Frühjahrsausreise 2016

Next Stopp Kilimanjaro Airport

Glücksburg 1.Dez.2015 - Die schlechte Nachricht vorweg: Das  Wintergraupeln  hat uns voll erwischt. Und die Gute? Das nächste Frühjahr steht so gut wie vor der Tür. Ab März. Wenn Du  Dich jetzt wirklich ranhältst mit Deiner Bewerbung auf das solivol Auslandsfreiwilligen Programm! Dann lässt die  Vorfreude auf Engagement und Abenteuer in Afrika  Schmuddelgraupel  und Minusgrade dahin schmelzen.
Zur Ausreise ab März und Mai 2016 sind noch eine Reihe von Mitmachangeboten  bei Projektpartnern in Tansania, Uganda oder Ruanda frei. Bewerbungen können  bis  Januar in Glücksburg eingereicht werden. Mit ein paar Hinweisen machen wir aufmerksam auf eine Auswahl möglicher Einsatzplätze.

Teaching German in Africa

Deutsch Unterricht am Fuße des wuchtigen Mount Kilimanjaro?  Eine kleine Gruppe junger Tansanier bereitet sich ab April auf die Ausreise nach Deutschland vor. Solivol Freiwillige sind für ihren Deutschkurs zuständig.  Und kommen dabei nah ran an die Lebensweise junger Afrikaner_innen in   Kiels Partnerstadtkreis  Moshi-Rural  in der Region Kilimanjaro. 
Jedes Jahr bekommt eine Gruppe junger Menschen aus Ostafrika die Chance in Schleswig-Holstein einen weltwärts Dienst zu absolvieren. Um für die Mitarbeit im Norden gut vorbereitet zu sein müssen die Teilnehmer_innen vor der Ausreise mehrere Monate Deutsch lernen.  artefact Freiwillige aus Deutschland schlüpfen in die Rolle der Sprachlehrer. Ab April treffen sich die Grüppchen  3 x wöchentlich Nachmittags um Vokabeln, Grammatik und Konversation zu üben. Ergänzt wird der Unterricht durch Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Ausreise. Freiwillige als Deutschkursleiter_innen sind  nicht nur  am Kilimanjaro gefragt. In Tanga am indischen Ozean, in Kigali der Hauptstadt Ruandas und in Uganda warten ähnliche Jobs auf Leute mit Lust an Sprache und Begegnung. Neben dem Unterricht arbeiten die Freiwilligen entweder als Assistant Teacher in Schulen oder Berufsbildungseinrichtungen mit oder Unterstützen  NGOs in Office und Fieldwork.

Unterstützung landwirtschaftlicher Ausbildung in Tansania

In Mwangaria im ländlichen Tansania unweit der Stadt Moshi entwickelt sich ein kirchliches Vorhaben  zur Ernährungssicherung. In dem Trainingszentrum des Mwangaria Institute of Agriculture and Livestock werden interessierte Jugendliche in Garten- und Landbau unterrichtet.
Tansanias Bevölkerung  arbeitet zu  ca. 80% in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Hälfte des BIP wird im landwirtschaftlichen Sektor erwirtschaftet. Die Mehrzahl der Bauern  ackert auf 0,5 bis 3 ha Fläche  und produziert zum Großteil für den Eigenbedarf. Vorhaben der Ernährungssicherung zielen auf die Verbesserung der Selbstversorgerwirtschaft  wie auch auf die Produktivitätssteigerung bei der Erzeugung landwirtschaftlicher Exportprodukte. Die Landwirtschaft an den Hängen des Kilimanjaro gilt als fruchtbar und den Verhältnissen angepasst. Eine Vielzahl von Feldfrüchten gedeiht im engen Nebeneinander. Die Vielfalt als agrikulturellen Schatz zu erkennen und für kommende Generationen zu sichern  verschreibt sich das kleine Projekt in Mwangaria. Die Mitarbeit von ein bis zwei Freiwilligen ist vor allem im Bereich der  Organisation des Ausbildungsangebotes  und der Kontaktpflege zu Gebern erwünscht. Bewerber_innen mit Organisationstalent, Computer Know How, der Fähigkeit  dieses weiter zu vermitteln und dem Interesse Bildungsressourcen zu erschließen sind gefragt. In der Bibliothek wünscht sich das Institut die Digitalisierung von  Büchern und Lehrmaterial.
Weil auch die Students im Mwangaria Institute of Agriculture and Livestock nicht nur Lernen sind Interesse an Sport und Musik gerne gesehen zur Förderung der Freizeitkultur.

