Project Description

Das Jahr 2012
Ausblick 2013

Liebe Mitstreiter, Unterstützer, Freunde und Freundinnen unseres Engagements,

zum kalendarischen Ende eines turbulenten Jahres und neben Comedy-Rückblick, Sportlerwahl und Unwort des Jahres sowie den Grußworten unserer Kanzlerin sende ich Ihnen nun auch noch unseren Jahresrückblick. Ich hoffe, er findet trotzdem Ihr Interesse!

Bildung für globales Lernen

Eine Personalverdopplung hat es in diesem Bereich nur auf den ersten Blick gegeben, da wir weitere Teilzeitstellen einrichten konnten:
Mit Thomas Rothenberg und Lena Seehausen konnten wir zwei ehemalige Praktikanten auf Teilzeitbasis einstellen, die wesentliche Bereiche der Jugendarbeit, die Entwicklung des Strategiespiels „Changing the Game“ und einige andere Aktivitäten übernehmen. Den Solarcup koordinierte in diesem Frühjahr und Sommer Lea Stanke mit Unterstützung von mir und unserem
Energiefachmann Kai Dobbeck.
Seit dem Sommer haben wir mit unserer ökologischen Bundesfreiwilligen Helena, dem schwäbischen FÖJler Aeneas und Alexandre aus Frankreich drei Freiwillige im Jugendbildungs- und im Grünbereich, die des öfteren von weiteren engagierten Praktikanten unterstützt wurden. Globales Lernen ist aber auch der Schwerpunkt von Nicole Gifhorn, die als Promotorin des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein bei uns angesiedelt ist, um Impulse in die Lehrerausbildungan der Universität Flensburg, in Museen und an andere Akteure zu geben.
Dass wir mit unseren Initiativen in Bildung und Öffentlichkeitsarbeit immer wieder erfolgreiche Pionierarbeit leisten, wurde zu Jahresbeginn zuerst vom Drogeriemarkt hervorgehoben, der unser Projekt „Energie vom Acker“ als Teil der UNESCO-Dekade für nachhaltige Bildung einlud, in seiner Filiale eine halbe Stunde lang für unsere Bildungsarbeit zu kassieren – die bislang einzige der vielen erhaltenen Auszeichnungen, die damit außer Ruhm und Ehre auch einmal Bares zu uns spülte.
Kurz danach wurde unsere Initiative „Tour de Flens“ in Kombination mit dem Solarcup als
„Ort der Ideen“ von gleich mehreren Bundespräsidenten ausgezeichnet, für 2012 übernahmen
die Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins die Schirmherrschaft für die Wettbewerbe. Die
erste grenzübergreifende elektromobile Bürgerbewegung lockte neben vielen Elektro-Autos und
Solarfirmen erstmals auch zahlreiche Pedelec-Fahrer zum Mitmachen. Erstmals dabei waren
auch die Flensburger Brauerei und die Stadt Sonderborg mit ihrer Bewerbung als Kulturhauptstadt
2017 sowie Verwaltungschefs bzw. Bürgermeister der drei beteiligten Kommunen.
Beim SH-Solarcup 2012 hatten sich mehr als 90 Teams für die inzwischen drei Wettbewerbe
in zwei Altergruppen angemeldet und lieferten sich packende Rennen auf der 10-Meter-
Bahn.Die Spitzenteams fuhren zum Deutschen MobilCup nach Chemnitz.
Zahlreiche Workshops und Mitmachaktionen fanden fast während des gesamten Jahres auch extern
statt, von Innovations- und Nachhaltigkeitsmessen bis zu Eröffungen von Bürgersolarparks
reichte die Palette.

weltwärts mit solivol

Sehr erfreulich entwickelt sich auch unser von Frank Lüschow geleitetes Freiwilligenprogramm
„solivol“, mit dem inzwischen mehr als vierzig Freiwillige nach entsprechenden Vorbereitungsseminaren
meist ein Jahr bei Partnern in Ostafrika mitarbeiten. Wir sind auch gespannt, welche
Impulse sie nach Rückkehrerseminaren und Reintegrationsphase in Deutschland längerfristig
an ihr hiesiges Umfeld geben können. Des öfteren konnten Rückkehrer ihre Erfahrungen nun
bereits in die Vorbereitung ihrer „Nachfolger“ einbringen.

