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ACNR-Naturschutzprojekt zum Schutz des Nyungwe Nationalparks

 

Der Letzte seiner Art

Das Herz eines jeden Naturliebhabers schlägt höher beim Anblick der Artenliste des westruandischen Nyungwe Regenwaldes: 75 Säugetier-, ca. 200 Vogel-, 120 Schmetterlings und 260 Gehölzarten und mehr als 100 Orchideenspezies beherbergt der Bergnebelwald auf 970 qkm Fläche.

Was Ökologen als den größten Naturschatz Ruandas ansehen, ist nur noch ein kleines Restareal der einst in den Höhenlagen entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs flächendeckend vorherrschenden natürlichen Vegetation.
Die einzigartige Formenvielfalt dieses grünen Paradieses ist seit langem bedroht: die zunehmende Bevölkerungsdichte in dem kleinen Land am Äquator setzt der Substanz des Primärwaldes seit über 100 Jahren mächtig zu.
Holzeinschlag zur Gewinnung von Bau- und Feuerholz hat bei steigender Nachfrage in den letzten Jahrzehnten zu einer rapiden Dezimierung der geschlossenen Walddecke geführt. Rodungen werden zunächst als Waldweiden genutzt, dann dauerhaft in Ackerland umgewandelt einer intensiven menschlichen Nutzung zugeführt.
Der Holzbedarf pro Einwohner und Jahr kann in Ruanda nicht mehr durch forstwirtschaftliche Zuwächse gedeckt werden.
Ein Glück für den Nyungwe Nebelwald, die Regierung stellte das gesamte Areal vor einigen Jahren als Nationalpark unter Schutz. Hoffnung besteht, dass der letzte noch intakte
Hochnebelregenwald

Bienen, Bildung und Heilkräuter

Organisationen wie der ACNR (Association pour la Conservation de la Nature au Rwanda) kümmern sich mit nachhaltig angelegten Schutzkonzepten um die Umsetzung der staatlichen Naturschutzabsichten.
Geschäftsführer Serge Nsemgimana umreist den Arbeitsansatz vom ACNR: „Advancing conservation in a social context“ und zielt damit auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Waldnachbarn in den angrenzenden Dörfern durch Schaffung waldfreundlicher Familieneinkünfte.
Die traditionell verbreitete Imkerei, eine Art Honigsammeln bei wildlebenden Bienenvölkern, setzt der Lebenskraft des Waldes durch das Handwerk der Imker zu.
Um an die süße Honigtracht zu gelangen, legen die Honigsammler Waldbrände und schädigen damit den Lebensraum der Bienen.

Ausbildung in modernen, ökologisch verträglichen Formen der Bienenhaltung steht als Waldschutzstrategie auf der Agenda der Naturschützer des ACNR.
Druck auf die Ressourcen des Waldes übt auch die traditionelle Sammelei von Heilkräutern aus. Die arme Landbevölkerung bedient sich von je her in der kostenlosen grünen Apotheke des Nyungwe Nebelwaldes, um Krankheiten zu heilen und Heilkräuter zu Einkommenszwecken zu sammeln. Bei zunehmendem Bevölkerungsdruck droht Artenverarmung durch übereifrige Entnahme und Vermarktung.
Auch hier setzt das Konzept des ACNR auf waldfreundliche Modernisierung: Anbau im Feld statt Entnahme aus dem Schutzgebiet, Schulung der Dorfbevölkerung, Anlage von Mustergärten, Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten durch Heilkräutervermarktung und Aufklärung der traditionellen Heiler.
Neben der Förderung waldverträglicher moderner Bienenzucht und Heilpflanzenanbaumethoden setzt der ACNR verstärkt auf die Bildung von Umweltbewusstsein. Um den Menschen klar zu machen welch einzigartige Schätze sie seit Generationen hüten, unterstützen die Naturschützer die Gründung von lokalen Umweltvereinen, die mit Bildungsinitiativen Menschen für die Bedrohung der Reichtümer des Waldes sensibilisieren.

Gewünschte Unterstützung durch Freiwillige

  • Mitarbeit im Büro in Kigali
  • Feldarbeit im Nyungwe Regenwald
  • Beteiligung an Bildungsmaßnahmen und Kampagnen in Dörfern in Waldrandlage
  • Erarbeitung von Umweltbildungsmaterialien
  • Mitarbeit bei Schulungen – Theorie und Praxis
  • Unterstützung der Biologen bei wissenschaftlichen Untersuchungen
  • Kontakt und Kommunikation mit Partnergruppen

Erwartungen an Freiwillige

  • Interesse an Freilandbiologie,
    Naturschutzfragen, Regenwaldschutz
    Praktische Fertigkeiten und Interessen
    Gartenbau, Heilpflanzenkunde, Natürliche Medizin, Heilpflanzenaufbereitung, Imkerei, Honigverarbeitung
  • Interesse an Vermarktungsfragen, Mikrokrediten Pädagogisches und soziales Geschick Bürokommunikation, Öffentlichkeitsarbeit
  • Gute Englische Sprachkenntnisse
  • Möglichst französische Sprachkenntnisse
  • Bereitschaft Kinyarwanda zu lernen