IT Unterricht an den Quellen des Nils

Im St. Matia Mulumba Berufsbildungszentrum  nehmen Jugendliche Chancen zur  Berufsbildung wahr. Ein Kurssystem ermöglicht die Teilnahme an Ausbildungsgängen, die Absolventen schließlich näher an den Arbeitsmarkt bringen. Wie andernorts auch zählt nicht nur fachliche Expertise,  sondern auch die Aneignung kommunikativer Kompetenzen, um an die raren Jobs ran zu kommen. In Uganda mit seiner  aufstrebenden Wirtschaft wird  von Leuten mit mittlerer Schulbildung verlangt , dass sie sich Grundlagen im Bereich von  Computernutzung aneignen  und in Englisch,  im städtischen Berufsleben  die Arbeitssprache Ugandas, kommunikationssicher auftreten. Für den Unterricht in diesen beiden Bereichen wünscht  sich die Schule Unterstützung von einem artefact volunteer. Neben der Arbeit im Klassenraum finden nachmittags  Sport – und Freizeitangebote statt. Hier bringen Freiwillige sich mit ihren eigenen Neigungen und Talenten ein.

Bicycle Support für NGO in Jinja

Die Nile Brewery  ist  die erste Bieradresse Ugandas und blickt auf die älteste Brautradition des Landes. In direkter Nachbarschaft, liegt das Grundstück der NGO Bicycle Sponsorship  Project and Workshop (BSPW), der ältesten  Fahrradsupport Initiative  Ostafrikas. Auf dem Gelände sind ein knappes Dutzend emsiger Fahrradschrauber , Tischler , Schlosser und Schweißer damit beschäftigt aus Komponenten Produkte zu fertigen, die im Alltag der Menschen wirklich einen Unterschied machen. Fahrräder zum Beispiel. Oder Solarkocher.
Weil BSPW schon so lange Partnerschaften nach Deutschland pflegt gehört die Mitarbeit von volunteers und Unterstützern hier zum Alltag.  Eigentlich kann das Team ganz verschiedene Persönlichkeiten als solivol Freiwillige einbinden- Leute mit einem Hang zu Fahrradtechnik, Handwerker_innen , Organisationstalente für Kampagnenarbeit und Kommunikation nach Deutschland oder jemand der bei der Herrichtung einer anständigen Homepage Hand an legt. Ach ja – und neben der Brauerei  hat Jinja  noch die Wasserfälle und die Quelle des Nils und  genießt  bei Freiwilligen den  Ruf die Stadt mit dem höchsten Freizeitwert Ugandas zu sein.

Bibliophilie in Afrika

Die Uganda Society ist sowas wie ein altehrwürdiger Verein  kulturbewusster Menschen in einer jungen Nation. Ihre Geschichte reicht in die englische Kolonialzeit zurück und sie ist very british  – die Aufgabe aber ganz an den Bildungsinteressen  einer modernen afrikanischen Nation ausgerichtet. Bücher und Bildung all denen zugänglich zu machen, die nach vorne Blicken und wissen, dass Bildung der Schlüssel zur Entwicklung von Menschen und Gesellschaften darstellt. Eine kleine Bibliothek beherbergt die wenigen kostbaren Bücher Ugandas.  Für deren Erhalt und Verbreitung die Gesellschaft antritt.  Bildung ohne Grenzen setzt auf moderne Technik um etwa Bücher per Scanner zu digitalisieren und Bestände zu katalogisieren.   In Kampala wünscht sich die Uganda Society Unterstützung eines Freiwilligen mit universitärem Background für die  Bibliotheksarbeit und die Mitarbeit in dem kleinen Team zur Entwicklung aller Aufgabenbereiche der Non Profit Organisation.

Beziehungsarbeit die Sinn macht

Kinder sind der vielbeschworene Reichtum Afrikas. In so vielen Familien bewahrheitet sich das. Aber auch das gehört zur Wahrheit: nirgendwo gibt es wohl mehr Waisenhäuser und   Straßenkinder als in den großen Städten Afrikas. Kinder mit Behinderungen erleiden ein schweres Schicksal wenn ihre Familien sie nicht versorgen können. Viele der Pflegeeinrichtungen sind selbst überfordert und haben zu wenig Personal,  um wirklich in jedem Kind den Schützling zu sehen, der Liebe und persönliche Zuwendung verdient.
In der Nähe von Kigali befindet sich eine Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Kinder mit Erfahrungen  in der Einbindung  von volunteers. 
Spielen, Nähe, Da-sein. Wer das kann  wird erleben  wie sich die Herzen derjenigen öffnen,  für die sonst so wenig übrig bleibt. Gerade dort wo der größte Mangel herrscht stiftet die Anwesenheit eines volunteers am meisten Sinn.
Für die wichtige  Arbeit in Einrichtungen für Kindern mit Unterstützungsbedarf  ist  Erfahrung im Umgang  behinderten Menschen von Vorteil. Eigene Belastungsgrenzen zu kennen  und die Bedeutung von Beziehungsarbeit einschätzen zu können sind gute Voraussetzungen, um sich in diesem Arbeitsfeld zu Recht zu finden.