Erwachsenenbildung

Die Teilnehmer- und Kurszahl unserer DGS-Solarschulungen litt unter dem Hin und Her der
Berliner Energiewende-Skeptiker, doch immerhin drei von sechs erwarteten Kursen konnten
durchgeführt werden.
Demgegenüber nimmt das internationale Interesse an der Energiewende made in Schleswig-
Holstein weiter zu: mehrere Gruppen amerikanischer Studierender, chinesische Umweltpädagogen,
zuweilen auch individuell reisende Architektinnen aus Italien oder Professoren aus Südkorea
kamen gezielt zu artefact, für Führungen, Beratungsgespräche oder mehrtägige Seminare.
Zu unserer Veranstaltungsreihe „Glücksburger Gespräche“ konnten wir zur Fragestellung „Ist
die Energiewende noch zu retten?“ unser Beiratsmitglied Claudia Roth und Ingbert Liebing aus
dem Bundestag sowie Norbert Jensen vom BWE und Kai Lippert von EWS begrüßen.
Zum erstenmal nach mehrjähriger Pause fand wieder ein Bildungsurlaub von Forum Unna und
mit der Firma Kreidezeit ein Theorie-Praxis-Workshop, diesmal zu Tadelakt statt. Eine Premiere
gab es beim Europatreffen der Naturfreundejugend und einem Humusverbesserungsseminar
für Landwirte. Doch auch über altbekannte Gäste konnten wir uns freuen, ob von ugandischen
Kirchengemeinden, dem Solarseminar für das Bündnis Eine Welt, Fachschaften und Alumni
der Studiengänge SESAM und EUM der Uni Flensburg oder dem Freiwilligen Ökologischen
Jahr Schleswig-Holstein, um nur einige zu nennen.
Gänzlich neu trotz Gästen aus 50 Ländern war aber ein zweiwöchiges Seminar, das ich unter
Hinzuziehung zahlreicher Referenten, Übersetzer und Exkursionsziele zwischen Hamburg und
Kopenhagen im Auftrag des UNDP Turkmenistan für Entscheidungsträger dortiger Behörden
zu energieeffizientem Bauen in Dänemark und Deutschland durchführte.
Trotz auch routinierter Abläufe kam also auch in diesem Jahr nie Langeweile auf!

Gästehaus

Dies lag zudem daran, dass das Gästehaus nicht nur durch die mitgestalteten sondern auch
durch andere Seminare und Buchungen eine erfreuliche Auslastungsentwicklung erfährt. Neben
einem Plus bei Klassenfahrten und einer ersten Jugendgruppenleiterschulung kamen von der
Konfirmation bis zur rauschenden Hochzeit oder dem Ehemaligentreffen der Werkkunstschule
viele andere Treffen und Feiern, mal mit Selbstversorgung, mal mit unserer Verpflegung hinzu,
die unser Gästehausteam (Gyde Diederich, Martina Janßen, Bernhard Büssenschütt-Höft) trotz
krankheitsbedingter Engpässe mit viel Engagement meisterte. Das durchwachsene Sommerwetter
führte lediglich dazu, dass so mancher Spontanurlauber zu hause blieb und die langfristig
z.b. über Renatour buchenden Familien besonders dankbar für Schlechtwettertipps waren.
In jedem Fall hat sich die nun endlich abgeschlossene Erweiterung um das „Sonnenhaus“ als
2.Gästehaus sehr bewährt, können leichter Buchungsüberlappungen organisiert werden.

Gebäude und Gelände

Die Fertigstellung von Schlussarbeiten am Sonnenhaus wie Treppenhaus und Eingangspodeste
zog sich je nach Gebäudebelegung noch weit in das Jahr 2012, zumal die Weihnachten 2011 abgeschlossene
Montage der 20 KW-Solaranlage ebenfalls wochenlange Folgeaktivitäten erforderte.
Daten und Stromkabel mussten noch über 300 Meter Länge vergraben und an die neueste
Generation modulierbarer Danfoss-Wechselrichter angeschlossen werden. Seit dem Frühjahr
speist die 20 KW-Anlage, die wir komplett über einen GLS-Kredit vorfinanzieren konnten, in´s
Netz der Stadtwerke Flensburg ein. Ob eine Zwischenspeicherung von Solarstrom oder auch
ein Winterspeicher für Windwärme technisch, energetisch und ökonomisch Sinn machen könnte,
ist eine Fragestellung, die wir in´s Jahr 2013 mitnehmen.
Im Gelände und im Powerpark macht sich inzwischen deutlich der Zahn der Zeit bemerkbar.
Am Gästehausdach und an der Hofseite des Gästehauses sind mehrere kritische Bereiche in Angriff
genommen worden. Unter Anleitung unseres Hausmeisters Jürgen Lassen waren im Sommer
nicht nur unsere FÖJler mit Reparaturen und Neubauten beschäftigt. Die ehrenamtlich erstellten
Bauzeichnungen von Reiner Riess dienten zwei internationalen Workcamp-Gruppen
des Service Civil International als Grundlage zum Bau einer Solarküche, die mit Komposttoilette,
Solardusche und Solarwaschmaschine im nächsten Jahr den steckdosenfreien Zeltplatz komplettieren
sollen, der bereits im August 2012 von einer Hamburger Schulklasse getestet wurde.
Der Kampf gegen Brennnesseln und andere ungeliebte Kräuter in unserer Pflanzenkläranlage,
auf Wegen und in Gabionen war weniger beliebt, doch ebenso notwendig.

