Zwei zum Preis von einem - Schulbildung und Naturschutz an der kenianischen Küste

von Inga Eumann – weltwärts Freiwillige in Kenia von 2012 - 2013

Ein beeindruckendes Programm hat A Rocha Kenya in der Küstenregion Kilifi auf die Beine gestellt. Genannt ASSETS, kurz für Arabuko-Sokoke School and Eco-Tourism Scheme, umfasst es gleich drei Bereiche der Nachhaltigkeit: Bildungsförderung, Umweltschutz und naturschonender Tourismus.

Kinder im Arabuko-Sokoke Wald (Shelly Thomas)ASSETS nutzt das Einkommen von lokalen, selbstverwalteten Ökotourismusangeboten, um damit Schülern der direkten Umgebung des Arabuko-Sokoke Waldes die Ausbildung in einer Oberschule zu finanzieren. Ein erheblicher Druck wird so von den angehörigen Familien genommen, denen in der Vergangenheit größtenteils die illegale Abholzung des angrenzenden Waldes als Geldquelle diente, um eben dieses Schulgeld aufbringen zu können. Kilifi ist Kenias ärmstes Distrikt: 90% der Kinder besuchen keine weiterführende Schule.
Die Familien verpflichten sich im Gegenzug von illegalem Holzeinschlag abzusehen und wissen sollten sie diese Vereinbarung brechen verlieren sie die Unterstützung durch die sogenannten Öko-Stipendien von ASSETS. Somit trägt das Programm direkt zum Schutz des größten noch existierenden Küstenwaldes in Ostafrika bei.

2001 wurde die Idee in die Tat umgesetzt, anfänglich konnten 92 Kinder und Jugendliche an 4 Schulen unterstützt werden, in 2010 waren es schon 204 Schüler von 8 Schulen im Umkreis des Waldes. Ziel ist es bis zum Jahre 2015 1440 Schüler aller in der Waldregion liegenden Schulen zu fördern.

Sowohl der Wald als auch der angrenzende Mida Creek zählen zu Kenias Gebieten höchster Biodiversität. Neben Schulfinanzierung und der Entwicklung von Ökotourismusprodukten werden den Familien die Gründe für den Schutz von Wald und Creek erklärt, sie haben die Möglichkeit Praktiken nachhaltiger Landwirtschaft zu erlernen und nehmen an Wiederaufforstungsprogrammen teil.  

Persönlich habe ich von diesem einzigartigen Projekt nicht nur gehört, sondern helfe auch selber tatkräftig mit. Im Rahmen eines Praktikums und Freistellung seitens meiner eigentlichen Einsatzstelle überlege ich mir neue Ökotourismusangebote, die in der Region geschaffen werden könnten, prüfe sie auf Umsetzbarkeit und Erfolgsaussicht und begleite im Anschluss den Aufbau.
Schon so einige der ASSETS-Stipendiaten habe mittlerweile hier bei A Rocha getroffen. Einige kommen für ein Praktikum während ihres Studiums zurück (unglaublich wie sie von einer Oberschulausbildung nur träumen durften und nun durch ASSETS die Universität besuchen), viele sind einfach eine Zeitlang hier und helfen mit wo immer nötig - sie alle wollen A Rocha etwas zurückgeben. Interessante Menschen mit tollen Lebensgeschichten umgeben mich hier jedenfalls immer.
 
ASSETS ist ein in ökologisch, ökonomisch und sozialer Hinsicht nachhaltiges Projekt. Und vor allem ein langfristiges. Die bislang erzielten Erfolge begeistern!