Kinderseelenfrieden in Musanze

In Musanze einer kleineren der großen Städte Ruandas kümmert sich Grain de Sénéve um das Miteinander mit Kindern, die sonst allein bleiben würden. Es wird ein sehr abwechslungsreiches Angebot bereit  gestellt. Freiwillige engagieren sich im Kindergarten,  Helfen beim Unterrichten,  Kochen für und Spielen mit Straßenkindern. Morgens wird zusammen mit den Frauen gekocht. Anschließend beteiligen sich Freiwillige an der Ausrichtung von Aktivitäten für die Kinder.  Fußball, Volleyball, Gesellschaftsspiele, Malen, Tanzen … Schulbesuche um mit Schülern und Lehrern ins Gespräch zu kommen. Eigentlich gibt es immer etwas zu tun und Freiwillige sind gut in das Team einbezogen. Ganz wichtig – Lust mit Kindern  aller Altersklassen zu arbeiten, da sich  das ganze Projekt um Straßenkinder dreht. 

Umwelt, Entwicklung, Naturschutz

In Ruandas Hauptstadt Kigali hat artefact 3 Projektpartner gefunden, die im Bereich Umwelt, Naturschutz und Entwicklung seit Jahren mit solivol volunteers zusammen arbeiten.
ARCOS, die Albertine Rift Conservation Society nimmt Freiwillige mit einem Studienabschluss in einer relevanten Disziplin auf. Mitarbeit im Office oder Field Work bringen Freiwillige nah an die Schnittstelle zwischen Umwelt – und Entwicklungsfragen. Freiwillige mit bewährten GIS Anwender Kenntnissen können Aufgaben bei der Erstellung von Projektplanungen oder in Field Research übernehmen.  Ähnliche Arbeitsansätze werden im Büro von Recor gepflegt. Die NGO begleitet und verantwortet Umwelt-und Naturschutzvorhaben.  Freiwillige aus dem Bereich Umweltwissenschaften finden bei Recor passende  Lern- und Aktionsfelder vor.
Areco arbeitet ganz praktisch an der Einführung umweltverträglicher Wirtschafts – und Lebensweisen. Bambusanbau wird beispielsweise gefördert Eine Nutzpflanze , die Material zur Produktion neuer Dinge erzeugt.  
Freiwillige arbeiten an der Verbreitung von Solarlaternen mit. Eine Freiwillige entwickelte ein Nutzersystem , das auch Menschen ohne Ersparnisse  die Umstellung auf umweltfreundliche Solarlichtnutzung ermöglicht.

Neben den hier genannten  Stellen für eine Mitarbeit gibt es ab März noch weitere in anderen Arbeitsfeldern wie der Verbreitung erneuerbarer Energien, ländlicher Entwicklung usw.

Die Schilderungen der Arbeitszusammenhänge derjenigen Partnerorganisationen, die bereit sind im Zeitraum März bis Mai neue Freiwillige aufzunehmen verdeutlicht die Bandbreite von Herausforderungen, der sich Einsatzstellen widmen. Die Projektpartner  versuchen Freiwillige entsprechend ihrer Talente und Interessen ein zu binden.
Weltwärts Freiwilligen sind bereit für mindestens 12 Monate in Afrika mit zu arbeiten. Die Aufgabenzuteilung kann nach einer Orientierungs-und Eingewöhnungsphase schließlich sogar in der Betreuung eines eigenen Teilprojektes oder Minivorhabens münden.
IJFD Freiwillige bleiben in der Regel nur gut 6 Monate bei ihren Partnern. Sofern Bewerber_innen über einen fachlichen Background verfügen bemühen sich die artefact Partner um die fachliche Einbindung nach einer allgemeinen Einarbeitungszeit. Abiturient_innen werden häufig im Bereich von Bildungs- und Sozialprojekten eingesetzt.  Für eine Bewerbung zur Frühjahrausreise ist es auf jeden Fall günstig für mehrere Optionen offen zu sein. Nach dem persönlichen Kennenlernen erschließen sich oft noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten als die hier genannten. In der Regel gibt es mehr Einsatzplätze als Teilnehmer_innen und nicht alle Projekte werden jährlich weiter besetzt.

Diejenigen die sich jetzt bewerben haben wirklich gute Chancen auf das rasche Nahen des nächsten Frühlings.