unserer  Themen im mainstream nicht automatisch einfacher. 
Doch konnten wir bereits Vieles erreichen, Mut machen, zum Selber aktiv werden motivieren.

Auch wir selber brauchen dafür  Motivation und Unterstützung,  um Vieles weiter und manches noch besser zu machen. Allen haupt- und ehrenamtlichen Unterstützern, ob hier vor Ort bei Geländeentwicklung und Kaffeekochen oder bei der Werbung im Kollegenkreis, ob als Mitglied im Förderverein oder „von Fall zu Fall“  an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für handfeste oder moralische Unterstützung! Bleiben Sie uns gewogen!

 

01.01.2010

Das Jahr 2009

Rückblick -  Ausblick

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen unserer Arbeit,

ein weiteres arbeitsintensives Jahr liegt hinter uns, mit vielen neuen und zum Teil überraschenden Aktivitäten: so kam ich selbst erst vorgestern zurück aus Jordanien von einem kurzfristigen Consulting-Auftrag zur Einführung erneuerbarer Energien an einer Universität.
Nicht überraschend waren für uns jedoch die Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres: die Grenzen quantitativen Wirtschaftswachstums und der Ausbau erneuerbarer Energien werden von uns schon länger vorhergesagt.
Dass demgegenüber die notwendig hohen Erwartungen an den Klimagipfel - ich selbst war kurz in Kopenhagen - enttäuscht wurden, ist angesichts des galloppierenden Klimawandels äußerst besorgniserregend.

An uns lag´s nicht: gleich mehrere internationale Veranstaltungen zur Vorbereitung auf „Kopenhagen“ fanden bei uns statt: die europäische Mitgliederversammlung des International Network for sustainable Energy im November, ein Vorbereitungs-Workshop für Nord-Süd-Aktive im Dezember, dazu  durchreisende Kongressteilnehmer etwa aus Korea und Großbritannien sorgten gemeinsam mit Solarschulungen zu der wohl besten Auslastung, die das Gästehaus zu dieser Jahreszeit jemals hatte.

Das Gästehaus:
Seit einem Jahr führen wir mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke, des Jugendminsteriums des Landes und der BINGO Umweltlotterie diverse Um- und Ausbaumaßnahmen mit einem Budget von mehreren hunderttausend Euro durch: der Ausbau der Küche ist bereits abgeschlossen, ebenso die Sanierung der Warmwasserverteilung und -speicherung. Der Gäste-Parkplatz ist nun auch Bus-kompatibel und aus der früheren Metall-Werkstatt wird gerade ein attraktiver Empfangsbereich inklusive Solarshop. Ziel ist die Attraktivierung für zusätzliche Gruppenbelegungen wie Jugendgruppen mit Selbstversorgung und Schulklassen. Tatsächlich hat sich die dazu passende Tendenz fortgesetzt. Für 2010 liegen bereits mehr Buchungen  von Schulklassen und erstmals auch einer FSJ-Gruppe vor als im vergangenen Jahr. 2009 konnten wir auch wieder eine Studentengruppe des Studiengangs SESAM begrüßen und erstmals die „Erstis“ der Fachhochschule im Bereich Energie- und Umweltmanagement.
Dazu konnten wir uns wieder über viele Urlauber und Wochenendgruppen sowie private Feiern vom 18. Geburtstag bis zur Weihnachtsfeier freuen.
Beiden Zielgruppen soll die aktuelle Erweiterung der Kapazitäten im Nebengebäude zugute kommen:  unter dem Solardach des „Powerhauses“ entstehen in den nächsten Monaten zusätzliche Übernachtungs- und Bürokapazitäten.
Betreut und versorgt werden unsere Hausgäste von unserem Gästehausteam Martina Rudat und Anna-Lena John unter fast-vollzeit-ehrenamtlicher Leitung von Gyde Diederich, bei größeren Anlässen mit weiteren Honorarkräften.