Allen Gästen, Kunden, Unterstützern und Mitarbeitern des Jahres 2012 – ein herzliches Danke schön!

Ausblick 2013

Die Erneuerung und Instandsetzung von Powerpark-Stationen steht auch 2013 ganz oben auf
der To-do-Liste. Mehrsprachige Tafeln und Stationen sollen ältere ersetzen oder ergänzen.
Die Erhöhung von Attraktivität und Besucherzahlen im Powerpark soll damit erreicht werden.
Außerdem sollen Zeltplatz und Naturerlebnisraum weiterentwickelt werden.

Die prämierten Wettbewerbe Solarcup und „Tour de Flens“ wollen wir gern auch 2013 fortführen-
die Anrfagen von alten und neune Interssierten gehen schon jetzt ein- doch das wird wirtaschftlich
nicht leichter. Die in den letzten Jahren eingeworbene Unterstützung durch die
Umwlt- und Entwicklungslotterie „Bingo“ kann nicht erneut zum Einsatz kommen. Das heißt,
andere Geldgeber und Sponsoren können und müssen zum Zuge kommen – bei dermaßen gut
eingeführten und populären Wettbewerben gerade für Neueinsteiger eine effiziente Werbemöglichkeit!
Da die Ausdehnung beider Wettbewerbe nach Süddänemark bereits konkrete Formen
annimmt, ist grenzübergreifendes Marketing inklusive. Fragen Sie mich nach weiteren Details…

Ob und wie die Weiterentwicklung unseres eigenen Smart Grid und die Speicherung oder Umwandlung
von Energieformen weitergeführt wird, hängt noch weitergehend von Kofinanzierungsmöglichkeiten
ab. Unsere im Jahr 2012 eingegangene Beteiligung am Bürgersolarpark
Hürup bringt auch weitere Kontakte und Kow how ein. Bei vorhandenem Eigenkapital etwa
durch zinslose Kredite könnten wir einige sehr sinnvolle Investitionen in die langfristige Absicherung
und Attraktivierung des Zentrums in Angriff nehmen.

Neben finanzieller Unterstützung unserer gemeinnützigen Aktivitäten sind aber auch moralische
und ehrenamtliche Unterstützung, ob direkt vor Ort oder als Mitglied des Fördervereins,
für unsere Motivation und den Erfolg unserer Arbeit von unschätzbarem Wert.
Der neue Flyer des Fördervereins lässt sich unter www.artefact. herunterladen, ebenso der allwöchentlich weiterentwickelte Veranstaltungskalender.

P.S. Betreff: Endpurt – Mensch des Jahres 2012 – wählt Etagegne
Was Ehrenamt alles bewegen kann, sehen wir in diesen Tagen übrigens auch bei einem anderen
Landeswettbewerb, in dem eine „alte“ Freundin und Mitstreiterin aus den Anfangszeiten
von artefact Kandidatin ist: Etagegne Bierig aus Langballig, die mit ihrem Mann Marius neben
der eigenen Lehmbaufirma noch reichlich Energie hat für den eigenen Verein „Let me be a
child“ hier und in Äthiopien: Klicken Sie mit – noch bis Silvester!

Liebe Freunde,
nach dem tollen Sieg beim Flensburger Tageblatt, zu dem alle beigetragen haben, die Etagegne gewählt haben, geht es jetzt in die Endrunde – neben Etagegne stehen noch 15 Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Schleswig-Holstein für die Wahl zum „Menschen des Jahres 2012″ zur Wahl.
Sie alle können mithelfen, damit es auch diesmal klappt. Gewählt werden kann bis zum 31. Dezember, 24 Uhr. Und so
geht es:
– Online unter <a class=“moz-txt-link-freetext“ href=“http://www.shz.de/menschdesjahres“>
http://www.shz.de/menschdesjahres</a>
– telefonisch unter Tel. Nr. 01375-80401791-06
– per SMS an die Nummer 42020 mit dem Inhalt shz vote 06

Bitte unterstützen Sie die Wahl von Etagegne und verbreiten Sie den Aufruf weiter an Freunde und Bekannte!
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Helga Mbombi
LET ME BE A CHILD e.V.
Hilfe für äthiopische Straßenkinder