Die Erwachsenenbildung:
Die regelmäßigen Solarschulungen zu Photovoltaik und Solarthermie  haben sich zu einer stabilen Größe entwickelt. Etwa 370 Teilnehmer wurden in den letzten Jahren qualifiziert. Einzelne Zusatzangebote und erstmals auch ein Kurs zum Thema Biomasse-Heizungen sind  in Planung für das nächste Jahr.
Ergänzende Schnupper-Kurse und ein Montagehelferkurs zu Solarenergie wurden auf Anfrage durchgeführt. Neben langjährig festen freien Mitarbeitern kamen 2009 einige neue Dozenten als Honorarkräfte themenspezifisch dazu.
Nachfrageorientiert wurden auch wieder viele Kurse  und Tagesprogramme im Bereich Technologietransfer und Nord-Süd-Austausch durchgeführt, insbesondere für Ausreisende des evangelischen Entwicklungsdienstes, doch auch Kirchenkreisbesucher und Vereine wie die deutsch-tansanische Partnerschaft.
Die früher zahlreichen Berufsschullehrerkurse für InWEnt /CDG werden leider nicht mehr bei uns durchgeführt, da InWEnt eigene Häuser nutzen muss.
Auf mehreren Tages- und Abendveranstaltungen zu Themen wie kommunaler Energiewende oder auch Bildung für nachhaltige Entwicklung in dänischen Schulen  referierte ich zwischen Mecklenburg-Vorpommern  und dem dänischen Veijen.

Großveranstaltungen:
Die naturtec wurde im Juli mit einer Vielzahl von Ausstellern aus dem Energie- und Baubereich und einem bunten Begleitprogramm durchgeführt. Schirmherr war erstmals der Landrat des Kreises  Schleswig-Flensburg, Bogislav Tessen-zu Gerlach, der den erstmals veranstalteten  SH-Solarcup eröffnete: Jugendliche aus ganz Schleswig-Holstein starteteten mit selbst gebauten Klein-Solarmobilen auf Grundlage eines vorgegebenen Bausatzes. Die Sieger in verschiedenen Disziplinen erhielten Wanderpokale attraktive gesponsorte Preise: aufgrund des guten medialen und Teilnehmerechos ist geplant, den Wettbewerb jährlich durchzuführen und weiterzuentwickeln. Der erste Solarcup wurde mit finanzieller Unterstützung von BINGO und der Sparkassenstiftung durchgeführt durch Projektleiter Martin Weber und weitere Honorarkräfte.  
artefact war bei anderen externen Veranstaltungen wie der new energy Husum, dem Klimapakt Flensburg, der Kieler Woche und der experimenta in Kiel mit eigenen Ständen vertreten.
Der „etwas andere Martinsmarkt“ wurde demgegenüber aufgrund der zurückgehenden Besucherzahlen in den Vorjahren nicht mehr durchgeführt.

 Jugendbildung:
Auch 2009 kamen wieder mehr als 100 Schulklassen zu Projekttagen und Power-Rallyes zu artefact. Themen wie Windenergie und „Am seidenen Faden“ erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Heiko Rux und Kathrin Duhme führen nun als Honorarkräfte einen Großteil der Projekttage durch, unterstützt durch unsere beiden FÖJler Philipp Wienecke und Jakob Stein, die ansonsten im Gebäudeumbau ebenso wie in Naturerlebnisraum und Powerpark aktiv sind.
Der Bau einer zusätzlichen Projektwerkstatt im Naturerlebnisraum läuft nun auf Hochtouren, nachdem die 2004 beantragte Flächennutzungsplanänderung als Grundlage für Neubau  und Zuschüsse nun endlich durch alle Gremien ist.Das Gebäude soll die wetterunabhängige Durchführung von Projekttagen zu Themen wie Biomasse, Lehmbau u.a ermöglichen, was in den Übergangszeiten  stets schwierig war. Das Dach soll anschließend für die Installation einer weiteren Solaranlage von etwa 20 KWp genutzt werden.
Für den Ausbau der Projektwerkstatt und die Photovoltaikanlage sind Spender und Förderer schon jetzt ganz herzlich eingeladen!
In Ergänzung zu den eingeworbenen Zuschüssen sind für die derzeitigen Investitionen in Gebäudeerweiterungen auch Eigenmittel und -leistungen von etwa 60.000 Euro aufzubringen - ein Betrag, der uns vor besondere Herausforderungen stellt. Alle Förderer und die´s werden wollen sind herzlich zur Unterstützung durch Spenden und zinslose Kredite eingeladen!

Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen, längerfristig die Einnahmen zu erhöhen, denn nur dadurch ist die Quersubventionierung unserer mehrfach ausgezeichneten Jugendbildungsarbeit möglich: nach wie vor wird sie allenfalls projektorientiert aus öffentlichen Mitteln gefördert.